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25.10.2011 11:04

Deutschland verfügt über 600 Akademische Lehrkrankenhäuser

Verena Wirwohl Geschäftsstelle des MFT
Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland

    Ihre Zukunft ist ungewiss

    Im Durchschnitt haben die Medizinischen Fakultäten Deutschlands mit 16 - 17 ausgewählten Krankenhäusern vertraglich geregelte Kooperationen zur Vertiefung der praktischen Ausbildung beim Medizinstudium. "Mit mehr als 600 Akademischen Lehrkrankenhäusern verfügt Deutschland über ein breites und fachlich differenziertes Angebot für Studierende im Praktischen Jahr (PJ)", sagt Professor Dieter Bitter-Suermann, Präsident des MFT Medizinischen Fakultätentags. Nach Plänen des Bundesgesundheitsministeriums soll sich das aber nun ändern.

    Künftig sollen die Universitäten nicht mehr gemeinsam mit den Ländern die kooperierenden Krankenhäuser auswählen. Ab 2013 sollen Länderbehörden alleine ein Verzeichnis der Stätten erstellen, die PJ-Studierende ausbilden dürfen. Damit soll insbesondere der Landarztmangel bekämpft werden.

    "Bei der Auswahl der Krankenhäuser soll dann mit den Universitäten kein Einvernehmen mehr hergestellt werden. Dennoch sollen die Universitäten aber die Aufsicht über die Ausbildung von in ganz Deutschland verteilten Studierenden übernehmen. Dies lehnen wir ab", erläutert Bitter-Suermann. "Schließlich gibt es keinen Mangel an praxisbezogenen Ausbildungsplätzen. Im Gegenteil, wir haben bereits heute ein Überangebot an Plätzen für die klinische Ausbildung im PJ." Dass Ministerien nicht nur nach sachlichen Kriterien entscheiden, sondern mitunter auch politischen Einflüssen nachgeben, zeigt überdies die Erfahrung.

    Landarztmangel lässt sich nicht durch eine andere Verteilung von Studierenden beseitigen

    Im Land Brandenburg, das selbst keine Medizinische Fakultät hat, verfügt alleine die Charité – Universitätsmedizin Berlin über elf Akademische Lehrkrankenhäuser. Hinzu kommen in Brandenburg weitere Akademische Lehrkrankenhäuser, die mit den Universitäten in Rostock und Greifswald zusammenarbeiten. Ländergrenzen sind also kein Hindernis für Lehrkooperationen, doch die Ärztinnen und Ärzte sind weit mobiler als es der Politik lieb ist.

    So ist auch die Anwesenheit einer Medizinischen Fakultät in einer Region unerheblich für die Dichte an praktizierenden Ärztinnen und Ärzten. Das Land Bremen verfügt wie Brandenburg über keine Medizinische Fakultät, hat aber dennoch die höchste Dichte an Vertragsärzten pro Einwohner in Deutschland. "Die Verlegung des PJ in ländliche Bezirke ist deshalb kein geeignetes Instrument, um junge Mediziner langfristig dort zu binden. Dafür sind andere Faktoren wie Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten der Lebensgestaltung ausschlaggebend", gibt Rüdiger Strehl, Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika, zu bedenken.

    Eine diesbezügliche Stellungnahme der Deutschen Hochschulmedizin, des Dachverbands des MFT Medizinischen Fakultätentags und des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD), kann abgerufen werden unter:
    http://www.mft-online.de/files/kurzfassung_ao-stellungnahme_hochschulmedizin_18_...

    Ansprechpartnerin:
    Verena Wirwohl – Ass. iur. –
    Deutsche Hochschulmedizin e. V.
    Alt-Moabit 96
    10559 Berlin
    Tel.: 030/6449 8559 -15, Fax: -11, Mail: wirwohl@mft-online.de

    Belegexemplar erbeten

    Der Verband "Deutsche Hochschulmedizin e. V." vertritt die Medizinischen Fakultäten und Universitätsklinika Deutschlands


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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