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02.03.2011 16:40

Zukunftskonzept, zwei Graduiertenschulen und ein Cluster

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Universität Tübingen mit vier Projekten in der Endrunde der Exzellenzinitiative

    In der 2. Runde der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder kommt die Universität Tübingen mit ihrem Zukunftskonzept, zwei Graduiertenschulen und einem Exzellenzcluster in die Endrunde. Dies teilten die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat soeben mit. Das Zukunftskonzept steht unter dem Titel "Research ? Relevance ? Responsibility". In der Graduiertenschulen geht es unter dem Titel „Learning, Educational Achievement, and Life Course Development (LEAD)“ um Bildungsforschung und in der Graduiertenschule “Molecular and Developmental Cell Systems” um Zellbiologie. Das Exzellenzcluster „Tübingen Center for the Study of Language“ betreibt interdisziplinäre Sprachforschung.

    Universitätsrektor Professor Dr. Bernd Engler kommentierte das Abschneiden der Universität Tübingen: „Wir sind sehr erfreut über das Tübinger Ergebnis, denn wir haben nicht nur ein erstes Etappenziel erreicht. Von höchster Bedeutung für uns ist, dass wir die Chance erhalten, unser Zukunftskonzept als Vollantrag auszubauen. Damit werden unsere Vision einer auch angewandten Forschung mit besonderem Akzent auf Verantwortung und gesellschaftlicher Relevanz gewürdigt. Dieser auch atmosphärisch wichtige Erfolg wird uns Ansporn sein, uns mit allen Kräften jetzt auf die Endrunde zu konzentrieren, um uns auf der Zielgerade durchzusetzen. Wir sehen diese Vorentscheidung als Anerkennung unserer gewaltigen Anstrengungen in den letzten Jahren, das Profil der Universität Tübingen als internationale Forschungsuniversität weiter zu schärfen und sie mit der außeruniversitären Forschung und weltweit zu vernetzen. Wir sehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass unser Reformkurs in der wissenschaftlichen Welt wahrgenommen wird.“ Engler erklärte weiter, dass das Abschneiden der Universität um so höher zu bewerten sei, als der Wettbewerb in dieser zweiten Phase sich noch verschärft habe: Alle Universitäten – nicht nur Tübingen – hätten aus den Erfahrungen der ersten Runde gelernt.“

    „Auch wenn sich nicht alle unsere Vorhaben haben durchsetzen können, bleibt es bei unserer Strategie, dass diese Vorhaben auch ohne Förderung in der Exzellenzinitiative verwirklicht werden sollen“, so Engler weiter. „Unsere Ziele sind auf Nachhaltigkeit angelegt und werden in Teilen aus der Universität selbst heraus umgesetzt werden.“

    Die Gemeinsame Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats für die Exzellenzinitiative hat 25 Anträge für Graduiertenschulen (von insgesamt 98 Anträgen), 27 für Exzellenzcluster (von 107 Anträgen) und 7 für universitäre Zukunftskonzepte (von 22 Anträgen). Diese Projekte müssen bis zum 1. September 2011 ausführliche Förderanträge stellen und treten damit in den Wettbewerb mit den bereits geförderten 85 Einrichtungen der Exzellenzinitiative, über den im Juni 2012 endgültig entschieden wird. In diesem Wettbewerb wird auch das in der ersten Runde der Exzellenzinitiative erfolgreiche Exzellenzcluster der Universität CIN – Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften vertreten sein.

    Zusammenfassungen der Projekte

    "Research - Relevance - Responsibility"

    Die Neuprofilierung der Universität Tübingen weist durch die Stärkung ausgewiesener Forschungsschwerpunkte, die Ansiedlung neuer außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, die Verstärkung bestehender Kooperationen, die deutliche Verschlankung ihrer Leitungsstrukturen sowie die Einrichtung des Zentrums für Qualitätssicherung und der Tübinger Graduiertenakademie bereits beachtliche Erfolge auf. Diese Entwicklung soll durch das Zukunftskonzept signifikant beschleunigt werden. Unter dem Motto "Research ? Relevance ? Responsibility" sollen in einem Zentrum für Angewandte Wissenschaften insbesondere lebenswissenschaftliche Forschungsschwerpunkte durch anwendungsorientierte/translationale Komponenten ergänzt, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gestärkt, zusätzliche Karriereoptionen für Wissenschaftlerinnen eröffnet und die institutionelle internationale Vernetzung rascher vorangetrieben werden. Die Universität will die sich jetzt bietenden Chancen optimal nutzen, um zu den weltbesten Forschungsuniversitäten weiter aufzuschließen.

