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25.11.2011 08:50

Aachener Hochschulen bieten gemeinsamen Studiengang Physiotherapie an

Team Pressestelle Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
FH Aachen

    Über 100.000 Physiotherapeuten gibt es in Deutschland – die meisten von ihnen haben kein Hochschulstudium absolviert, sondern eine Berufsfachschule besucht. Dies kann sich auf dem Berufsweg als unzureichend erweisen, besonders beim Einstieg in die Forschung oder beim Wechsel ins Ausland – wo ein Physiotherapiestudium die Regel ist. Ein neues, gemeinsames Studienangebot des Fachbereichs Medizintechnik und Technomathematik der FH Aachen und der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Aachen (UKA) soll hier Abhilfe schaffen.

    Über 100.000 Physiotherapeuten gibt es in Deutschland – die meisten von ihnen haben kein Hochschulstudium absolviert, sondern eine Berufsfachschule besucht. Dies kann sich auf dem Berufsweg als unzureichend erweisen, besonders beim Einstieg in die Forschung oder beim Wechsel ins Ausland – wo ein Physiotherapiestudium die Regel ist. Ein neues, gemeinsames Studienangebot des Fachbereichs Medizintechnik und Technomathematik der FH Aachen und der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Aachen (UKA) soll hier Abhilfe schaffen.
    „Mit diesem Studiengang haben wir etwas Außergewöhnliches und in Deutschland Einzigartiges geschaffen“, sagte Prof. Dr. rer. nat. Volker Sander, Dekan des Fachbereichs Medizintechnik und Technomathematik der FH Aachen, Campus Jülich, am Donnerstag bei der gemeinsamen Pressekonferenz von FH, RWTH und UKA. „Er vereint die Technikkompetenz beider Hochschulen mit einer praxisnahen Ausbildung am Universitätsklinikum.“ Zum Wintersemester 2011/2012 ist der duale ausbildungsbegleitende Bachelorstudiengang Physiotherapie eingeführt worden. Er umfasst sechs Semester und hat eine geplante Aufnahmekapazität von 20 Studierenden pro Studienjahr. Nach einem Jahr Ausbildung an der Schule für Physiotherapie des UKA folgen vier Semester, in denen Studium und Ausbildung parallel laufen. Das letzte Studienjahr bis zum Abschluss Bachelor of Science absolvieren die Studierenden in Vollzeit. Nach insgesamt vier Jahren haben sie dann sowohl einen Studienabschluss als auch eine abgeschlossene Ausbildung als staatlich anerkannter Physiotherapeut in der Tasche. „Die hochqualifizierten Auszubildenden der Schule für Physiotherapie im Uniklinikum sind bisher ins benachbarte Ausland gegangen, um dort zusätzlich einen Bachelor in Physiotherapie zu erwerben. Mit dem neuen Studiengang tragen wir also auch zur Standortsicherung bei“, sagte Prof. Dr. Wolfang Dott, Studiendekan der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen. Zum nächsten Wintersemester 2012/2013 wird der berufsbegleitende Studiengang Physiotherapie mit einer Kapazität von zehn Studierenden eingeführt. Auch hier laufen die ersten vier Semester parallel – in diesem Fall Studium und Beruf. Es folgen ein Jahr Vollzeitstudium und schließlich der Bachelorabschluss. Ergänzend wird ab dem Wintersemester 2014/2015 auch ein konsekutiver Masterstudiengang Physiotherapie starten, der forschungsorientiert ist und dessen Schwerpunkt im Bereich Medizintechnik liegt.
    Für die Initiatoren, Prof. Dr. Volker Sander und Prof. Dr. Wolfgang Dott, ist eine Akademisierung der Physiotherapie-Ausbildung unabdingbar: „Wir wollen unseren Studierenden die besten Zukunftschancen bieten. Da die rasante Entwicklung in der Medizintechnik sich fraglos in der Erweiterung des Anwendungsspektrums niederschlägt, müssen Physiotherapeuten zukünftig für die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Medizin gerüstet sein.“ Das Berufsbild des Physiotherapeuten habe sich gewandelt und sei vielschichtiger geworden. Neben der Therapie gehe es zukünftig verstärkt um Gesundheitsförderung und Beratung sowie um die Weiterentwicklung bestehender rehabilitativer Verfahren, aber auch um die Entwicklung neuer Untersuchungs- und Therapiemethoden. So wird der Studiengang forschungsorientiert sein, jedoch auch kommunikative und edukative Kompetenzen vermitteln. „Wir erwarten, dass es durch die Akademisierung des Berufes häufiger Studien zu Behandlungsmethoden geben wird“, sagte Prof. Dr. Dr. Aysegül Temiz-Artmann vom Fachbereich Medizintechnik und Technomathematik der FH Aachen, Campus Jülich. „Die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Kompetenz trägt dazu bei, dass Physiotherapeuten künftig aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung besser in ihre Arbeit übernehmen können“, ergänzte Prof. Dr. med. Karl-Walter Zilkens, Leiter der Schule für Physiotherapie am UKA.
    Physiotherapeuten nehmen eine tragende Rolle im Gesundheitswesen ein, sie liefern mit ihrer Arbeit eine wertvolle Ergänzung zur klassischen Medizin. Das Berufsbild umfasst inzwischen weit mehr als Massage und Krankengymnastik; Physiotherapeuten analysieren die Beeinträchtigungen ihrer Patienten und stellen entsprechende Behandlungspläne auf. Die Therapie wird abschließend evaluiert und der Patient weitergehend beraten. Darüber hinaus werden künftig auch Kompetenzen in Lehre und Forschung stärker gefragt sein.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Kooperationen, Studium und Lehre
    Deutsch


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