idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
30.05.2011 16:37

46. DDG-Jahrestagung: Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Krebs im Fokus der Forschung

Julia Hommrich Pressestelle
Deutsche Diabetes Gesellschaft

    Leipzig – Menschen mit Diabetes Typ 2 haben ein erhöhtes Krebsrisiko. Dass Übergewicht, insbesondere Bauchfett, das Risiko sowohl für Diabetes Typ 2 als auch für Krebs steigert, ist erwiesen. Die genauen Zusammenhänge zwischen der Stoffwechselerkrankung und Krebs sind jedoch bislang unklar. Über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung diskutieren Experten auf der diesjährigen Tagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Die 46. Jahrestagung der DDG findet vom 1. bis 4. Juni 2011 im Congress Centrum Leipzig statt.

    Menschen mit Diabetes Typ 2 haben ein erhöhtes Risiko an Darm-, Leber-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren-, Brust- und Gebärmutterkrebs zu erkranken. Schon vor der klinischen Manifestation des Diabetes mellitus ist ihr Krebsrisiko gegenüber dem der Normalbevölkerung um das 1,7 fache erhöht, so das Ergebnis der „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“-Studie (EPIC). Einige Wissenschaftler vermuten, dass der über Jahre hinweg erhöhte Insulinspiegel – hervorgerufen durch die Insulinresistenz – für das erhöhte Krebsrisiko verantwortlich ist. Hohe Insulinspiegel können den Rezeptor für den sogenannten „Insulin-like growth factor“ (IGF) aktivieren, der wiederum die Zellteilung im Gewebe anregt und so das Tumorwachstum fördern könnte. Doch bewiesen ist das nicht. Einige Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen IGF und Krebs – andere nicht.

    Ebenso unzureichend ist aus wissenschaftlicher Sicht die Datenlage zum Thema Insulintherapie und Krebsrisiko. Zwar hatte eine Daten-Analyse von etwa 130 000 Patienten in Deutschland 2009 einen Zusammenhang zwischen der Anwendung des Insulinanalogons Glargin und der Entstehung von Krebs gefunden. Das Ergebnis des Wissenschaftlichen Instituts der AOK und des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen wurde jedoch in anderen großen Untersuchungen nicht bestätigt. „Es gibt derzeit keinen verlässlichen Hinweis, dass Insulin oder ein Insulinanalogon die Krebshäufigkeit erhöhen“, so Professor Dr. Dr. Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam – Rehbrücke (DIfE).

    Ein Zusammenhang zwischen Diabetes, Adipositas und Krebs ist indes unumstritten: Übergewichtige Menschen mit großem Bauchumfang, so zeigen zahlreiche Studien, haben sowohl ein erhöhtes Diabetes- als auch ein erhöhtes Krebsrisiko. Wer Pfunde verliert, kann – auch als Diabetiker – die Krebsgefahr senken. „Die Gewichtskontrolle sollte immer Bestandteil der Diabetes-Therapie sein“, fordert deshalb Hans-Georg Joost. Dabei gehe es vor allem darum, dass gefährliche Bauchfett zu reduzieren. Sowohl eine gesunde Ernährung als auch regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen.

    Terminhinweise:

    Symposium:
    Insulintherapie des Typ-2-Diabetes
    Donnerstag, 2. Juni 2011, von 13.00 bis 14.30 Uhr
    Vortragssaal 2.1 „Paul Langerhans“ im Congress Center Leipzig (CCL)
    Messe-Allee 1, 04356 Leipzig

    Kongress-Pressekonferenz
    Termin: Freitag, den 03. Juni 2011 von 12.30 bis 13.30 Uhr
    Ort: Saal 10, Ebene +2, Congress Center Leipzig (CCL), Messe-Allee 1 (Eingang Glashalle), 04356 Leipzig

    Kontakt für Journalisten/Akkreditierung zur 46. DDG-Tagung:
    Pressestelle 46. DDG-Jahrestagung
    Julia Hommrich
    Pf 30 11 20, 70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931 423, Fax: 0711 8931 167
    Hommrich@medizinkommunikation.org
    http://www.ddg2011.de


    Anhang
    attachment icon Programm der Pressekonferenz 3. Juni 2011_DDG Tagung

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Pressetermine, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).