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02.10.2011 20:29

1. Deutscher Patientenkongress Depression - Viten und Abstracts der Sprecher

Dr. Christine Rummel-Kluge Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stiftung Deutsche Depressionshilfe

    Viten der Protagonisten und Sprecher sowie Abstracts der Vorträge

    Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
    Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe

    Kontakt: Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
    Universitätsklinikum Leipzig
    Semmelweisstraße 10, 04103 Leipzig
    Tel: 0341 / 97-24530, Fax: 0341 / 97-24539
    Ulrich.Hegerl@medizin.uni-leipzig.de

    Vita
    Geboren 1953 in München

    • 1973-1978 Medizinstudium in Erlangen und Rennes, Frankreich
    • 1998 C3-Professur für Psychiatrie an der Psychiatrischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München
    • seit 1999 Sprecher des bundesweiten Forschungsprojektes „Kompetenznetz Depression, Suizidalität“
    • seit 2003 Gründer und Vorsitzender des Deutschen Bündnisses gegen Depression e.V.
    • seit 2004 Leitung der „European Alliance Against Depression“ (gefördert von der Europä¬ischen Kommission)
    • seit 2006 Direktor und Lehrstuhlinhaber der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psycho¬therapie am Universitätsklinikum Leipzig
    • seit 2008 Leiter des Europäischen Forschungsprojektes „Optimizing Suicide Prevention Pro¬grams and their Implementation in Europe“ (OSPI, 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission)
    • seit 2008 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe
    • seit 2011 Leiter des Europäischen Projektes „Preventing Depression and Improving Aware¬ness through Networking in the EU“ (PREDI-NU, Förderung durch die European Agency for Health and Consumers)

    Neben anderen Auszeichnungen erhielt Prof. Dr. Ulrich Hegerl 2003 den Hermann-Simon-Preis für das Projekt „Nürnberger Bündnis gegen Depression“ und 2007 den European Health Award für die „European Alliance Against Depression“.


    Die Behandlung der Depression – aktueller Stand der Wissenschaft
    Vortrag: 11.10-11.30 Uhr

    Depression ist eine häufige, schwere, oft auch lebensbedrohliche Erkrankung, die mehr als andere Erkrankungen mit hohem Leidensdruck einhergeht. Obwohl sie durch Antidepressiva und bestimmte Formen der Psychotherapie behandelbar ist, kann nur eine Minderheit der Betroffenen diese in optimaler Weise nutzen. Hieran ist auch die Erkrankung selbst schuld, die mit Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühlen und gestörtem Antrieb einhergeht. Dargestellt werden die psychischen und körperlichen Ursachen der Depression, die wichtigsten aktuellen Behand¬lungsmöglichkeiten sowie weitere Empfehlungen für einen Weg heraus aus der Depression.


    John P. Kummer
    Kontakt: Florastraße 1
    CH-6314 Unterägeri
    johnp.kummer@gmail.com

    Vita
    Geboren 1927 in Bern

    • 1946-1950 Studium der Elektrotechnik
    • seit 1950 Tätigkeit für verschiedene Firmen in der Schweiz und währenddessen 10 Jahren in Kanada
    • 1972 Mit einem Berufskollegen Gründung einer europäischen Marketingfirma für Beratung, Lieferung und Kundendienst von Mess- und Prozess-Systemen, wie sie in der Produktion von Mikroelektronik-Elementen angewandt werden. Gründung von Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich und England.
    • seit 1993 zusammen mit Betroffenen Gründung von Selbsthilfegruppen
    • sowie Gründung des Vereins EQUILIBRIUM (Gründerpräsident)
    • seit 1994 Vizepräsident des Stiftungsrates in der schweizerischen „Werner Alfred Selo Stif¬tung“ für Depressionsforschung
    • seit 1994 Einsatz für die Popularisierung des Gedankens einer nationalen Informations- und Aufklärungs-Kampagne in den Bereichen Ärzteschaft, Bundesverwaltung und -politik nach dem Muster der schottischen „See-me Campaign“

    Depressionen waren bei John P. Kummer von Zeit zu Zeit ein Thema. Die längste Krankheit dauerte neun Monate. Jegliche berufliche Arbeit war unmöglich.

