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10.11.2011 17:35

Nur Fachkompetenz kann Hygienefehler in Kliniken verringern

Tilmann Müller-Wolff Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e. V.

    Eine höhere Anzahl von spezifisch weitergebildetem Pflegepersonal in Intensivstationen kann die Patientensicherheit erhöhen und Hygienefehler vermeiden helfen. Patienten die in Krankenhäusern intensivtherapeutisch behandelt werden müssen, haben das Recht auf eine sichere und qualifizierte Versorgung.

    Die deutsche Pflegewissenschaft, die Berufsverbände und die Sektion Pflegewissenschaft und Pflegequalität in der Intensivtherapie der DIVI beschäftigen sich seit einigen Jahren verstärkt mit der Fragestellung notwendiger Qualifikationen zur intensivpflegerischen Patientenversorgung. Durch Veröffentlichungen internationaler pflegerischer Studien, die eine höhere Überlebensrate von Krankenhauspatienten bei höherer fachlicher Qualifikation der Pflegenden nachwiesen, wurde sichtbar wie wichtig kompetentes Personal für Intensivstationen ist. Um eine ausreichende Pflegequalität in der klinischen Versorgung zu generieren, müssen sich Krankenhausträger mit verschiedenen Faktoren auseinandersetzen.
    Es kommt also weniger darauf an, lediglich darauf zu schauen wie viele Pflegende vom Krankenhausträger für die Patientenversorgung zur Verfügung gestellt werden. Relevant sind zwei wichtigere Punkte:
    - Es muss fortlaufend überprüft werden, ob die vorhandenen Pflegenden in ausreichender Tiefe qualifiziert sind, um die umfassenden Aufgabengebiete und Verantwortungsbereiche in der Intensivtherapie von Patienten übernehmen zu können.
    - Es muss überprüft werden, ob die patientenbezogenen Verantwortungsbereiche zwischen den vorhandenen Berufsgruppen in der Intensivtherapie richtig verteilt sind.

    Seit über 30 Jahren steht Pflegenden für Intensivpflege eine umfassende Fachweiterbildung zur Verfügung die vertiefende Kompetenzen in der Behandlung und Pflege von kritisch und akut Erkrankten vermittelt. Seit drei Jahren bestehen bundesweite Studiengänge für Intensivpflegende, die zu erweiterten Aufgabengebieten und Kompetenzen in der Patientenversorgung qualifizieren. Insgesamt lässt sich jedoch eine abnehmende Tendenz der Krankenhausbetreiber feststellen, Intensivpflegende zur spezifischen Weiterbildung zu unterstützen. Das führte dazu, dass in vielen Intensivstationen Pflegende am Patienten arbeiten, die über keinerlei vertiefende Weiterbildung verfügen.

    In den letzten Jahren belegen verschiedene deutsche Studien fortlaufend einen generalisierten und drastischen Pflegepersonalabbau in den Krankenhäusern. Das führte, im Zusammenhang mit steigenden Behandlungsfallzahlen und kürzeren Liegezeiten, zu einer insgesamt verknappten pflegerischen Leistungsfähigkeit, gleich ob Patienten in der Intensivstation oder anderen Bereichen Pflege benötigten. Derzeit besteht ein bundesweiter Fachkräftemangel in den Pflegeberufen, insbesondere im Bereich der Intensivkrankenpflege.

    Kliniken, die Intensivstationen betreiben, müssen sich dringend mit Parametern der Pflegequalität in diesem Bereich beschäftigen. Die Definition und Aufrechterhaltung von ausreichender Pflegequalität setzt voraus, dass geeignete pflegerische Fachkräfte der Patientenversorgung zur Verfügung stehen. Diese müssen inhaltlich und strukturell befähigt werden, die kritisch Erkrankten reflektiert, patientenorientiert und auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Erkenntnisse versorgen zu können. Hieraus lassen sich, in der Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen (Ärzte, Physiotherapeuten, usw.) bessere Behandlungsergebnisse und ein höheres Maß an Sicherheit für die Patienten erzielen.

    Tilmann Müller-Wolff, M.A.
    Sprecher der DIVI Sektion Pflegeforschung & Pflegequalität
    (korrespondierender Autor)

    Rolf Dubb
    Stellvertretender Sprecher der DIVI Sektion Pflegeforschung & Pflegequalität

    Klaus Notz, BBA
    DIVI Präsidiumsmitglied, Vertreter der nicht-ärztlichen Berufsgruppen in der DIVI

    Rückfragen richten Sie bitte an Tilmann Müller-Wolff unter: t-m-w@online.de


    Weitere Informationen:

    http://www.divi-org.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


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