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29.06.2011 22:22

Die Folgen des demographischen Wandels: Tatsachen, Vermutungen und Fiktionen

Dr. Kerstin Wagner (komm.) Forschungskoordinator
Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut e.V. (FLI)

    Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, international hoch anerkannter Sozialwissenschaftler und Wissenschaftsmanager, hält am 1. Juli 2011 um 13 Uhr in der "Science & Society"-Vortragsreihe des Leibniz-Instituts für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena einen öffentlichen Vortrag zu den Folgen des demographischen Wandels. Welche Auswirkungen hat die veränderte Altersstruktur auf unsere Gesellschaft? Welche Prognosen lassen sich daraus für die Zukunft ableiten, wenn Durchschnittsalter und Lebenserwartung noch weiter ansteigen werden? [Hörsaal Beutenberg, Beutenbergstrasse 11, 2. Etage]

    Am 1. Juli 2011 um 13.00 Uhr hält Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz und Stanley B. Resor Emeritus Professor of Sociology der Yale University, im Hörsaal Beutenberg (Beutenbergstrasse 11, 2. Etage) einen Vortrag über die Folgen des demographischen Wandels. Warum ist in den modernen Ländern das Gleichgewicht der Generationen gestört: gibt es weit mehr Senioren, während die Zahl der Kinder weiter schrumpft? Was sind die Auswirkungen der stetig wachsenden Lebenserwartung und welche Prognosen lassen sich daraus für unsere Zukunft ableiten? Prof. Mayer ist Gast des Leibniz-Instituts für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena, das sich seit 2004 der biomedizinischen Altersforschung widmet. Neben molekularen Mechanismen von Alterungsprozessen werden hier auch altersbedingte Krankheiten untersucht.

    Der demographische Wandel veranschaulicht aktuelle Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung, d.h. wie sich die Zusammensetzung der Altersstruktur verändert. In den vergangenen Jahren hat sich in den Industrieländern – bedingt durch eine höhere Lebenserwartung der Bevölkerung bei gleichzeitig rückläufiger Geburtenrate - der Anteil älterer Menschen gegenüber dem Anteil Jüngerer immer mehr vergrößert. Diese so genannte "Überalterung" bzw. "Unterjüngung" stellt nicht nur die Wirtschaft und Politik vor neue Aufgaben, auch die Gesundheitsforschung, das Gesundheitswesen und die Altenpflege müssen reagieren, um sich auf den Anstieg pflegebedürftiger Menschen und sinkende Zahlen für deren Pflege einzustellen.

    Die Chancen, gesund alt zu werden, sind heute besser denn je. Vor allem aufgrund der rasanten Fortschritte in der Medizin ist die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Neben dem Ausbau gesundheitlicher Prävention und Früherkennung zahlreicher Erkrankungen (z.B. neurodegenerativer Erkrankungen), ist gleichzeitig das Verständnis des Alterungsprozesses von hoher gesellschaftlicher Bedeutung.

    Prof. Karl Ulrich Mayer, ein Soziologieprofessor mit langjähriger Erfahrung in der Wissenschaftspolitik, beschäftigte sich im Rahmen seiner bisherigen Tätigkeiten intensiv mit der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und untersuchte die gesellschaftlichen Hintergründe und politischen Steuerungsinstrumente. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählten u.a. die Bereiche Sozialstruktur & Mobilität, Soziologie des Lebensverlaufes, Bildungsstrukturen und soziale Demographie. Er war Mitglied des Wissenschaftsrates, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und Professor an der Yale University in den USA. Seit Anfang Juli 2010 ist Prof. Mayer der Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL); einem Zusammenschluss von 87 deutschen Forschungseinrichtungen, die wissenschaftliche Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung bearbeiten.

