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14.07.2011 18:45

Wie steuert das Gehirn Aufmerksamkeit?

Dr. Constanze Seidenbecher Wissenschaftsorganisation & Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Neurobiologie

    Der amerikanische Neurophysiologe Steven Hillyard, ein Pionier der Aufmerksamkeitsforschung, erhielt heute den Ehrentitel eines LeibnizChair am Magdeburger Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN).

    „Selektive Aufmerksamkeit ist ein Segen für das Gehirn, um in einer Welt voller Sinneseindrücke unwichtige Informationen herauszufiltern“, betont Prof. Hans-Jochen Heinze, Leiter der Abteilung Verhaltensneurologie und ehemaliger Schüler von Hillyard, in der Laudatio auf seinen Mentor. Wie dieser komplizierte Auswahlprozess im Gehirn organisiert ist, welche Hirnareale daran beteiligt sind und welche Stimuli die Aufmerksamkeit besonders auf sich ziehen, konnten Hillyard, Heinze und weitere Magdeburger Gruppen um Ariel Schönfeld oder Max Hopf in langjähriger Zusammenarbeit aufklären.
    Steven Hillyard ist Distinguished Professor für Neurowissenschaften an der University of California in San Diego, USA. Er leitet dort das ERP-Labor, in dem sogenannte Ereignis-korrelierte Potentiale bei Probanden gemessen werden, um Aufschlüsse über die Hirnmechanismen der Aufmerksamkeit zu bekommen. Hillyard zählt zu den renommiertesten amerikanischen Neurowissenschaftlern. Er publizierte über 150 wissenschaftliche Arbeiten in führenden Journalen und mehr als 70 Bücher oder Buchkapitel. Mit seiner Begeisterung für die Aufmerksamkeitsforschung inspirierte er mehrere Generationen von internationalen Neurowissenschaftlern, die in seinem Labor zu Gast waren, darunter auch viele Kollegen aus Magdeburg. Die amerikanische Gesellschaft für kognitive Neurowissenschaften ehrte ihn in diesem Jahr mit einer Festschrift aus Anlass seines 40jährigen Karrierejubiläums in der Hirnforschung.
    Neben den guten Freunden und Kooperationspartnern ist Magdeburg als Forschungsort für Prof. Hillyard noch aus einem anderen Grund interessant: hier findet er ein stimulierendes Forschungsumfeld mit vielfältigen gerätetechnischen Möglichkeiten für multimodales Neuroimaging wie z.B. das 148-Kanal-Magnetenzephalographie-Labor, den 7Tesla-Kernspintomographen oder die Stereotaxie-Einheit zur Tiefenhirnstimulation.
    Als LeibnizChair wird Prof. Hillyard mehrmals im Jahr nach Magdeburg kommen, um hier Experimente zum Zusammenspiel von akustischen und visuellen Eindrücken bei der Aufmerksamkeitssteuerung durchzuführen. Gemeinsam mit den Magdeburger Kollegen möchte er auch aufklären, wie die unterschiedlichen Eigenschaften eines Stimulus, wie z.B. die Farbe, Form oder Bewegung eines Objektes, die zunächst einzeln wahrgenommen werden, vom Gehirn schließlich wieder zu einem einheitlichen Objekt zusammengesetzt werden.

    Das Leibniz-Institut für Neurobiologie ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Der LeibnizChair ist ein Ehrentitel, der herausragenden Forscherpersönlichkeiten auf Lebenszeit verliehen wird.

    Kontakt:
    Dr. Constanze Seidenbecher
    Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg
    seidenc@lin-magdeburg.de
    http://www.lin-magdeburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Kooperationen
    Deutsch


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