idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
12.07.2011 08:55

Welt-Hepatitis-Tag 2011 – Erstmals offizieller Gesundheitstag der WHO

Rita Wilp externe Pressestelle
Deutsche Leberstiftung

    Anerkennung von Hepatitis B und C als globale Gesundheitsprobleme – 28. Juli 2011 Welt-Hepatitis-Tag

    Der Welt-Hepatitis-Tag 2011 wird am 28. Juli 2011 erstmalig als offizieller Gesundheitstag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begangen. Das hat die WHO im letzten Jahr entschieden und damit Hepatitis B und C als dringlich zu bekämpfende Infektionskrankheiten anerkannt. Gleichzeitig wurde der Termin für diesen Tag auf den 28. Juli verlegt (vorher 19. Mai).

    Insgesamt gibt es neun offizielle WHO-Gesundheitstage, die sich unter anderem für die Bekämpfung von HIV/AIDS, Kinderlähmung oder Malaria einsetzen. „Es ist ein wichtiges Signal, dass diese Erkrankung nun zu den WHO-Gesundheitstagen gehört“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Dadurch seien viele Institutionen besser in der Lage, Aufklärung, Prävention, Diagnose und Behandlung von Hepatitis B und C öffentlichkeitswirksam voranzutreiben. Schließlich gehe es um ein frühzeitiges Erkennen der Infektion, damit sie sofort behandelt werden kann und Spätfolgen minimiert werden. Die Spätfolgen einer Hepatitis gehören weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Um insgesamt in Deutschland über Leberkrankungen zu informieren, haben die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Gastro-Liga e.V. den jährlichen Deutschen Lebertag (20.11.2011) als speziellen Aufklärungstag ins Leben gerufen.

    Hepatitis ist eine Leberentzündung, die zum Beispiel durch Krankheitserreger in Speisen und Trinkwasser (Hepatitis A-Erreger), Körperflüssigkeiten (Hepatitis B-Erreger) oder infiziertes Blut (Hepatitis C-Erreger) übertragen wird. Hepatitis B und C gehören zu den häufigsten chronischen Viruserkrankungen. Eine Impfung ist nur gegen Hepatitis A und B möglich. Weltweit sind etwa 500 Millionen Menschen chronisch mit Hepatitisviren infiziert, rund eine Million Menschen stirbt jährlich weltweit an den Folgen einer chronischen Hepatitis B oder C. In Deutschland leiden etwa eine Million Menschen unter einer chronischen Virushepatitis. Sie kann zu einer Leberzirrhose und schließlich zum Leberzellkrebs führen. Dieser Krebs gehört weltweit zu den fünf häufigsten Karzinomen des Mannes. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 5.000 Menschen neu an diesem Tumor. Trotz neuer Therapieansätze kommt es weiterhin zum einem Anstieg von Leberkrebs, da Lebererkrankungen oft zu spät diagnostiziert werden. Dabei bietet eine frühzeitige Diagnose die Möglichkeit, mit den richtigen Medikamenten eine Besserung oder sogar Heilung zu erzielen. Da die Leber nicht schmerzt, wenn sie erkrankt ist, sollte der GPT-Wert beim Hausarzt überprüft werden. Damit kann sich frühzeitig feststellen lassen, ob die Leber gefährdet ist.

    Neue Medikamente in USA zugelassen
    Die medikamentöse Versorgung von Hepatitis C-Patienten mit dem Genotyp 1 hat seit diesem Jahr große Fortschritte gemacht. In den USA sind im Mai zwei Medikamente zugelassen worden, es handelt sich um die zwei Proteasehemmer Boceprevier und Telaprevir. Für Deutschland werden Zulassungen noch in diesem Jahr erwartet. Beide Medikamente hemmen ein Enzym (Protease), das der Auslöser von Hepatitis C zur weiteren Vermehrung dringend benötigt. Somit kann sich auch das Virus nicht weiter ausbreiten. Sie werden nach Expertenmeinung in der Kombination mit Peg-Interferon und Ribavirin die Heilungschancen für Hepatitis C-Patienten mit dem Genotyp 1 deutlich erhöhen.

    Ansprechpartner
    Deutsche Leberstiftung
    Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
    Bianka Wiebner, Kaufmännische Geschäftsführerin
    Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
    presse@deutsche-leberstiftung.de
    www.deutsche-leberstiftung.de

    Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e.V.
    Prof. Dr. Peter R. Galle, Vorstandsmitglied
    Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
    geschaeftsstelle@gastro-liga.de
    www.gastro-liga.de

    Deutsche Leberhilfe e.V.
    Prof. Claus Niederau, Vorstandsvorsitzender
    Achim Kautz, Geschäftsführer
    Krieler Straße 100, 50935 Köln
    info@leberhilfe.org
    www.leberhilfe.org


    Weitere Informationen:

    http://www.lebertag.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).