    Selbsthilfegruppen Depression – Durchführung, Chancen und Risiken
    Vortrag: 12.00-12.20 Uhr

    Aufbau, Betrieb und Unterstützung von Selbsthilfegruppen Depression (SHGD) mit Hilfe der Zentrale werden vorgestellt. Die Vorteile sind mannigfach, aber auch Schwierigkeiten im Wirken der SHGD sind vorhanden und werden offen dargestellt. Dazu kommt eine kürzlich vorgenommene Datenerhebung, deren Ergebnisse die SHGD-Mitglieder charakterisieren.

    Schließlich werden die Anstrengungen des Vereins „Equilibrium“ und der „Werner Alfred Selo Stiftung“ im Bereich der Entstigmatisierung der psychischen Krankheiten, die für die Vereins–mitglieder und auch für die Stiftung von großer Bedeutung sind, kurz beleuchtet. Ebenfalls wird die Bedeutung der Peer Ausbildung durch die FHS Bern erwähnt.

    Thomas Müller-Rörich
    Kontakt: tmr@depressionsliga.de

    Vita
    Geboren 1954 in Braunschweig

    • 1973 Abitur in Heilbronn
    • 1978 Gründung einer Firma für Entwicklung und Produktion elektronischer Steuerungen in Stuttgart
    • 1994 Erste Erkrankung an einer Depression
    • 2009 Übernahme des Vorsitzes der Deutschen DepressionsLiga

    Die Erkrankung Depression aus Sicht eines Betroffenen
    Vortrag: 10.30-10.50 Uhr

    Als Betroffene einer internalen und somit nicht ohne Weiteres von außen objektiv zu beurteilen¬den Störung haben depressive Menschen meist ein anderes Erleben ihrer Krankheit als Behand¬ler sich das vorstellen können. Besonders die sekundären Krankheitsfolgen durch Verlust wich¬tiger Stützen wie Beruf und soziales Netzwerk werden nicht ausreichend berücksichtigt mit der Folge, dass ein Wiederauftreten der Erkrankung begünstigt wird.

    Um eine optimale Behandlung dieser Volkskrankheit zu gewährleisten, ist die Einbeziehung der Betroffenen in die Entwicklung von Medikamenten und Therapiemöglichkeiten nicht nur ratsam, sondern sogar unerlässlich.

    Obwohl die genauen Entstehungsursachen der Depression nach wie vor unklar und multi¬faktoriell sind, können Betroffene durch Selbsterforschung wichtige Anhaltspunkte dafür liefern, welche Lebensumstände Depressionen begünstigen bzw. wie sich Resilienz erwerben lässt. Die¬ser Aspekt ist im Hinblick auf die Erforschung gesellschaftlicher Hintergründe, insbesondere der Entwicklungen im Berufsleben, von zunehmender Bedeutung.


    Dr. med. Nico Niedermeier

    Vita

    • 1983-1990 Studium der Humanmedizin an der LMU München
    • 1990-1998 Tätigkeit als Arzt im Praktikum und Assistenzarzt (Städt. Krankenhaus München Neuperlach, Psychosomatische Klinik Windach am Ammersee und Psychiatrische Klinik der LMU München)
    • seit 1998 Niedergelassener Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
    • seit 2000 Gründung und Moderation des Online-Diskussionsforums für depressive Stö¬rungen im Rahmen des „Kompetenznetzes Depression, Suizidalität“ mit Förderung durch das BMBF sowie den vdek, seit 2008 Alleinförderung durch die BarmerGEK
    • seit 2006 Anerkennung als Supervisor und Lehrtherapeut durch die BLÄK, die DVT, die DGVT sowie die Ausbildungsinstitute VFKV und IFT
    • 2008 Gründungsmitglied des Münchner Depressionsnetzes
    • 2009 Gründungsmitglied der Deutschen DepressionsLiga und Benennung als Ehrenmitglied durch selbige

