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07.11.2011 13:59

Fettpölsterchen helfen heilen

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    MHH-Ärzte nutzen stammzellangereichertes Fettgewebe zur Rekonstruktion

    Von den meisten Menschen bekämpft, bekommen Fettpölsterchen in der Medizin eine ganz neue Bedeutung: Plastische Chirurgen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gewinnen Stammzellen aus Fettgewebe, um damit strahlengeschädigte Haut (Radioderm), Narben, Konturstörungen und Wundheilungsstörungen besser behandeln zu können. Fettgewebe enthält eine ausgesprochen hohe Menge regenerativer Vorläuferzellen, in 100 Millilitern wurden eine Million Stammzellen (adipose-derived stem cells, ASC) nachgewiesen. „Diese Stammzellen bieten eine viel versprechende Quelle für die Stammzelltherapie zur Rekonstruktion und Regeneration von Weichteilen“, betont Professor Dr. Peter M. Vogt, Direktor der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie.

    Während einer Fettabsaugung, einer Standardoperation für die Plastischen Chirurgen, können große Mengen Fettgewebe gewonnen werden – und direkt im Operationssaal daraus auch Stammzellen. „Innerhalb einer Operation können wir so Defekte behandeln“, erläutert Professor Vogt. Erste Ergebnisse wurden bereits publiziert, Professor Vogt zählt mit seiner Klinik zu den Vorreitern dieser innovativen Therapie in Deutschland. Bislang hat die MHH-Klinik sieben Patienten mit diesem innovativen Verfahren behandelt. Bei einer Patientin aus Hessen hatten sich nach der Resektion und Bestrahlung eines bösartigen Weichteiltumors im Bereich des Schulterblattes Verknöcherungen und schmerzhafte Narben mit einem ausgedehnten Strahlenschaden entwickelt. Professor Vogt und sein Team trugen die Verknöcherungen ab und behandelten das Radioderm mit stammzellangereicherten Fetttransplantaten. Die Therapie brachte für die Frau eine deutliche Schmerzreduktion und einer Verbesserung des Narbenbildes. Ohne die stammzellangereicherte Fetttransplantation wäre die Rekonstruktion nur mit einer ausgedehnten Lappenplastik möglich gewesen – eine mehrstündige Operation.

    Professor Dr. Hans-Oliver Rennekampff und Dr. Christian Herold, Ärzte im Team von Professor Vogt, fanden zudem heraus, dass die neue Methode einen weiteren Vorteil hat: Das veränderte Gewebe wird nach der Behandlung besser durchblutet.

    Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Peter Vogt, vogt.peter@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-8864


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    regional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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