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26.09.2011 11:58

Aufklärungskampagne für psychische Gesundheit in Hamburg gestartet

Christine Jähn Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

    Hamburg hat bundesweit die meisten Arbeitsausfälle wegen psychischer Erkrankungen. Um Betroffene und ihre Angehörigen bestmöglich versorgen zu können, hat die Hansestadt ein innovatives Versorgungskonzept entwickelt.

    Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, die Handelskammer Hamburg, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und die Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH starten heute eine große Aufklärungskampagne zum Thema psychische Gesundheit. Ziel der Kampagne ist es, die Bevölkerung über psychische Erkrankungen zu informieren und ein Bewusstsein zu schaffen, dass psychische Leiden allgegenwärtig sind, jeden treffen können und sich gut behandeln lassen.

    „Wir wollen in Hamburg ein Umfeld fördern, in dem Menschen mit psychischen Erkrankungen verstanden und aufgefangen werden“, sagt Cornelia Prüfer-Storcks, Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz. Fast jeder dritte Deutsche leidet innerhalb eines Jahres an einer psychischen Erkrankung. Das Risiko, mindestens einmal im Leben eine psychische Erkrankung zu entwickeln, liegt in Deutschland bei 43 Prozent.

    Hamburger Netzwerk soll Versorgung psychisch Erkrankter verbessern Psychische Erankheiten gehören damit zu den häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen: Die Zahl der Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen hat sich seit Mitte der 90er Jahre mehr als verdoppelt. Metropolen wie Hamburg sind dabei besonders betroffen: So gibt es in der Hansestadt deutlich mehr Krankheitstage wegen psychischer Leiden als bundesweit.

    „Wir haben den Handlungsbedarf erkannt und ‚psychenet – Hamburger Netz psychische Gesundheit‘ ins Leben gerufen“, sagt Dr. Maren Kentgens, Geschäftsführerin der Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH (GWHH). psychenet ist ein Projektverbund, in dem sich rund 60 Einrichtungen und Unternehmen im Hamburger Gesundheitswesen zusammengeschlossen haben. Ihr Ziel ist es, die psychische Gesundheit der Hamburger Bürger zu fördern, psychische
    Erkrankungen früh zu erkennen und nachhaltig zu behandeln. Die Aufklärungskampagne ist ein wichtiger Teil dieses Projektes.

    Früherkennung und Prävention fördern „Viele Erkrankungen könnten vermieden werden, wenn sie rechtzeitig erkannt würden“, sagt Prof. Dr. Martin Lambert, Leiter des Arbeitsbereichs Psychosen im Zentrum für Psychosoziale Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und stellvertretender wissenschaftlicher
    Sprecher von psychenet. Viele psychisch Erkrankte erhielten zu spät eine fachgerechte Behandlung, so dass sich zum Beispiel aus emotionalen oder sozialen Problemen eine ernsthafte psychische Erkrankung entwickle. „Nur wer gut informiert ist und die Risikofaktoren und Symptome seelischer Erkrankungen kennt, kann gezielt vorbeugen und sich bei ersten Anhaltspunkten Hilfe holen“, so Lambert. Die Kampagne zielt daher darauf ab, Früherkennung und Prävention von psychischen Leiden zu fördern. Auf den Kampagnenmotiven sind die Augen von Menschen zu sehen, die ihre persönliche Krankheitsgeschichte erzählen. Dabei wird deutlich, welche Anzeichen psychische Erkrankungen haben und dass Betroffene mit ihrem Problem nicht allein sind. So soll die Öffentlichkeit für seelische Leiden sensibilisiert werden.

    Die Kampagne umfasst unter anderem Plakate, Kurzfilme, Kinospots, Anzeigen sowie die Website www.psychenet.de. Dort finden Interessierte Wissenswertes über das Projekt psychenet, wichtige Informationen zu häufigen seelischen Erkrankungen wie Depressionen, Magersucht und Psychosen sowie erste Anlaufstellen, um Hilfe zu finden.

    Über psychenet „psychenet – Hamburger Netz psychische Gesundheit“ ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von 2011 bis 2014 gefördertes Projekt, mit dem die Stadt Hamburg 2010 den Titel „Gesundheitsregion der Zukunft“ erhalten hat. Ziel des Projektes ist
    es, heute und in Zukunft psychische Gesundheit zu fördern, psychische Erkrankungen früh zu erkennen und nachhaltig zu behandeln.

    Konsortialpartner von psychenet sind (in alphabetischer Reihenfolge): Fürstenberg Institut GmbH, Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH, HealthVision GmbH, die Psychotherapeutenkammer Hamburg, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf sowie die Universität Hamburg.


    Weitere Informationen:

    http://www.psychenet.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Medizin, Politik, Psychologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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