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21.09.2011 11:31

Können Ernährungsbestandteile die Entwicklung von Typ 1 Diabetes beeinflussen?

Cordula Falk Pressestelle
Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München

    Typ 1 Diabetes wird wahrscheinlich durch ein Zusammenspiel von Umweltfaktoren und genetischen Komponenten ausgelöst. Einige Ernährungsbestandteile stehen im Verdacht, die Entstehung von Inselautoimmunität und Typ 1 Diabetes auslösen oder beein-flussen zu können. Dabei scheint eine wichtige Rolle zu spielen, in welchem Alter Kinder den ersten Kontakt mit den Ernährungs-bestandteilen haben. Einer dieser Ernährungsbestandteile ist Gluten, das Klebereiweiß aus Getreidesorten wie Weizen oder Dinkel.

    Im Rahmen der BABYDIÄT Studie untersuchte nun die Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, ob der Zeitpunkt der ersten Glutenaufnahme das Risiko von Inselautoimmunität und Typ 1 Diabetes beeinflusst oder nicht. 150 Kinder mit einem hohen Erkrankungsrisiko nahmen an der Studie teil – eine Hälfte der Kinder bekam zum ersten Mal im Alter von sechs Monaten glutenhaltige Nahrung, die andere Hälfte im Alter von zwölf Monaten. Alle Kinder wurden ab Geburt bis zum Alter von drei Jahren regelmäßig untersucht, unter anderem auf die Entwicklung von Autoimmunität, Größe und Gewicht.

    Auswertungen der Studienergebnisse zeigen, dass der unterschiedliche Zeitpunkt der ersten glutenhaltigen Ernährung keinen signifikanten Einfluss auf die untersuchten Parameter hatte. Der Anteil der Kinder, die in der analysierten Zeit Inselautoimmunität entwickelten, betrug in den beiden Gruppen zwölf bzw. dreizehn Prozent und war damit nicht signifikant unterschiedlich. Damit scheint das Risiko, Inselautoimmunität und Typ 1 Diabetes zu entwickeln, nicht davon beeinflusst zu werden, ob Kinder im Alter von sechs Monaten die erste glutenhaltige Nahrung erhalten oder erst im Alter von zwölf Monaten.

    Angesichts der steigenden Diabeteszahlen verdeutlichen diese Ergebnisse der BABYDIÄT Studie die Dringlichkeit, weitere Studien durchzuführen, um die Faktoren zu identifizieren, welche die Entwicklung von Inselautoimmunität und Typ 1 Diabetes beeinflussen. Dabei ist auch die Untersuchung verschiedener Altersgruppen von besonderer Bedeutung. Die Beobachtungsstudie TEENDIAB, ebenfalls unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, begleitet Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis achtzehn Jahren. Regelmäßige Untersuchungen sollen die Identifikation der Faktoren ermöglichen, die in diesem Alter die Entstehung von Inselautoimmunität und Typ 1 Diabetes beeinflussen – aus dem Bereich der Ernährung, der sportlichen Aktivität oder auch der Pubertät.

    Weiterhin werden Familien gesucht, die an der TEENDIAB Studie teilnehmen möchten. Die TEENDIAB-Studie nimmt Kinder auf
    • ab dem Alter von acht Jahren bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres
    • in deren Familie mindestens ein Elternteil oder Geschwisterkind Typ-1-Diabetiker ist

    Interessierte Familien können sich melden bei der

    Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München
    Leitung Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
    Lehrstuhl Diabetes und Gestationsdiabetes
    Kölner Platz 1, 80804 München
    Kostenlose Tel. 0800-8284868
    E-Mail: TEENDIAB@lrz.tu-muenchen.de

    oder beim

    Kinderkrankenhaus auf der Bult
    Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche
    Leiterin: Prof. Dr. med. Olga Kordonouri
    Studienkoordinatorin: Sarah Bläsig
    Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover
    Telefon: 0511 8115-3340 oder -3342
    E-Mail: TEENDIAB@hka.de
    Weitere Informationen: www.teendiab.de

    Quelle: Hummel S, Pflüger M, Hummel M, Bonifacio E, Ziegler AG. Primary dietary intervention study to reduce the risk of islet autoimmunity in children at increased risk for type 1 diabetes. Diabetes Care (2011), doi: 10.2337/dc10-2456.


    Weitere Informationen:

    http://www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net
    http://www.teendiab.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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