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19.04.2011 10:23

Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft: Eigenmächtiges Absetzen von ASS erhöht Schlaganfallrisiko

Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Berlin – Aspirin, genauer gesagt der Wirkstoff Acetylsalicylsäure oder ASS, gehört zu den am häufigsten eingesetzten Medikamenten. Ärzte verordnen es regelmäßig nach einem Herzinfarkt, einem Schlaganfall oder anderen Kreislauferkrankungen, die Folge einer Gefäßverkalkung sind. Setzen die Patienten das Medikament eigenmächtig ab, erhöht sich ihr Schlaganfallrisiko erheblich. Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft anlässlich einer aktuellen britischen Studie hin, die kürzlich im Fachmagazin Neurology erschienen ist.

    ASS hemmt die Verklumpung von Blutplättchen und verhindert so, dass sich Blutgerinnsel bilden. Diese können das Gefäß verschließen und einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. „Patienten, die ASS eigenmächtig absetzen, verlieren diesen Schutz“, erklärt Professor Dr. med. Joachim Röther, Erster Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt der Neurologischen Klinik an der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona.

    Welche Folgen das Unterlassen der ASS-Einnahme haben kann, zeigt eine aktuelle Auswertung von Krankenakten aus Großbritannien. Etwa 14 Prozent aller Patienten im Alter von über 50 Jahren hatten ihre Medikamente abgesetzt – meist aus eigenem Antrieb und ohne Rücksprache mit dem Arzt. „Das Risiko, einen ischämischen Schlaganfall oder die Vorstufe TIA – eine sogenannte transitorische ischämische Attacke – zu erleiden, erhöhte sich dadurch um 46 Prozent“, berichtet DSG-Vorstandsmitglied Professor Dr. med. Martin Grond, Chefarzt am Kreisklinikum Siegen. Beim ischämischen Schlaganfall sterben infolge eines Gefäßverschlusses Hirnzellen ab. Dies kann unter anderem zu Sprachstörungen oder Lähmungen führen. Bei einer TIA erholen sich die Patienten innerhalb von 24 Stunden wieder.

    „Es ist eindringlich davor zu warnen, ASS ohne Rücksprache mit dem Arzt einfach nicht mehr einzunehmen”, betont Röther. Manchmal könne ein zeitweiliger Verzicht auf das Medikament jedoch notwendig werden – zum Beispiel vor größeren Operationen. Hierbei handele es sich dann um eine ärztliche Entscheidung, bei der Nutzen und Risiko sorgfältig gegeneinander abgewogen werden müssen, so der Experte.

    Quelle:
    García Rodríguez LA, Cea Soriano L, Hill C, Johansson S. Increased risk of stroke after discontinuation of acetylsalicylic acid: A UK primary care study. Neurology 2011; 76: 740-6

    Kontakt für Journalisten:
    Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft
    Pressestelle
    Silke Stark
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931-572
    Fax: 0711 8931-167
    E-Mail: stark@medizinkommunikation.org
    Internet: http://www.dsg-info.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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