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05.09.2011 14:22

Internationaler Workshop zur Demenzforschung in Greifswald

Sabine Köditz Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Die Versorgung an Demenz erkrankter Menschen ist eine der größten Herausforderungen für die Gesundheitssysteme weltweit. Die Hauptlast der Versorgung liegt heute oft bei den Angehörigen, denen jedoch häufig Unterstützung fehlt. Mögliche Lösungsansätze stellen heute (5. September 2011) Forscher in Greifswald im Rahmen des internationalen Workshops „Dementia care research – scientific evidence, current issues and future perspectives“ vor. Unter der Leitung von Prof. Wolfgang Hoffmann veranstaltet das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Rostock/ Greifswald in Kooperation mit dem DZNE Witten den internationalen Workshop an der Universität Greifswald.

    Besonders in ländlichen Gebieten ist die Versorgung demenzkranker Menschen und die Unterstützung der pflegenden Angehörigen oft problematisch. Wenige Angebote, fehlende Infrastruktur oder lange Wege sind nur einige Gründe. Der demografische Wandel und der Mangel an Fachkräften, die speziell für die Versorgung von an Demenz erkrankter Menschen ausgebildet sind, erschweren eine individuelle, an den Erkrankungen ausgerichtete Versorgung.

    Auf dem Workshop stellt Prof. Wolfgang Hoffmann, Leiter der DelpHi-MV-Studie (Demenz: lebenswelt- und personenzentrierte Hilfen in Mecklenburg-Vorpommern), innovative Modelle für die Versorgung vor, z.B. die Delegation ärztlicher Leistungen und den Nutzen telemedizinischer Verfahren. Prof. Malaz Boustani von der Indiana University in Indianapolis (USA) präsentiert bereits erprobte Modelle der sektor-übergreifenden Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und diskutiert Widerstände bei der Überführung dieser Modelle in die Routineversorgung. Prof. Chris Fox von der University of East Anglia in Norwich berichtet von ersten Erfahrungen integrativer Versorgung in Großbritannien. Andere Referenten diskutieren zentrale Fragen: Wie kann das Thema Demenz in der Versorgung besser vermittelt werden, wie werden individuelle Bedarfe der Erkrankten und ihrer Angehörigen erkannt, wie müssen zukünftige Fachkräfte geschult werden und wie kann die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen an der Demenzversorgung beteiligten Fachgruppen verbessert werden.

    Die bundesweit einzigartige DelpHi-MV-Studie, die im März 2011 gestartet wurde, verspricht Antworten auf drängende Fragen: Wie erkennen wir in der ärztlichen Routine an Demenz erkrankte Menschen möglichst frühzeitig? Wie können wir pflegende Angehörige unterstützen, so dass diese gesund bleiben und damit dem Versorgungsprozess als wichtigste laientätige Ressource nicht verloren gehen? Wie kann die Versorgung die individuellen Lebensumstände und regionalen Gegebenheiten einbeziehen? Die Ziele der wissenschaftlichen Forschung sind letztlich ganz praktisch: Verbesserung der Lebensqualität und Zufriedenheit von Betroffenen und ihren Angehörigen, Unterstützung des Hausarztes und weitere Professionalisierung der Pflege.

    Ansprechpartner an der Universität Greifswald
    Prof. Dr. Wolfgang Hoffmann, MPH
    DZNE Standort Rostock/Greifswald
    Gf. Direktor des Instituts für Community Medicine
    Leiter der DelpHi-MV Studie
    Ellernholzstraße 1/2, 17487 Greifswald
    Telefon 03834 86-7750
    wolfgang.hoffmann@uni-greifswald.de

    DelpHi-MV Studie
    PD Dr. J. René Thyrian, Dipl.-Psych.
    DZNE Standort Rostock/Greifswald
    Ellernholzstraße 1/2, 17487 Greifswald
    Telefon 0176 23 80 36 25
    rene.thyrian@dzne.de

    Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE)
    Dr. Katrin Weigmann
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Holbeinstraße 13-15, 53175 Bonn
    Telefon 0228 43302 263
    katrin.weigmann@dzne.de


    Weitere Informationen:

    http://www.dzne.de/
    http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/wissenschaft-und-oeffentli...
    http://www.dzne.de/fileadmin/user_upload/editors/documents/Kalender/Rostock_Grei...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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