    Das Online-Diskussionsforum Depression – Hilfe zur Selbsthilfe
    Vortrag: 12.20-12.40 Uhr

    Dargestellt wird das Online-Diskussionsforum des Kompetenznetzes Depression, das mittlerweile in die Stiftung Deutsche Depressionshilfe integriert wurde. Das Diskussionsforum ist ein seit 2001 bestehendes und seitdem stetig anwachsendes Online-Selbsthilfeangebot für depressiv erkrankte Menschen. Durch die Möglichkeit einer anonymen Nutzung zu jeder Tageszeit und von jedem Ort bietet es eine optimale niedrigschwellige Möglichkeit, sich mit anderen Betroffe¬nen auszutauschen. Das Forum, das von einer Soziologin und einem Facharzt moderiert wird, wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Vorstellung des Forums am 1. Deutschen Patientenkongress erfolgt durch eine langjährige Userin und einen der Moderatoren.

    Prof. Dr. med. Dr. phil. Helmut Remschmidt
    Kontakt: Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
    und -psychotherapie der Philipps-Universität
    Marburg, Schützenstraße 49, 35039 Marburg
    remschm@med.uni-marburg.de

    Vita
    Geboren 1938 in Czernowitz/Rumänien

    • 1958-1968 Studium der Medizin, Psychologie und Philosophie an den Universitäten Erlangen, Wien und Tübingen
    • 1975-1980 Ordentlicher Professor für Psychiatrie und Neurologie des Kindes- und Jugend¬alters an der Freien Universität Berlin
    • 1980-2006 Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Philipps-Universität Marburg, seit dem 1.10.2006 emeritiert
    • 1982-1983 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, seit 2000 Ehrenpräsident
    • 1985-1999 Präsident der European Society for Child and Adolescent Psychiatry (ESCAP)
    • 1998-2004 Präsident der International Association for Child and Adolescent Psychiatry and Allied Professions (IACAPAP), seit 2009 Ehrenpräsident
    • Wissenschaftliche Schwerpunkte: Entwicklungspsychopathologie, psychiatrische Genetik, Essstörungen, Schizophrenieforschung, Therapie und Evaluationsforschung, Forensische Kinder- und Jugendpsychiatrie
    • Neben anderen Auszeichnungen erhielt er 1999 den Max-Planck-Preis für internationale Ko¬operation

    Depressive Störungen im Kindes- und Jugendalter
    Vortrag: 12.40-13.00 Uhr

    Depressive Störungen kommen bereits im Kindes- und Jugendalter vor und haben in dieser Altersgruppe Besonderheiten im Hinblick auf Symptomatik, Therapie und Verlauf. Bei Kindern liegt ihre Häufigkeit bei ca. 2%, bei Jugendlichen um 9%. Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer depressiven Störung zu erkranken, liegt bei 16%. In einer Untersuchung der WHO wurde deutlich, dass keine andere Erkrankung die Lebenszeit und die Lebensqualität so beeinträchtigt wie eine depressive Störung. Die größte Gefahr im Verlaufe der Erkrankung ist der Suizid. Als Ursachen wurden, neben einer genetischen Disposition, aktuelle Belastungen, traumatische Erfahrungen und Verlusterlebnisse, zuweilen auch physikalische Einwirkungen wie Lichtentzug identifiziert. Die Diagnostik ist umso schwieriger, je jünger das Kind ist. Die Therapie besteht aus einer Kombination von Psychotherapie, Pharmakotherapie und Familienberatung. Im Vortrag werden Symptomatik und subjektives Erleben depressiver Störungen auch anhand von Selbst¬zeugnissen (Beschreibungen, bildlichen Darstellungen) der jungen Patienten veranschaulicht.