    Der führende deutschsprachige Soziologe Karl Ulrich Mayer wird in seinem Vortrag auf die Folgen der "Überalterung" der Gesellschaft eingehen, Fakten und Hintergründe aufdecken und Visionen für die Zukunft ableiten. Sein Vortrag findet im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe "Science & Society" statt.
    "Hauptanliegen dieser mehrmals im Jahr stattfindenden Vortragsreihe ist es, der interessierten Öffentlichkeit ergänzend zur naturwissenschaftlichen Forschung des Institutes auch aktuelle gesellschaftsrelevante Themen der alternden Gesellschaft allgemeinverständlich zu präsentieren", berichtet Frau Dr. Aspasia Ploubidou, Organisatorin der Veranstaltungsreihe und Nachwuchsgruppenleiterin am FLI.

    "Wir freuen uns, dass wir mit Prof. Mayer einen hochrangigen Sozialwissenschaftler und Wissenschaftsmanager für unsere Vortragsreihe gewinnen konnten und sind schon sehr gespannt, welche Zukunftsprognosen sich für Deutschland ableiten lassen", so die Organisatoren der Vortragsreihe, Dr. Aspasia Ploubidou und Dr. Oliver Ohlenschläger, weiter. "Darüber hinaus sind wir natürlich stolz, gleichzeitig den Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft in Jena begrüßen zu können, dem auch unser Forschungsinstitut, das Leibniz-Institut für Altersforschung, angehört".

    Der Vortrag von Prof. Mayer findet am 1. Juli um 13.00 Uhr im Hörsaal Beutenberg (Beutenbergstr. 11, 2. Etage) statt. Die Vortragssprache ist deutsch. Interessenten zu Vortrag und Diskussion sind herzlich eingeladen.

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    Kontakt:

    Dr. Kerstin Wagner
    Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI)
    Beutenbergstr. 11, 07745 Jena
    Tel.: 03641-656378, Fax: 03641-656335, E-Mail: koordinator@fli-leibniz.de

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    Hintergrundinfo

    Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer (Jahrgang 1945) ist Soziologe und seit 2010 der Präsident der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz.

    Er studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Universität Tübingen, promovierte 1973 an der Universität Konstanz und habilitierte 1977 an der Universität Mannheim in Soziologie. Ab 1979 war Mayer erst Programmdirektor, dann Geschäftsführender Direktor am damals neu gegründeten Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA). 1983 wurde er als Direktor an das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin berufen und leitete bis 2005 den Forschungsbereich "Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Entwicklung". Seit 2003 hat er eine Professur für Soziologie an der Yale University / USA. Hier baute er das Center for Research on Inequalities and the Life Course (CIQLE) auf und wurde 2008 mit der Stanley B. Resor Professur für Soziologie ausgezeichnet.

    Die Gründung des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung in Rostock ging auf den Vorschlag von Prof. Mayer zurück.

    Karl Ulrich Mayer hat zahlreiche Gastprofessuren inne, unter anderem an der Universität Zürich, Harvard University, University of North Carolina, Universität Pompeu Fabra und Universität Konstanz, und ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien im In- und Ausland, z.B. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Naturforscher - Leopoldina, der British Academy of Science, der European Academy of Sociology und der American Association for the Advancement of Science. Von 1993 bis 1999 war Mayer Mitglied des Wissenschaftsrates.

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    Das Leibniz-Institut für Altersforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena ist das erste deutsche Forschungsinstitut, das sich seit 2004 der biomedizinischen Altersforschung widmet. Über 330 Mitarbeiter aus 25 Nationen forschen zu molekularen Mechanismen von Alterungsprozessen und altersbedingten Krankheiten. Näheres unter http://www.fli-leibniz.de.

    Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 87 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.


    Weitere Informationen:

    http://www.fli-leibniz.de - Homepage Leibniz-Institut für Altersforschung - Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena
    http://www.leibniz-gemeinschaft.de - Homepage Leibniz-Gemeinschaft


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Gesellschaft, Medizin, Politik
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


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