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26.05.2011 12:30

Im neuen DocLab Wiederbelebungsmaßnahmen üben oder Arme eingipsen

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Interdisziplinäres Ausbildungszentrum für praktische ärztliche Fertigkeiten an der Universität Tübingen wird eröffnet

    Ab sofort können Studierende der Medizin der Universität Tübingen in einem Ausbildungszentrum praktische ärztliche Fertigkeiten lernen: Am Freitag, dem 27. Mai, wird das neugegründete DocLab der Universität Tübingen eröffnet. Der gemeinsam vom Universitätsklinikum Tübingen und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg finanzierte Neubau des DocLabs umfasst etwa 700 m² Lehr-, Praxis- und Seminarräume. Darin können Medizinstudenten gezielt manuelle und kommunikative Fertigkeiten trainieren. Die Ausstattung wurde aus Studiengebühren der Studierenden mitfinanziert. Mit der Eröffnung des DocLab-Ausbildungszentrums setzt die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen einen Meilenstein in einem über Jahre aufgebauten innovativen und zukunftsorientierten Ausbildungskonzept.

    Die moderne Medizin stellt die Ärzte auch als Lehrer und Ausbilder vor eine große Herausforderung. In immer kürzer werdenden Zeitintervallen müssen Patienten mit zunehmender Krankheitsschwere behandelt werden. Dabei wird es zusehends schwieriger, Berufsanfängern notwendige manuelle sowie kommunikative Fertigkeiten sicher zu vermitteln. Das bisherige Ausbildungskonzept in Form von Famulaturen und Wochenpraktika ist für werdende Ärzte nachgewiesenermaßen nur bedingt effektiv. Oft haben die Stations- und Oberärzte nicht mehr die Zeit, die jungen Kollegen gezielt anzuleiten. Das "Lernen am Patienten" ist darüber hinaus nicht immer im Sinne eines zeitgemäßen Anspruchs an die Patientensicherheit. Die Tübinger Medizinstudenten trainieren im DocLab über 150 ärztliche Fertigkeiten, von der Kommunikation schwerwiegender Diagnosen über die korrekte Anlage eines zentralen Venenkatheters bis hin zum Eingipsen von Armen. Dabei kommen neben speziell geschulten Schauspielern, welche Patienten mimen, verschiedenste Simulatoren und Phantome zum Einsatz. In einer geschützten Lernumgebung können sich die Studierenden außerhalb des stressigen Stationsalltags mit diversen manuellen und kommunikativen Techniken auseinandersetzen.

    Die große Mehrzahl der angebotenen Trainingskurse wird von den Studierenden der Medizinischen Fakultät verpflichtend im Rahmen ihrer regulären Ausbildung absolviert. Zusätzlich wurde ein Mentorensystem für Studierende fortgeschrittener Semester entwickelt, in dem sie sowohl fachlich als auch didaktisch gezielt für ihren Einsatz als Tutor für jüngere Kommilitonen ausgebildet werden. Dieses innovative und einmalige Tutorensystem wurde in den letzten fünf Jahren in kontinuierlicher Zusammenarbeit zwischen dem Kompetenzzentrum Medizindidaktik Baden-Württemberg an der Universität Tübingen sowie dem ärztlichen Leitungsteam des DocLab entwickelt. Das Tutorenmodell hat auch über Tübingen hinaus für große Beachtung gesorgt. Durch eine enge Kooperation mit dem Lehrbereich Allgemeinmedizin wird das Tübinger Medizinstudium zudem auch gezielt auf hausärztliche Aspekte sowie die Breitenversorgung im Gesundheitswesen ausgerichtet.

    Durch die Bündelung der Kräfte von 19 verschiedenen Fachbereichen der Universitätsklinik Tübingen entstehen wichtige ökonomische und administrative Synergie-Effekte. Das Studiendekanat der Medizinischen Fakultät stellt zusätzlich eine zentrale Verwaltung für die studentischen Mentoren bereit, um die Dozenten der verschiedenen Fachbereiche zu entlasten. Neben den Medizinstudenten werden auch die Schüler der Krankenpflegeschule des Universitätsklinikums im DocLab ihre ersten praktischen Erfahrungen sammeln.

    Bereits jetzt kooperiert das DocLab mit Partnern aus der freien Wirtschaft, um durch prospektive Studien die Patientensicherheit zu verbessern. Eine enge Vernetzung zwischen Industrie und Universität ist unabdingbare Voraussetzung für die Weiterentwicklung beider Bereiche. Das DocLab wird hierfür eine zuverlässige und nachhaltige Plattform bereitstellen. Seminare für ambulante Pflegedienste, Auffrischungskurse für ärztliche oder pflegerische Berufswiedereinsteiger oder Workshops für Spezialdisziplinen sind weitere vielversprechende Perspektiven des DocLab.

    Bereits bei der Eröffnung am 27. Mai im Lehr- und Lerngebäude des Kompetenzzentrums Medizindidaktik Baden-Württemberg, Elfriede-Aulhorn-Str. 10, Gebäude 650, können Interessierte von 14 bis 16 Uhr in verschiedenen Workshops unter anderem eine Blutabnahme am Simulator üben, ein Patientengespräch mit einem Schauspieler durchführen, Ultraschall- und Endoskopiegeräte selber ausprobieren oder einen Arm eingipsen. Die offizielle Eröffnungsfeier beginnt um 16 Uhr.

    Weitere Informationen unter: http://www.doc-lab.de

    Kontakt:
    PD Dr Peter Weyrich
    Universität Tübingen • Medizinische Fakultät
    DocLab
    Elfriede-Aulhorn-Str. 10 • 72076 Tübingen
    Telefon: +49 7071 • 29-82711
    Telefax: +49 7071 • 29-4019
    http://peter.weyrich[at]med.uni-tuebingen.de

    Das Bildmaterial zum DocLab schicken wir auf Anforderung gerne zu:
    07071-29-77851 oder 29-76789
    http://christoph.koehler[at]uni-tuebingen.de; http://michael.seifert[at]uni-tuebingen.de

    Universität Tübingen
    Hochschulkommunikation
    Leiterin Myriam Hönig

    Abteilung Presse, Forschungsberichterstattung, Information
    Michael Seifert
    Telefon +49 7071 29-76789
    Telefax +49 7071 29-5566
    http://michael.seifert[at]uni-tuebingen.de
    http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Organisatorisches, Studium und Lehre
    Deutsch


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