    Graduate School on Learning, Educational Achievement, and Life Course Development (LEAD)

    Moderne Informations- und Wissensgesellschaften stehen vor der Aufgabe, den Zugang zu hochwertigen Bildungseinrichtungen für alle Bürgerinnen und Bürger zu verbessern und die vorhandenen Kompetenzen auf breiter Basis zu erhöhen. Vielerorts besteht der Wunsch, einem evidenz-basierten Ansatz in der Bildungspolitik und Bildungssteuerung einen breiteren Raum zu geben, aber für die Umsetzung mangelt es an entsprechend gesichertem Wissen und an geschulten Experten. Die interdisziplinäre und international orientierte „Graduate School on Learning, Educational Achievement, and Life Course Development“ (LEAD) soll sieben Kernfragen empirischer Bildungsforschung bearbeiten: z.B. Wie können die Schulleistungen im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften verbessert werden? Wie können soziale Unterschiede beim Bildungserfolg reduziert werden? Diese Fragen sind für einen evidenz-basierten Ansatz in Bildungspolitik und Bildungssteuerung von hoher Wichtigkeit.
    Molecular and Developmental Cell Systems
    Durch Zusammenführung Tübinger Lehr- und Forschungskompetenzen auf dem Gebiet der Molekularen Zell- und Entwicklungsbiologie bietet die Graduiertenschule eine innovative, qualitativ hochwertige Graduiertenausbildung. Das strukturierte, interdisziplinäre Trainingsprogramm bietet umfassende Qualifizierungsmöglichkeiten. Die Betreuung von etwa 250 Graduierten mit zellbiologischer Forschungsrichtung ist vorgesehen. Neben ambitionierter fachlicher Ausbildung werden verschiedene Instrumente der weiteren Karriereförderung implementiert; hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Förderung von weiblichen Graduierten gerichtet. Neue pädagogische Konzepte der Graduiertenausbildung (z.B. Problem-orientiertes Lernen) werden entwickelt und eingesetzt. Partnerschaften mit weiteren europäischen Universitäten werden aufgebaut.
    Tübingen Center for the Study of Language
    Ziel des Exzellenzcluster Tübingen Center for the Study of Language ist es, ein innovatives Forschungsumfeld zur Erforschung der menschlichen Sprache zu etablieren. Das Cluster wird dabei neben linguistischen auch psychologische, biologische, informatische und kulturelle Forschungsansätze zur Struktur, Verarbeitung und Entwicklung von Sprache integrieren und somit die Grenze zwischen Geistes- und Naturwissenschaften überbrücken. Aufbauend auf der langen Tradition erfolgreicher sprachwissenschaftlicher Verbundforschung in Tübingen wird das Cluster eine neue Infrastruktur etablieren, die die Potentiale der philosophischen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Fakultäten bündelt und mit der Expertise der in Tübingen angesiedelten Max Planck Institute verbindet. Die so geschaffene  interdisziplinäre Forschungslandschaft erlaubt eine einzigartige Konzentration der Sprachforschung in den Geistes-, Kognitions- und Lebenswissenschaften und ermöglicht die Entwicklung von neuartigen Anwendungen im technischen wie auch im medizinischen und pädagogischen Bereich. 



    Universität Tübingen
    Hochschulkommunikation
    Leiterin Myriam Hönig

    Abteilung Presse, Forschungsberichterstattung, Information
    Michael Seifert
    Telefon +49 7071 29-76789
    Telefax +49 7071 29-5566
    http://michael.seifert[at]uni-tuebingen.de
    http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Gesellschaft, Medizin, Pädagogik / Bildung, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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