idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
11.07.2011 18:00

MHH-Wissenschaftler finden Blutkrebs-Auslöser

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    Genetischer Schalter erforscht, der aggressiven Blutkrebs zulässt / Veröffentlichung in „Cancer Cell“

    ACHTUNG SPERRFRIST:
    11. Juli 2011, 18 Uhr

    Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erforschten die Funktion eines genetischen Schalters, der bestimmt, ob eine besonders aggressive Form des Blutkrebses entstehen kann: die akute myeloische Leukämie (AML). Auf dieser Grundlage suchen sie jetzt nach Wegen, wie sich dieser Schalter und seine tödliche Wirkung mit Hilfe von Medikamenten unterdrücken lässt. Die Forscher um Dr. Michael Heuser, MHH-Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, veröffentlichten ihre Ergebnisse nun in der renommierten Fachzeitschrift „Cancer Cell“.

    In Deutschland erkranken jährlich rund 3.600 Menschen an AML. Während einige Formen dieser Leukämie gut behandelbar sind, können andere häufig nicht geheilt werden.

    Auf dem Weg zur reifen Blutzelle, die die zahlreichen Aufgaben des Blutes übernimmt, durchlaufen die Zellen verschiedene Stadien. Diese reichen von der Stammzelle über die unreife und später reife Vorläuferzelle bis zur reifen Zelle. Um herauszufinden, in welchem Zellstadium eine Leukämie entstehen kann, haben die Wissenschaftler Knochenmarkzellen von Mäusen als Stammzellen beziehungsweise je eine der Vorläuferzellarten als Einzelzelle in eine Petrischale sortiert. Anschließend fügten sie das MN1-Gen ein, das sehr aggressive Leukämien auslösen kann. Sie beobachteten, dass nur die unreifen Vorläuferzellen eine Leukämie entwickelten, nicht aber die reifen Vorläuferzellen oder die reifen Blutzellen.

    Anschließend fanden sie heraus, dass diese unreifen Vorläuferzellen ein bestimmtes Eiweiß enthalten (MEIS1), das in den weiteren Stadien fehlt. Brachten sie dieses zusammen mit dem Gen MN1 in reife Vorläuferzellen ein, verwandelten sich auch diese in Leukämiezellen. „Somit sehen wir MEIS1 als eine Art Schalter an, der bestimmt, ob eine Leukämie entsteht oder nicht. Dies konnten wir in bestehenden Leukämiezellen der Maus auch zeigen: Wenn wir MEIS1 ausschalteten, konnten die Zellen keine Leukämie mehr in den Mäusen verursachen“, sagt Dr. Heuser. „Unsere Untersuchungen legen nahe, dass die Ausschaltung von MEIS1 eine effektive Therapie für viele Patienten mit unterschiedlichen Leukämieformen ist. Ein wichtiges Ziel unserer weiteren Forschung ist es, Wege zu finden, wie sich Schalter wie MEIS1 medikamentös ausschalten lassen“, erläutert er.

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Dr. Michael Heuser, Telefon (0511) 532-3010, heuser.michael@mh-hannover.de.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).