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07.07.2011 10:02

Leopoldina-Lecture: Walther Parson über die Suche nach dem wahren Schiller mit DNA-Analysen

Caroline Wichmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften

    In einer Leopoldina-Lecture spricht der Forensiker Professor Walther Parson, Medizinische Universität Innsbruck, am kommenden Dienstag, 12. Juli, in Halle über das Thema „Der Friedrich-Schiller-Code – DNA-Fingerprinting zur Identifikation historischer Persönlichkeiten“. Parson ist Leiter eines der international führenden Referenzlabore, das sich auf DNA-Analysen aus schwierigen Proben spezialisiert hat.

    „Der Friedrich-Schiller-Code – DNA-Fingerprinting
    zur Identifikation historischer Persönlichkeiten“
    Dienstag, 12. Juli 2011, 18.15 Uhr
    Vortragssaal der Leopoldina
    Emil-Abderhalden-Straße 36 in 06108 Halle (Saale)

    Mitte der 1990er Jahre wurde die russische Zarenfamilie anhand ihrer DNA identifiziert. Das war der erste Fall, bei dem DNA-Fingerprinting zur Identifikation historischer Persönlichkeiten zum Einsatz kam. Ihm folgte eine Reihe von ähnlich gelagerten Untersuchungen, deren Motivation oft von Reliquienverehrung getragen war. Im Gegensatz dazu folgte die Analyse des Friedrich-Schiller-Skeletts aus der Weimarer Fürstengruft einer forensischen Fragestellung. Denn nachdem August Froriep im Jahr 1911 – 106 Jahre nach Schillers Tod – ein zweites Skelett als das echte bekannt gegeben hatte, befanden sich in der Fürstengruft zwei „Schiller-Särge“. Welche Gebeine stammen also wirklich vom großen Dichter der Klassik? Für die Beantwortung dieser Frage gab die Stiftung Weimarer Klassik DNA-Analysen in Auftrag.

    Der gebürtige Innsbrucker Walther Parson, Jahrgang 1966, ist Leiter des Fachbereichs „High Throughput DNA Database Unit“, dem Hochdurchsatz-DNA Labor, und Leiter des Forschungsschwerpunktes „Forensische Molekularbiologie“ am Institut für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Innsbruck. Seit 2000 ist Walther Parson Mitglied des Leitungsausschusses der International Commission on Missing Persons (ICMP) und begutachtet die wissenschaftliche Arbeit des DNA-Labors in Sarajevo, in dem die Identifizierung der Opfer der ehemaligen Jugoslawien-Kriege durchgeführt wird. Parsons wissenschaftliche Schwerpunkte liegen unter anderem in der Erarbeitung von Grundlagen der DNA-Technologie und deren Anwendung in der Kriminaltechnik. Die Etablierung einer speziellen DNA-Untersuchung für Opfer von Massenkatastrophen zählt dabei zu den weltweit beachteten technologischen Entwicklungen. Seit 2009 ist Parson Mitglied der Leopoldina in der Sektion Pathologie und Rechtsmedizin.

    Die Leopoldina-Lecture findet im Rahmen des Symposiums „Struktur und Funktion. Erkennen – Verstehen – Heilen“ statt, zu dem Sie ebenfalls herzlich eingeladen sind. In dem Symposium der Klasse III der Leopoldina, in der die Sektionen der Medizinischen Wissenschaften versammelt sind, spannen die Mitglieder der Akademie, allesamt führende Wissenschaftler, einen großen thematischen Bogen und stellen ihre Forschungsarbeiten vor. Das Symposium richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, an Studierende sowie an alle an Wissenschaft interessierten Bürger. Das Symposium versteht sich als Forum für den Austausch zwischen der Leopoldina und der regionalen Wissenschaftslandschaft.


    Anhang
    attachment icon Programmflyer des Symposiums

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Medizin, Sprache / Literatur
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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