idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
18.11.2011 09:40

Vernetzte Forschung zu Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen

Philip Stirm Referat Kommunikation
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung

    Symposium des BMBF-Forschungsschwerpunkts „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ führt internationale und nationale Experten zusammen

    Das erste internationale Symposium des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsschwerpunkts „Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“ führt am morgigen Samstag in München international und national führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Lernstörungen zusammen. Organisiert wird das Symposium mit Referenten aus Europa, den USA und Kanada von der am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und am Klinikum der Universität München verantworteten Koordinierungsstelle des Forschungsschwerpunkts. Unter Beteiligung von 14 Forschungsinstituten in Deutschland wird in zwölf Projekten umfassendes empirisches Wissen zu individueller, ursachenbezogener Diagnostik und evidenzbasierter Förderung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen aufgebaut. Auf dem Symposium diskutieren die Forscher mit den internationalen Experten ihre neuesten Erkenntnisse.

    Im Vorfeld betonen Professor Dr. Marcus Hasselhorn vom DIPF und Professor Dr. Gerd Schulte-Körne vom Klinikum der Universität München als Leiter der Koordinierungsstelle die Dringlichkeit der Forschungsaktivitäten. „Lese-Rechtschreib- und Rechenstörungen beeinträchtigen die schulische und psychische Entwicklung vieler Kinder und Jugendlicher in Deutschland nachhaltig. Die Kinder verlassen häufig ohne Abschluss die Schule, obwohl sie genauso intelligent sind wie ihre Klassenkameraden“, erläutert Professor Schulte-Körne. Professor Hasselhorn ergänzt: „Bedenkt man, dass fast jedes zehnte Schulkind in Deutschland die Kriterien für eine entsprechende Diagnose erfüllt, so kann man erahnen, von welch weitreichender Bedeutung die bessere Diagnostik und Förderung in diesem Bereich für den durchschnittlichen schulischen Erfolg zukünftiger Generationen ist.“ Bislang fehlt es aber an Förderkonzepten, deren Wirksamkeit überprüft ist. Diese Lücke will die BMBF-Initiative schließen.

    Der Schwerpunkt fördert seit 2010 empirische Forschungsvorhaben in folgenden Bereichen:
    - Erforschung von Ursachen schulischer Entwicklungsstörungen mit dem Ziel eines Transfers in die diagnostische Praxis und der Förderung Betroffener. Neben neuropsychologischen Tests kommen auch neurophysiologische Methoden wie EEG zum Einsatz
    - Empirische Validierung vorhandener Methoden der Diagnostik sowie Erforschung und Entwicklung ursachenbezogener Diagnosemöglichkeiten
    - Erforschung, Entwicklung und Evaluation ursachenbezogener und evidenzbasierter Fördermaßnahmen, die mit methodisch kontrolliertem Versuchsdesign überprüft werden
    - Wissenschaftliche Analyse und Entwicklung von Interventionsstudien zur Implementierung und Realisierung entsprechender Fördermaßnahmen in Bildungsinstitutionen
    - Forschungsvorhaben zur empirischen Überprüfung weiterer Auffälligkeiten, beispielsweise in den Bereichen Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit, Emotion oder Motivation
    - Empirische Überprüfung von Lernmethoden und Untersuchungen zur Auswirkung von Unterrichtsmethoden auf die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Lernstörungen

    Das Koordinationsteam von DIPF und Klinikum der Universität München unterstützt die weitreichende Vernetzung der Projekte untereinander und mit internationalen Expertinnen und Experten – etwa im Rahmen der jährlich organisierten internationalen Symposien und Treffen der Projektleitungen. Zudem veranstaltet die Koordinierungsstelle zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses regelmäßig Jungforschertreffen mit Workshops für Doktorandinnen und Doktoranden. Projektübergreifende Ergebnisse werden für die allgemeine Öffentlichkeit aufbereitet. Für das Erreichen der wissenschaftlichen Öffentlichkeit werden Publikationen in begutachteten Fachzeitschriften sowie Beiträge auf Fachkongressen koordiniert. Der Transfer der Erkenntnisse in die Praxis wird über den kontinuierlichen Austausch mit praxisnahen Institutionen gefördert. Weiterhin informiert eine Broschüre Bildungspraxis und -administration zum Ende der Laufzeit des Forschungsschwerpunkts im Jahr 2013 über die Ergebnisse der einzelnen Projekte. Eine zentrale Datenbank archiviert alle relevanten Daten.

    Kurzinformationen zu den einzelnen Projekten des Schwerpunkts und den Ansprechpartnern:
    http://www.esf-koordinierung.de

    Weitere Informationen:
    Presse-Kontakt: Philip Stirm, DIPF, Tel. +49 (0) 69 / 24708-123, stirm@dipf.de
    Kontakt Koordination DIPF: Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Tel. +49 (0) 69.24708-214, hasselhorn@dipf.de
    Kontakt Koordination Klinikum der Universität München: Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne, Tel. +49 (0) 89 / 5160-5901, Gerd.Schulte-Koerne@med.uni-muenchen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.esf-koordinierung.de
    http://www.dipf.de
    http://www.kjp.med.uni-muenchen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin, Pädagogik / Bildung, Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).