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26.07.2011 11:18

Föderalismusreform gefährdet wissenschaftliche Entwicklung

Verena Wirwohl Geschäftsstelle des MFT
Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland

    Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) spricht sich in ihrem „Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands“ für die Überarbeitung der Föderalismusreform aus. Insbesondere die Regelungen zu dem Kooperationsverbot zwischen Bund und Ländern im Bereich der Investitionen sollten überdacht werden. Auch auf dem Innovationskongress der deutschen Hochschulmedizin am 14. Juli 2011 sind in Berlin vermehrt kritische Stimmen hinsichtlich der Föderalismusreform laut geworden.

    Bessere Kooperationsmöglichkeiten zwingend notwendig
    In Deutschland sind die Bundesländer für die Erfüllung staatlicher Aufgaben verantwortlich, sofern das Grundgesetz keine andere Regelung trifft. Bildung und Forschung gehören dabei zum Zuständigkeitsbereich der Länder. Trotz der getrennten Hauptverantwortung konnten Bund und Länder früher beim Hochschulbau kooperieren. Im Rahmen der Föderalismusreform wurde im Jahr 2006 jedoch untersagt, Bundesmittel in Schulen und Hochschulen zu investieren. Dafür sind nun allein die Länder zuständig. Für sie wird die Föderalismusreform mittelfristig zur Investitions- und Innovationsbremse.
    „Das Gutachten der Expertenkommission stellt fest, dass die Föderalismusreform die Finanzierung der Bildungslandschaft nachhaltig erschwert hat“, erläutert Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. „Bund und Ländern ist es nun nicht mehr möglich, gemeinsam eine inhaltlich und institutionell ausgewogene Wissenschaftsentwicklung zu betreiben.“

    Grundfinanzierung der Universitäten stärken
    Bedenken äußert die Expertenkommission auch hinsichtlich der Umstrukturierung der Forschungslandschaft. Sie spricht von einer „Helmholtzifizierung“ von Forschungseinrichtungen. „Seit der Föderalismusreform gehen immer mehr Mittel in die außeruniversitären Einrichtungen, insbesondere in die maßgeblich vom Bund finanzierten Helmholtz-Zentren. Dabei darf man jedoch nicht die langfristigen Auswirkungen für den universitären Forschungsstandort Deutschland außer Acht lassen“, gibt der Präsident des Medizinischen Fakultätentages zu bedenken. Für die Sicherung der freien Forschung empfiehlt die Expertenkommission ein Anknüpfen an den vor der Föderalismusreform erreichten Status eines kooperativen Föderalismus.

    Das EFI-Gutachten ist online abrufbar unter:
    http://www.e-fi.de/fileadmin/Gutachten/2011_deu.pdf.

    Ansprechpartnerin:
    Verena Wirwohl
    MFT Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland e.V.
    Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
    Tel.: 030/6449 8559-15, Fax: -11
    Mobil: 0176/50197074
    E-Mail: wirwohl@mft-online.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Schule und Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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