idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
04.08.2011 12:55

Mit Speck Ärzte locken? Heilpraktische Versorgung auf dem Land braucht neue Qualifikationen

Norbert Doktor Pressestelle
Hochschule Magdeburg-Stendal

    320 Millionen Euro will Gesundheitsminister Daniel Bahr locker machen, um junge ÄrztInnen aufs Land zu locken. Es ist aber weniger das Geld, als vielmehr die mangelnde berufliche Vorbereitung, die AbsolventInnen des Medizinstudiums von der Tätigkeit in der primären Gesundheitsversorgung abhält.

    Die BürgerInnen – nicht nur auf dem Lande – wollen bei einer Erkrankung vor allem Zeit zum Gespräch erhalten, ob eine einfache Behandlung oder aufwändige Therapie nötig ist. Bei der gegenwärtigen Krankheitsentwicklung könnten 80 bis 90 Prozent aller Anlässe zum Arztbesuch auf dieser Ebene erfolgreich behandelt werden. Eine derartige Form der Heilpraktik, die die Menschen in ihrem Alltag mit gesundheitsfördernden Maßnahmen unterstützt, wird aber im Medizinstudium nicht gelehrt und unter den Bedingungen der gegenwärtigen Gebührenordnung auch von HausärztInnen kaum praktiziert.

    Mit den geplanten 320 Millionen Euro könnten bundesweit zehn neue „Hochschulen für Gesundheit“ nach dem Vorbild der „Hochschule für Gesundheit“ in Nordrhein-Westfalen finanziert werden, die den Auftrag erhalten, eine kompetente Berufsqualifikation für die primäre Gesundheitsversorgung zu vermitteln.

    Die Aus- und Weiterbildung eines Allgemeinmediziners dauert bislang 11 Jahre. Aus Allgemeinmedizin, Pflegewissenschaft, Heilpraktik und übenden Gesundheitsverfahren kann eine neue 6jährige Berufsausbildung für die primäre Heilpraktik entwickelt werden, die dem Bedarf und den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht. In spätestens sieben Jahren können die dadurch
    gewonnenen Heil-PraktikerInnen landesweit tätig werden. Eine derartige Berufsqualifikation kann mit einer hohen Nachfrage rechnen und dafür würde sich auch ein neues Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung lohnen. Der gegenwärtige Gesetz-Entwurf des Gesundheitsministers greift dagegen deutlich zu kurz.

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Eberhard Göpel (Kooperationsverbund Hochschulen für Gesundheit e.V. / Hochschule Magdeburg-Stendal)
    Telefon: (0391) 886 49 28
    E-Mail: hoge@sgw.hs-magdeburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.hochges.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).