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01.05.2011 11:40

Depressionen: Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes

Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Eine Depression bringt nicht nur die Psyche aus dem Gleichgewicht – oft wird sie auch für den Körper zur Bedrohung. Denn depressive Menschen tragen ein erhöhtes Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. Wie Depressionen sich auf die Gesundheit von Herz und Stoffwechsel auswirken, erläutern Mediziner auf einer Pressekonferenz am 30. April 2011 im Rahmen des 117. Internistenkongresses in Wiesbaden.

    Schätzungsweise vier Millionen Menschen in Deutschland sind von einer Depression betroffen. Gut zehn Millionen Menschen haben bis zu ihrem 65. Lebensjahr eine Depression erlitten. „Mehrere Studien belegen, dass Depressionen mit einem erhöhten Risiko für Ersterkrankungen an Diabetes mellitus Typ II und koronarer Herzkrankheit einhergehen“, sagt Professor Dr. med. Michael Deuschle vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim. „Allerdings ist der exakte pathophysiologische Mechanismus – also wie genau die psychische Erkrankung die körperliche Krankheit verursacht – bislang nicht vollständig geklärt."

    Zum einen tragen typische Verhaltensweisen depressiver Patienten zur Entstehung von Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen bei: In Folge einer Depression nimmt die körperliche Aktivität ab, Betroffene achten meist weniger auf eine gesunde Ernährung oder greifen sogar zu Suchtmitteln wie Zigaretten und Alkohol. Zudem setzt eine Depression Stress regulierende Systeme des Körpers in Gang. „Wir haben Hinweise darauf, dass diese Aktivierung unter anderem zu einer Insulinresistenz beiträgt, die eine der wesentlichen Ursachen des Diabetes Typ II ist“, so Deuschle im Vorfeld des Internistenkongresses in Wiesbaden.

    Experten vermuten außerdem, dass die körpereigenen Stresssysteme die Variabilität der Herzfrequenz beeinflussen. Das Herz kann sich dadurch schlechter an Phasen der Ruhe und Phasen der Belastung anpassen. Zudem steigert der Stress die Aktivität der Blutgerinnung. „Diese beiden Folgeerscheinungen erhöhen das Risiko, kardiovaskulär zu erkranken und sogar einen Herzinfarkt zu erleiden“ sagt Professor Deuschle. Bei der Behandlung von Herzpatienten sei es deshalb wichtig, immer auch eine depressive Erkrankung in Erwägung zu ziehen, um einen Patienten gezielt behandeln zu können, so der Mediziner.

    Wie depressive Erkrankungen das Herz-Kreislauf- und Stoffwechselsystem des Körpers beeinflussen und wie depressive Herzpatienten richtig behandelt werden können, erläutert Professor Deuschle auf der Eröffnungs-Pressekonferenz im Rahmen des 117. Internistenkongresses in Wiesbaden.

    Terminhinweis:

    Eröffnungs-Pressekonferenz der DGIM
    Termin: Samstag, 30. April 2011, 12.00 bis 13.00 Uhr
    Ort: Rhein-Main Hallen Wiesbaden, Saal 12 D

    Eines der Themen:
    Depressionen: Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen und Mortalität
    Referent: Professor (apl.) Dr. med. Michael Deuschle, Mannheim

    Pressekontakt für Rückfragen:
    DGIM Pressestelle
    Anna Julia Voormann
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Telefon: 0711 8931-552
    Fax: 0711 8931-167
    voormann@medizinkommunikation.org


    Weitere Informationen:

    http://www.dgim2011.de
    http://www.dgim.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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