idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
31.08.2011 11:25

Patientenforum zu Harnblasenkrebs auf dem 63. Urologen-Kongress in Hamburg

Bettina-Cathrin Wahlers Pressestelle der DGU
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.

    Für Betroffene und Interessierte

    Bin ich besonders gefährdet? Was sind die Risikofaktoren für Blasenkrebs? Wie wird dieser Tumor heute diagnostiziert und behandelt? Urologen stehen in Hamburg Rede und Antwort. Auf einem öffentlichen Patientenforum im Rahmen des 63. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) am 15. September 2011, 19.00 bis 21.00 Uhr, im Congress Center Hamburg informieren namhafte Experten der medizinischen Fachgesellschaft Patienten und Interessierte über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten des Blasenkarzinoms.

    Im Anschluss stellen sich die Referenten gemeinsam mit Vertretern der Blasenkrebs-Selbsthilfegruppen den Fragen der Besucher. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und ohne Voranmeldung möglich.

    Mit fast 30.000 (Projektion des Robert-Koch-Instituts für 2010) Neuerkrankungen pro Jahr ist Blasenkrebs der zweithäufigste urologische Tumor. „Das Harnblasenkarzinom kann sowohl Männer wie Frauen betreffen. Da es in sehr unterschiedlichen Stadien auftreten kann, sind auch die diagnostischen und therapeutischen Schritte stadienabhängig sehr unterschiedlich. Aufgrund des Fortschrittes im Bereich neuer Diagnosemöglichkeiten, neuer operativer Techniken und auch neuer Medikamente, kann den betroffenen Patienten heutzutage eine Vielfalt an modernen Maßnahmen angeboten werden“, sagt Prof. Dr. Christian Wülfing, der das Hamburger Patientenforum organisiert und moderiert. „Verständliche Aufklärung von Betroffenen und ihren Nächsten, aber auch von interessierten Besuchern im Sinne zeitgemäßer Prävention ist unser Anliegen“, so der Chefarzt der Abteilung für Urologie der Asklepios Klinik Altona in Hamburg weiter. Die regionalen und nationalen Blasenkrebs-Selbsthilfegruppen unterstützen die DGU-Veranstaltung. Dabei geht es Patientenvertreter Dr. Manfred Petrik vom Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs e.V. auch um die emotionale Krankheitsbewältigung: „Uns ist daran gelegen, den Teilnehmern vor allem auch Informationen über die psychischen Aspekte des Umgangs mit der Erstdiagnose, der Therapieentscheidung und der Nachsorge zu vermitteln.“

    Tabakkonsum ist der größte Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs. Auch Passivrauchen erhöht die Gefahr. Bestimmte Chemikalien wie aromatische Amine, in der Krebstherapie eingesetzte Zytostatika sowie chronische Blasenentzündungen zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren. Außerdem werden familiäre Häufungen beobachtet. Blut im Urin oder häufiges, zum Teil schmerzhaftes Wasserlassen sind mögliche Symptome.
    Eine gesetzliche Früherkennungsuntersuchung für Blasenkrebs gibt es nicht. Urintests werden von einigen Experten für gefährdete Personengruppen empfohlen. Aktuelle Erkenntnisse zu Risikofaktoren und Möglichkeiten der modernen Diagnostik erläutert PD Dr. Maximilian Burger, Oberarzt der Klinik für Urologie am Caritas-Krankenhaus St. Josef, Universität Regensburg, in seinem Experten-Vortrag auf dem Hamburger Patientenforum.

    Wird tatsächlich ein Blasenkarzinom diagnostiziert, handelt es sich in den meisten Fällen um oberflächliche Karzinome, die auf die Blasenschleimhaut beschränkt sind und bei einer Blasenspiegelung durch die Harnröhre entfernt werden können. Dabei gilt die sogenannte photodynamische Diagnostik, die den Tumor unter Blaulicht sichtbar macht, als derzeit beste Methode. In fortgeschrittenem Stadium, wenn die Krebsgeschwülste in die Blasenwand eingedrungen sind, kann die Entfernung der Harnblase mit Bildung einer Harnableitung erforderlich werden. Bei etwa 70 Prozent der Patienten ermöglicht eine Ersatzblase aus eigenem Dünndarm den Erhalt von Lebensqualität und körperlicher Integrität. Prof. Dr. Stephan Roth, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Helios Klinikum Wuppertal, wird die neuen Möglichkeiten der modernen Operationstechniken in seinem Vortrag verständlich darstellen.

    Abhängig vom Tumorstadium kann bei der Behandlung von Blasenkrebs zusätzlich eine Chemotherapie notwendig sein. PD Dr. Jan Lehmann, niedergelassener Facharzt für Urologie aus Kiel, wird in einem dritten Experten-Vortrag über Möglichkeiten der medikamentösen Tumortherapie bei fortgeschrittenen Tumorstadien informieren. Dem Vortragsblock folgt eine moderierte Fragerunde. „Darin geben Patienten mit verschiedenen Stadien der Blasenkrebserkrankung Auskunft über ihre Erfahrungen bei der körperlichen und seelischen Krankheitsbewältigung, und die Teilnehmer im Saal haben die Möglichkeit, den anwesenden Spezialisten ihre persönlichen Fragen zu stellen“, erläutert Forumsmoderator Prof. Dr. Christian Wülfing.

    „Patientenforen sind ein Sprachrohr für die Öffentlichkeit, in denen die Deutsche Gesellschaft für Urologie traditionsgemäß im Rahmen ihrer Jahrestagung über wichtige Entwicklungen zu häufigen urologischen Erkrankungen informiert“, sagt DGU- und Kongress-Präsident Prof. Dr. Joachim Steffens und lädt alle Interessierten herzlich zu der öffentlichen Veranstaltung im Congress Center Hamburg ein.

    Veranstaltungshinweis:
    DGU-Patientenforum
    15. September 2011, 19.00 – 21.00 Uhr
    Congress Center Hamburg (CCH), Saal 6
    Am Dammtor/Marseiller Straße
    20355 Hamburg
    Keine Voranmeldung, freier Eintritt

    Weitere Informationen:
    DGU-Kongress-Pressestelle

    Bettina-Cathrin Wahlers
    Sabine Martina Glimm
    Stremelkamp 17
    21149 Hamburg
    Tel: 040 - 79 14 05 60
    Fax: 040 - 79 14 00 27
    Mobil: 0170 - 48 27 28 7
    E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de


    Weitere Informationen:

    http://www.otseinladung.de/event/ea4daf8604 (Kongress-Akkreditierung und Anmeldung zur Eröffnungs-Pressekonferenz)
    http://www.dgu-kongress.de
    http://www.urologenportal.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Pressetermine
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).