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27.04.2011 09:55

Universität Tübingen wird Partnerstandort bei zwei weiteren Zentren der Gesundheitsforschung

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Ausbau von Infektiologie und Onkologie für bundesweite Vernetzung

    In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgeschriebenen Wettbewerb für Partnerstandorte der Gesundheitszentren der Helmholtz-Gemeinschaft haben sich zwei weitere Anträge von Universität und Universitätsklinikum Tübingen erfolgreich durchgesetzt: Infektiologie und Onkologie treten neben die bereits 2009 als Partnerstandort bewilligten Bereiche Diabetesforschung und Neurodegenerative Erkrankungen.

    „Dieser Erfolg nach einer sehr kompetitiven Begutachtung durch ein international besetztes Gutachtergremium wird das Profil der sehr erfolgreichen Tübinger Lebenswissenschaften weiter schärfen und die internationale Sichtbarkeit des Standortes Tübingen deutlich steigern“, kommentierte Universitätsrektor Bernd Engler das Ergebnis des Wettbewerbs.

    Ziel der neuen Gesundheitszentren zu Volkskrankheiten ist es, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung rasch in klinische Anwendungen zu überführen. Dadurch sollen Früherkennung und Vorbeugung von Krankheiten entscheidend verbessert sowie gezielte Therapieformen entwickelt werden. Dies soll insbesondere durch die Zusammenarbeit universitärer Forschung mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen erreicht werden.

    Im neuen Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) ist Tübingen, neben sechs weiteren Standorten und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, mit dem neuen Comprehensive Infectious Disease Research Center (CIDRE) vertreten. An diesem übergreifenden Zentrum zur Erforschung von Infektionskrankheiten sind Arbeitsgruppen der Universität Tübingen, des Universitätsklinikums Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie in Tübingen beteiligt. Mitwirken werden die Bereiche Immunologie, Mikrobiologie und Infektionsmedizin, medizinische Virologie, Kinderheilkunde, Tropenmedizin, Dermatologie, Klinische Pharmakologie, Pathologie, Biochemie, Pharmazeutische Biologie sowie Bioinformatik. Die Forscher haben sich zusammengeschlossen, um Forschungsergebnisse schneller in die klinische Anwendung umsetzen zu können und somit Patienten durch die Entwicklung neuer diagnostischer Methoden, Therapien und Präventionsmaßnahmen effektiver helfen zu können. „Die Universität Tübingen wird zur Verstärkung der translationalen Infektionsforschung ein in Deutschland einzigartiges Zentrum für Infektionsforschung (CIDRE) einrichten und eine Professur für Klinische Infektiologie in der Medizinischen Klinik neu schaffen", sagt Prof. Dr. Ingo Autenrieth, der Koordinator des Zentrums. Forschungsschwerpunkte, an denen die Tübinger Forscher im DZIF hauptsächlich beteiligt sein werden, sind Infektionen durch Staphylokokken, die vor allem durch das immer häufigere Auftreten von Antibiotikaresistenzen ein Problem darstellen, Infektionen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes, Malaria, chronische virale Infektionen und die Entwicklung neuer Wirkstoffe und Präventionsmaßnahmen und Impfungen gegen Infektionskrankheiten.

    Im Deutschen Konsortium für translationale Krebsforschung (DKTK) wird sich die Universität Tübingen unter Federführung des Südwestdeutschen Tumorzentrums Tübingen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und sechs weiteren universitären Standorten vernetzen. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, wichtige Fragestellungen der modernen Onkologie gemeinsam zu bearbeiten und Forschungsergebnisse rasch aus dem Labor in den klinischen Alltag zu überführen. "Tübingen wird sich hierbei besonders durch vielversprechende innovative klinische Studien in der Immuntherapie von Krebserkrankungen beteiligen", erläutert Prof. Klaus Schulze-Osthoff, Tübinger Koordinator des neuen Zentrums. Das neue GMP (Good Manufacturing Practice)-Zentrum des Universitätsklinikums bietet hierfür ideale Voraussetzungen und erlaubt erstmalig die Produktion patientenindividueller Impfstoffe und Antikörper für klinische Studien in der Krebstherapie. Weitere Schwerpunkte der translationalen Krebsforschung bestehen auf den Gebieten Signalwege der Krebsentstehung, Molekulare Diagnostik, Stammzellen und Krebs, Bildgebung und Strahlentherapie, Therapieresistenz sowie Krebsvorbeugung und Früherkennung. Beteiligt sind die Bereiche Immunologie, Biochemie, Onkologie, Chirurgie, Kinderheilkunde, Frauenheilkunde, Radiologie und Radioonkologie, Urologie, Pathologie, medizinische Genetik, Klinische Pharmakologie sowie Zellbiologie.

    Die wissenschaftlichen Gesamtkonzepte der ausgewählten Partnerstandorte wurden in den vergangenen Monaten durch international besetzte Expertengremien begutachtet. Bewertet wurden unter anderem die langfristige Vision und das geplante Leitbild des jeweiligen Zentrums, die wissenschaftliche Exzellenz des Konzepts, der Innovationsgehalt der gemeinsamen Forschungsaktivitäten, die Integration von Grundlagen- und klinischer Forschung sowie die Management-Strukturen.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


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