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06.06.2011 11:05

Alf Giese neuer Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz

Dipl.-Betriebswirtin (FH) Caroline Bahnemann Stabsstelle Kommunikation und Presse
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Renommierter Neurochirurg nach Mainz berufen

    Seit 15. April 2011 ist Univ.-Prof. Dr. Alf Giese Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz und Inhaber des Lehrstuhls für Neurochirurgie. Der 45jährige Mediziner wird in der Patientenversorgung den Schwerpunkt auf die Weiterentwicklung hochmoderener Operationsmöglichkeiten legen. Im Fokus seiner Forschungsarbeiten steht insbesondere die Biologie von Hirntumoren.

    „Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, mit Prof. Giese einen hervorragend ausgewiesenen Neurochirurgen nach Mainz zu holen. Ich bin sicher, dass er die Mainzer Neurochirurgie, die seit langem renommiert und international bekannt ist, erfolgreich weiterentwickeln wird“, betont Univ.-Prof. Dr. Guido Adler, Medizinischer Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Mainz. „Im Bereich der Forschung wird Prof. Giese den im letzten Jahr etablierten Forschungsschwerpunkt Translationale Neurowissenschaften nachhaltig stärken.“

    Prof. Dr. Giese steht für neue Behandlungsstrategien bei Hirntumoren und die Entwicklung innovativer medizintechnischer Verfahren im Bereich der Computer-assistierten Operationsverfahren, der Navigation und der intraoperativen Bildgebung. Dies betrifft den gesamten Bereich der neurochirurgischen spinalen und kranialen Behandlungsverfahren, wie beispielsweise die Entfernung komplexer Hirntumore in Beziehung zu funktionellen Hirnzentren, die Versorgung von Gefäßprozessen des Gehirns, so wie die Einbringung von Implantaten im Bereich der gesamten Wirbelsäule über minimal-invasive Zugänge.

    Zu den klinischen Qualifikationen von Prof. Giese zählen neben einer neuro-intensivmedizinischen Ausbildung umfangreiche Erfahrungen mit intraoperativen elektrophysiologischen Verfahren zum Schutz von komplexen Hirn- und Nervenfunktionen. Sein spezielles Interesse gilt den Wachkraniotomien – also neurochirurgischen Eingriffen, bei denen der Patient im wachen Zustand behandelt wird und deshalb Sprache und höhere Hirnleistung während der Operation getestet und vor Schädigung geschützt werden können – einschließlich der Monitoringverfahren komplexer neurologischer Funktionen. Neben diesen klinischen Forschungsprojekten war über die gesamte berufliche Tätigkeit die Erforschung der Biologie der Hirntumore ein wichtiger Aspekt der Arbeitsgruppe von Prof. Giese. Im Labor für Translationale Neuroonkologie der Neurochirurgischen Klinik werden Strahlen- und Chemoresistenzmechanismen von Hirntumorstammzellen untersucht, die heute als Ursache des Therapieversagens vermutet werden. Innerhalb des neurowissenschaftlichen Schwerpunkts der Universitätsmedizin Mainz wird sich die Arbeitsgruppe von Prof. Giese mit dem Fokus der Analyse zellulärer und molekularer Mechanismen der Therapieresistenz von Hirntumoren einbringen und dies in klinische Strategien und Studien umsetzen.

    „An eine lange Tradition der Neurochirurgischen Klinik in Mainz anknüpfend werden wir im Bereich der Patientenversorgung den Schwerpunkt auf den Aufbau und die Weiterentwicklung hochtechnisierter Operationsräume mit integrierter intraoperativer Bildgebung, optischer- und sensorbasierter Hirngewebeanalyse und auch der Hirnfunktionsanalyse legen“, erläutert Prof. Giese. „Deren Ziel ist es die Resektion von Hirntumoren möglichst vollständig zu ermöglichen – bei gleichzeitigem Schutz der Hirnfunktionen.“ Ein weiterer Fokus ist die Übertragung von in der Hirnchirurgie bereits etablierten Verfahren und Technologien in den Bereich der Wirbelsäulenchirurgie. „Auf Grund der technischen Ausstattung in Mainz“, so Prof. Giese „bietet sich eine einzigartige Gelegenheit verschiedene Navigationsverfahren, 3D-Operationsplanung und Simulation, sowie Roboter-assistierte Verfahren für eine zukünftige minimal-invasive Wirbelsäulenchirurgie zu entwickeln.“

    Zur Person
    Univ.-Prof. Dr. Alf Giese wurde 1965 in Hamburg geboren. Seine medizinische Karriere begann er 1985 mit dem Studium der Humanmedizin an der Universität Hamburg als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Nach Abschluss seines Studiums und der Promotion war Alf Giese als Postdoctoral Research Fellow von 1992 bis 1995 gefördert durch ein DFG Stipendium am Barrow Neurological Institute, Phoenix (USA) in der experimentellen Neuroonkologie tätig. 1995 erhielt er den Forschungspreis der European Association of Neurological Surgeons. Im Anschluss begann er seine klinische Ausbildung als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Neurochirurgie der Universität Hamburg, etablierte seine experimentelle Arbeitsgruppe und erlangte 2002 den Facharzt für Neurochirurgie.

    2002 wechselte Giese als Oberarzt der Neurochirurgie an das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, und übernahm neben der klinischen Tätigkeit die Leitung des Labors für experimentelle Neuroonkologie. 2003 habilitierte er sich im Fach Neurochirurgie. 2006 wechselte er als Leitender Oberarzt und Stellvertretender Direktor der Neurochirurgischen Klinik und Poliklinik an die Universitätsmedizin Göttingen und gründete dort das Labor für Translationale Neuroonkologie. Im Oktober 2006 erhielt er den Ruf auf die W2 Professur der Klinik. Im April 2011 folgte er einem Ruf an die Universitätsmedizin Mainz.

    Pressekontakt
    Dr. Renée Dillinger-Reiter, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
    Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de

    Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
    Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 50 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung – die Apotheke und die Transfusionszentrale – gehören dazu. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter www.klinik.uni-mainz.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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