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30.05.2011 10:36

Zellfusion – Bisher unbekannte Mechanismen könnten ein weiterer Schlüssel im Krebsgeschehen sein

Kay Gropp Pressestelle
Universität Witten/Herdecke

    Neue Buchserie der Wittener Biowissenschaftler/ Mediziner Dittmar und Zänker bietet Überblick zum Stand der Forschung von internationalen Fachleuten

    Wie genau zwei Zellen zu einer neuen, so genannten Hybridzelle, verschmelzen, ist bisher nur in Ansätzen erforscht. Der Vorgang ist im gesunden Körper alltäglich: Die Befruchtung von Ei und Samenzelle, die Wundheilung, die Muskel- und Knochenbildung, der Aufbau einer Plazenta im Mutterleib – alles Ergebnisse aus Zellvereinigungen. Doch auch bei Krankheitsgeschehen wirkt die Zellfusion: „So fusionieren bestimmte Viren mit der Zellmembran der Wirtszellen, um in diese eindringen zu können. Auch im Krebsgeschehen spielt die Zellfusion eine große Rolle. Wenn sich eine Tumorzelle an eine andere Zelle andockt, können diese miteinander fusionieren. Die dabei entstehende Hybridzelle hat neue und nicht vorhersagbare Eigenschaften“, erklärt Prof. Dr. Thomas Dittmar, einer der beiden Autoren. Ein Problem der Forschung und Therapie ist, dass jede Tumorzelle ein Unikat sein kann. So sei auch zu verstehen, warum alle bei einer Verschmelzung entstehenden Hybridzellen unvorhersagbar in ihren Eigenschaften werden. „Problematisch sind jene fusionierten Zellen, die andere, neue Eigenschaften aufweisen, die sie von den Elternzellen deutlich unterscheiden und die das Krebsgeschehen beschleunigen können, wie z.B. durch eine erhöhte Bildung von Metastasen oder eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Zytostatika“, so die Wittener Forscher.

    Dass die Zellfusion somit ein weiterer Schlüssel im Krebsgeschehen ist, davon sind die Wittener Forscher überzeugt. „Wenn wir wissen, welche Moleküle an so einer Fusion beteiligt sind, dann können wir zumindest hoffen, dass wir in den Prozess molekular eingreifen und das Krebsgeschehen positiv beeinflussen können“, macht Dittmar den Sinn der Forschung um das bisher eher vernachlässigte Gebiet klar. Denn, obgleich die Zellfusion ein bekanntes biologisches Phänomen ist, „ist gerade bei höheren Organismen, wie uns Menschen, noch recht wenig über diese Mechanismen bekannt, z.B. wie sie im Detail ablaufen und welche Moleküle daran beteiligt sind“, beschreibt Dittmar die Forschungslage.

    Diese Neugier und der Versuch des Erkenntnisgewinns veranlasste die Wittener Forscher dazu, diese Buchserie gemeinsam mit dem Springer Verlag und international ausgewiesenen Experten auf den Weg zu bringen.

    Das wissenschaftliche Buch „Cell Fusion in Health and Disease“, Dittmar, Thomas; Zänker, Kurt S. (Eds.) ist in zwei Bänden in der Serie „Advances in Experimental Medicine and Biology“ (Vol 713 und Vol 714) im Springer Verlag erschienen.

    Band 1: ISBN 978-94-007-0762-7, Band 2: 978-94-007-0781-8

    Weitere Informationen bei Prof. Dr. Thomas Dittmar, 02302 / 926-165, Thomas.Dittmar@uni-wh.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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