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15.09.2011 15:38

Herausragende Heidelberger Diabetes-Forscherin ausgezeichnet

Dr. Annette Tuffs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Heidelberg

    Nicht nur Zucker verursacht Spätschäden bei Diabetes: Professor Dr. Angelika Bierhaus, Medizinische Universitätsklinik Heidelberg, erhält den Camillo Golgi Preis 2011

    Spätfolgen einer Diabeteserkrankung, wie Nerven-, Nieren- oder Herzkreislaufschäden, lassen sich nur zum Teil durch einen gestörten Blutzuckerspiegel erklären. Auch aggressive Stoffwechselverbindungen, die sich im Körper der Patienten ansammeln, tragen dazu bei und eignen sich als potentielle Angriffspunkte für neue Therapieansätze. Für diese wegweisenden Forschungsarbeiten ist Professor Dr. Angelika Bierhaus, Arbeitsgruppenleiterin an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, Abteilung Medizinische Klinik I und Klinische Chemie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Dr. Peter Nawroth), am 13. September in Lissabon mit dem Camillo Golgi Preis 2011 der Europäischen Gesellschaft für Diabetesforschung (European Association for the Study of Diabetes, EASD) ausgezeichnet worden. Der bedeutende europäische Forschungspreis ist mit 20.000 Euro dotiert und würdigt herausragende Beiträge auf dem Gebiet der Histopathologie, Pathogenese, Prävention und Therapie der Komplikationen des Diabetes mellitus.
     
    Aggressive Moleküle sammeln sich im Körper an
     
    Nach Daten der International Diabetes Federation (IDF) leiden in Deutschland 12 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 79 Jahren an Diabetes, überwiegend Typ 2-Diabetes, auch Altersdiabetes genannt. Die chronische Erkrankung führt zu Spätfolgen wie Nerven-, Nieren- oder Herzkreislaufschäden. Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass diese Folgen nur zu rund elf Prozent durch den Blutzucker und die Dauer der Erkrankung zu erklären sind. „Selbst bei Patienten, deren Blutzuckerspiegel gut eingestellt ist, sammeln sich verstärkt aggressive Stoffwechselprodukte an, die im Körper z. B. chronische Entzündungen auslösen“, erklärt Professor Angelika Bierhaus.
     
    Zu diesen schädigenden Molekülen gehören reaktive Carbonylverbindungen, insbesondere Methylglyoxal (MG), wie Professor Bierhaus in ihren Forschungsarbeiten zeigen konnte. Die Moleküle sind in hochkomplexe Stoffwechselvorgänge eingebunden. „Wir wissen jetzt, dass diese sehr reaktionsfreudigen Verbindungen zu den Hauptverursachern von Diabetes-Folgeschäden zählen. Sie führen z. B. dazu, dass Diabetespatienten chronische Nervenschmerzen entwickeln“, so die Preisträgerin.
     
    Warum sich schädigende Stoffwechselverbindungen im Körper von Diabetes-Patienten ansammeln und warum diese nicht abgebaut werden, möchte Professor Bierhaus in zukünftigen Projekten weiter untersuchen. Hierbei könnten sich auch Ansatzpunkte für neue Behandlungsstrategien entwickeln. „Bislang gibt es noch keine zufriedenstellende Therapie, die Folgeschäden bei Diabetes verhindern kann“, erklärt die Diabetesforscherin.
     
    Nobelpreisträger Camillo Golgi
     
    Der italienische Mediziner und Physiologe Camillo Golgi (1843-1926) erhielt 1906 den Nobelpreis für Medizin in Anerkennung seiner Arbeit über die Struktur des Nervensystems. Nach ihm ist eine spezielle Färbetechnik (Golgi-Färbung) benannt, mit der Nervenzellen mikroskopisch sichtbar gemacht werden können. Auch der Golgi-Apparat, ein Reaktionsraum innerhalb von Zellen, trägt seinen Namen.

    Weitere Informationen:
    http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/AG-Bierhaus.111668.0.html

    Kontakt für Journalisten:
    Prof. Dr. Angelika Bierhaus
    Abt. Medizinische Klinik I und Klinische Chemie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg
    Tel.: 06221 / 564752
    E-Mail: Angelika.Bierhaus@med.uni-heidelberg.de

    Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
    Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
    Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

    http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

    Bei Rückfragen von Journalisten:
    Dr. Annette Tuffs
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
    und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
    Im Neuenheimer Feld 672
    69120 Heidelberg
    Tel.: 06221 / 56 45 36
    Fax: 06221 / 56 45 44
    E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

    Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
    http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

    129 / 2011


    Weitere Informationen:

    http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/AG-Bierhaus.111668.0.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Personalia
    Deutsch


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