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29.10.2011 10:01

Arzneimitelrückstände im Wasserkreislauf – Öffentliche Vortragsreihe an der TU Hamburg-Harburg

Jutta Katharina Werner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Pressestelle
Technische Universität Hamburg-Harburg

    Hormonell wirksame Mikroverunreinigungen im Wasser, hervorgerufen durch Arzneimittelrückstände und Industriechemikalien, führen unter anderem zu einer Verweiblichung männlicher Fische. Dies weist offensichtlich auf ein Umweltproblem hin. Jedoch sind dessen Bewertung sowie ein möglicherweise daraus resultierender Handlungsbedarf noch sehr umstritten. Die TU Hamburg-Harburg macht diese umweltpolitische Problematik über Mikroverunreinigungen zum Thema einer siebenteiligen Veranstaltungsreihe.

    Unter dem Titel „Mikroverunreinigungen in der aquatischen Umwelt“ widmet sich die Veranstaltung im November und Dezember konkreten Fragen, beispielsweise wie Mikroverunreinigungen in der bisher messbaren Konzentration toxikologisch zu bewerten, inwieweit diese Stoffe auch für die Trinkwasserversorgung ein Problem sind, und wenn ja, wo dieses Problem gelöst werden kann: an der Quelle, auf der Kläranlage oder im Trinkwasserwerk. Die vom Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz organisierte Veranstaltung in der Reihe „Technik und Umwelt“ findet jeweils freitags von 15.15 bis 16.45 Uhr im Raum 0526 in der Eißendorfer Straße 42 (Gebäude M) statt und wendet sich explizit auch an Interessierte, die nicht der TUHH angehören. Im Anschluss an jeden Vortrag besteht Gelegenheit zur Diskussion.

    Zum Auftakt der Reihe am 4. November führt Professor Stephan Köster vom Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz in das Thema der Reihe „Mikroschadstoffe in der aquatischen Umwelt“ ein. Am 11. November geht es um die “Möglichkeiten zur Erweiterung bestehender Kläranlagen zur Spurenstoffelimination“. Es spricht Prof. Dr.-Ing Johannes Pinnekamp von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Universität Aachen. „Pharmaka in kleinen norddeutschen Gewässern“ ist das Thema am 18. November von Wibke Scheurer, Nachwuchsforscherin an der TU Hamburg-Harburg. Die „Adsorption in der Wasseraufbereitung: Möglichkeiten und Grenzen“ steht im Zentrum des Vortrages am 25. November von Marco Müller von der Blücher GmbH, Erkrath. Am 2. Dezember spricht der Diplomingenieur Franz-Peter Heidenreich von der Deutschen Bundestiftung Umwelt, Osnabrück über „Spurenstoffe in der Wasserforschung“, und am 9. Dezember stehen im Vortrag von Dr. Claudia Cramer vom Institut für umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf „Biologische Testverfahren zur Beurteilung der Wirkung von Mikroverunreinigungen“ im Mittelpunkt. Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe am 16. Dezember spricht der Berliner Wissenschaftsjournalist Dr. Florian Keil über „Mikroschadstoffe: Bewertungsunsicherheiten in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik“.

    Mikroverunreinigungen, Mikroschadstoffe und Spurenstoffe sind Begriffe für die Gesamtheit an Arzneimittelrückständen und Industriechemikalien im natürlichen sowie urbanen Wasserkreislauf. Mikroverunreinigungen sind anthropogenen Ursprungs. Maßgeblicher Eintragspfad in natürliche Gewässer sind Kläranlagen. Bis heute sind Kläranlagen weder gesetzlich verpflichtet, derartige Stoffe aus dem Abwasser herauszuholen, noch wären in den meisten Fällen hierzu technisch in der Lage. So finden wir Mikroverunreinigungen – in aller Regel in sehr geringen Konzentrationen – im natürlichen Wasserkreislauf. „Nachteilig ist, dass bereits konkrete negative Wirkungen dieser Stoffe auf im Gewässer lebende Organismen nachgewiesen werden konnten“, sagt Professor Köster. Der 40-Jährige forscht und lehrt an der TUHH auf dem Gebiet des Städtischen Umweltmanagements. Köster: „Sollte ein umweltpolitischer Handlungsbedarf vorliegen, dann stellt sich die Frage, was konkret zu tun ist. Welche Grenzwerte müssen wir festlegen und welche Effekte wiederum wird eine Grenzwertfestsetzung haben? Welche Technologien müssten wir beispielsweise nutzen, um derartige Stoffe aus dem Abwasser oder Trinkwasser herauszuholen? Wo liegen die Grenzen der Anwendbarkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Technologien?“

    Kontakt:
    TU Hamburg-Harburg
    Institut für Abwasserwirtschaft und Gewässerschutz
    Prof. Dr.-Ing. Stephan Köster
    Tel.: 040 / 42878-3107
    E-Mail: skoester@tuhh.de

    TU Hamburg-Harburg
    Pressestelle
    Jutta Katharina Werner
    Tel.: 040/ 42878-4321
    E-Mail: j.werner@tuhh.de


    Weitere Informationen:

    http://www.tuhh.de/aww - weitere Informationen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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