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04.11.2011 08:50

Neue Hemmstoffe gegen aggressive Kinderleukämie

Sylvia Kloberdanz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm Sander-Stiftung

    Trotz großer Fortschritte bei der Behandlung von akuten Leukämien im Kindesalter gibt es immer noch junge Patienten, denen mit herkömmlichen Therapien nicht effizient geholfen werden kann. Davon betroffen sind Kinder, die an der sogenannten MLL oder „mixed lineage“ Leukämie leiden. Die Arbeitsgruppe um Professor Robert Slany an der Universität Erlangen-Nürnberg hat einen vielversprechenden Anknüpfungspunkt gefunden, diesen aggressiven Leukämietyp zu therapieren. In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt wollen die Forscher neuartige Hemmstoffe in präklinischen Studien auf ihre Eignung zur Behandlung von MLL testen.

    Es trifft vor allem die Jüngsten! Bis zu 80 Prozent der Säuglinge, die während ihres ersten Lebensjahres an Leukämie erkranken, tragen in ihren Blutzellen eine spezielle Veränderung an zwei Chromosomen. Diese führt dazu, dass ein ganz neues Eiweiß in den Blutzellen entsteht. Es setzt sich aus zwei, an sich harmlosen Bestandteilen zusammen. Die Arbeitsgruppe um Professor Slany hat aufgedeckt, was passiert, wenn sich die beiden Untereinheiten zu den schicksalsträchtigen Molekülen zusammenlagern: Die als „MLL-Fusionsproteine“ bezeichneten Komplexe sorgen dafür, dass bestimmte Gene ähnlich wie an einem Fließband abgelesen werden. Das bewirkt die Anhäufung insbesondere von leukämiefördernden Genprodukten – wie beispielsweise den sogenannten HOX-Proteinen, die eine Kontrollfunktion bei der Blutbildung ausüben.

    Schrittmacher dieses Fließbandes ist die sogenannte Proteinkinase CDK9. Konkret bewirken die MLL Fusionsproteine, dass CDK9 kontinuierlich in Aktion bleibt. Mit Hilfe von kürzlich entwickelten Stoffen, die die CDK9 Kinase hemmen, versuchen wir den aus dem Takt gekommenen Produktionsrhythmus wieder auf das übliche Maß einzubremsen“, erläutert Professor Slany. Diese Hemmstoffe, will das Forscherteam nun in maßgeschneiderten präklinischen Leukämiemodellen auf ihre Tauglichkeit zur Behandlung von MLL getestet werden.

    Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 160.000 Euro.
    Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

    Kontakt (Projektleitung):
    Prof. Robert Slany, Ph.D
    Friedrich Alexander Universität Erlangen, Lehrstuhl für Genetik
    Telefon: +49-9131-8528527
    E-Mail: rslany@biologie.uni-erlangen.de
    http://www.genetik.nat.uni-erlangen.de/forschung/slany.shtml

    Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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