    Privatdozentin Dr. med. Christine Rummel-Kluge
    Geschäftsführerin Stiftung Deutsche Depressionshilfe

    Kontakt: Stiftung Deutsche Depressionshilfe
    Semmelweisstraße 10, 04103 Leipzig
    Tel: 0341 / 97-24493, Fax: 0341 / 97-24599
    info@deutsche-depressionshilfe.de

    Vita
    Geboren 1973

    • 1993-2000 Humanmedizinstudium an der Technischen Universität München
    • 2000-2010 Ärztin im Praktikum und Assistenzärztin an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Technischen Universität München
    • Seit 2010 Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
    • Seit 2010 Geschäftsführerin der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig
    • 2011 Habilitation an der Technischen Universität München

    Wissenschaftlich beschäftigt sich Privatdozentin Dr. Christine Rummel-Kluge mit Psychoedu¬kation und der Entwicklung von Peer-to-peer-Strategien, zudem im Bereich der Evidenzbasierten Medizin mit der Erstellung von Cochrane Metaanalysen.

    Eva Straub
    Kontakt: eva.straub@bingo-ev.de

    Vita
    • 1988 Akute psychische Erkrankung unseres Sohnes
    • seit 1990 Aktive Arbeit in der Ingolstädter Angehörigengruppe
    • seit 1996 Vorstandsmitglied im „Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e.V.“ (LVB-ApK e.V.), München, davon 6 Jahre als 1. Vorsitzende und 7 Jahre als 2. Vorsitzende
    • seit 1999 1. Vorsitzende des „Vereins der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker in der Region 10“, Ingolstadt
    • 2005-2008 1. Vorsitzende des „Bundesverbands der Angehörigen psychisch Kranker e.V.“ (BApK e.V.), Bonn
    • 2008-2011 2. Vorsitzende im „Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.“ (BApK e.V.), Bonn

    Seit Beginn ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Angehörigen-Selbsthilfearbeit vor fast 21 Jahren war es Eva Straubs Ziel, die immense Hilfe und Entlastung, die sie selbst in der Angehörigen-Selbsthilfe erfahren hat, weiterzugeben. Sie hatte das große Glück, relativ bald nach dem Ausbruch der Schizophrenie bei einem ihrer drei Kinder, dem Sohn, auf die Ingolstädter Angehörigen-Selbsthilfegruppe zu stoßen. Hier wurde Eva Straub bewusst, dass das schwere Schicksal trotz allen Leids zu etwas Gutem führen kann, wenn man die eigenen Erfahrungen und Problemlöseerfolge mit Gleichbetroffenen teilt. Daher war und ist neben der Arbeit in den Angehörigengruppen, den Beratungen und der Hilfe zur Selbsthilfe, eine andere Aufgabe für sie sehr wichtig: das Bekanntmachen und die Verbreitung der Angehörigen-Selbsthilfe.

    Der Sog der Depression – Depression aus Sicht der Angehörigen
    Vortrag: 10.50-11.10 Uhr

    Angehörige sind die Ersten, die Veränderungen bemerken. Sie sind auch diejenigen, die am längsten, am eindringlichsten und am direktesten das Leid des an einer Depression leidenden Menschen miterleben.

    Spätestens wenn sie merken, dass ihre bisher bei körperlichen Erkrankungen erprobten Hilfen nichts nützen – sie unter Umständen das Gegenteil damit erreichen, werden sie gnadenlos mit hinein gesogen in die düstere Stimmung und Hoffnungslosigkeit, oder ...

    Über das „Oder“ und die Möglichkeiten, sich abzugrenzen zum Wohl des Patienten und der übrigen Familienmitglieder, wird es bei dem Referat gehen.

    Angehörige sind gottlob auch die Ersten, die den Beginn der Gesundung wahrnehmen!


    Weitere Informationen:

    http://www.deutsche-depressionshilfe.de/


    Anhang
    attachment icon 1. Deutscher Patientenkongress Depression - Viten und Abstracts der Sprecher

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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