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13.05.2011 12:43

Freier Zugang zu Naturwissenschaften und Medizin

Alexander Schlaak Referat II/2, Kommunikation
Universität Regensburg

    Universität Regensburg setzt ihre “Open Access Policy” konsequent fort.

    Die Veröffentlichung eines wissenschaftlichen Artikels ist für einen Forscher mitunter sehr teuer; auch dann, wenn die Publikation „nur“ im Internet und damit potentiell jedem und weltweit zur Verfügung stehen soll. Denn dabei können auf Wissenschaftler, die ihre eigene Arbeit veröffentlichen wollen, durchaus Kosten von mehreren Tausend Euro zukommen. So wird die sogenannte Open-Access-Bewegung zur Förderung des freien Zugangs zu Wissen und Forschung weiterhin erheblich durch die anfallenden Kosten behindert, zum Beispiel durch den Preis für einen lizenzierten Zugang zu einem Online-Journal.

    In diesem Zusammenhang setzt die Universität Regensburg nun ihre eigene „Open Access Policy“ konsequent fort. Die Universitätsbibliothek Regensburg hat vor wenigen Tagen eine Mitgliedschaft beim Verlag „BioMed Central“ abgeschlossen. Damit übernimmt die Universitätsbibliothek für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Gebühren, die bei einer Veröffentlichung in Open-Access-Journalen bzw. -zeitschriften von BioMed Central, SpringerOpen und Chemistry Central anfallen. Den Regensburger Forschern wird so die kostenfreie Veröffentlichung für Publikationen in weit über 200 wissenschaftlichen Online-Fachzeitschriften ermöglicht. Finanziert wird die Mitgliedschaft bei BioMed Central durch den neuen Publikationsfond der Universität, der auch durch Mittel des Förderprogramms „Open Access Publizieren“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wird.

    Das Zeitschriftenangebot von BioMed Central umfasst eine ganze Reihe namhafter und wissenschaftlich begutachteter Journale, wobei der Schwerpunkt auf der Medizin und den Naturwissenschaftlichen liegt. Dabei bietet die Veröffentlichung in einer Zeitschrift von BioMed Central zahlreiche Vorteile. So kann das sogenannte Peer-Review-Verfahren – die Bewertung der eingereichten Beiträge durch wissenschaftliche Gutachter – jetzt online erfolgen, was einen reduzierten Zeitaufwand bedeutet. Der Artikel wird dann sofort veröffentlicht, sobald er angenommen ist. Zudem ist der Artikel gleich im Anschluss kostenfrei und ohne Zugangsbeschränkungen online abrufbar. Was aber – im Vergleich zu Veröffentlichungen in Papierform – besonders wichtig ist: Der Autor behält seine Rechte und kann die Forschungsergebnisse auf weiteren Seiten im Internet (z. B. auf der eigenen Homepage) veröffentlichen und in der Lehre weiter verwenden.

    Die Zeitschriften und Journale von „BioMed Central“ haben international einen sehr hohen Stellenwert. Der Umstand, dass die Datenbank „PubMed“ und weitere Fachdatenbanken sowie der Publikationsserver der Regensburger Universitätsbibliothek die Artikel sofort aufnehmen, trägt zudem zur wissenschaftlichen Verbreitung bei. Die neue Mitgliedschaft der Universitätsbibliothek fördert demnach nachhaltig die Transparenz und Sichtbarkeit der Forschung an der Universität Regensburg.

    Zum Hintergrund:
    Unter Open Access versteht man den freien Zugang zu Literatur und anderen Materialien im Internet. Ein Buch, einen Aufsatz oder ein anderes Dokument unter Open-Access-Bedingungen zu veröffentlichen bedeutet, dass jedermann die Genehmigung bzw. die Erlaubnis hat, das betreffende Dokument zu lesen, herunterzuladen, zu speichern, zu verlinken, zu drucken und damit kostenfrei zu nutzen. Open-Access-Veröffentlichungen erreichen so einen hohen Grad an allgemeiner Zugänglichkeit und Verfügbarkeit. Mit einem Konzept für eine eigene „Open Access Policy“ fördert die Universität Regensburg den unbeschränkten und dauerhaften Zugang zu wissenschaftlicher Fachinformation und Literatur. Durch einen Beschluss der Universitätsleitung vom Januar 2011 folgte Regensburg damit als eine der ersten Universitäten in Deutschland der „Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“, die am 22. Oktober 2003 von deutschen und internationalen Forschungsorganisationen unterzeichnet wurde. Die Berliner Erklärung gilt als wichtiger Meilenstein der Open-Access-Bewegung.

    Weitere Informationen zur „Open Access Policy“ der Universität unter:
    http://oa.uni-regensburg.de

    Ansprechpartner für Medienvertreter:
    Dr. Gernot Deinzer
    Universität Regensburg
    Universitätsbibliothek
    Open Access Beauftragter
    Tel.: 0941 943-2759
    Gernot.Deinzer@bibliothek.uni-regensburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie, Mathematik, Medizin, Physik / Astronomie
    regional
    Forschungs- / Wissenstransfer, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


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