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30.11.2011 12:50

Tierschutzforscherpreis geht an Tübinger Wissenschaftler

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Dr. Martina Berger, Prof. Ulrich Lauer und Martina Zimmermann erhalten Forschungspreis "Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch” des Ministeriums für Ländlichen Raum Baden-Württemberg.

    Das baden-württembergische Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hat den Forschungspreis “Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch” 2011 an zwei Projekte der Universität Tübingen verliehen: Dr. Martina Berger sowie Professor Ulrich Lauer und Martina Zimmermann forschen am Universitätsklinikum der Universität Tübingen. Die Projekte wurden jeweils mit 12.500 Euro ausgezeichnet.

    Dr. Martina Berger beschäftigt sich in der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie mit dem Einsatz von Herzklappenprothesen bei Herzpatienten. Üblicherweise werden zur Erforschung, insbesondere bei Alterungspro-blemen von Herzklappen, Versuche hauptsächlich an Schafen durchgeführt. Dr. Berger hat hierfür den „Realtime-Herzklappen-Bioreaktor” entwickelt. Damit können Bedingungen, wie sie im menschlichen Herz auftreten, simuliert werden, etwa der Blutfluss, der Blutdruck, die Herzfrequenz oder die Temperatur von Blut. Mit diesem System können viele Versuchsparameter schon vorab getestet werden, für die sonst ein Tierversuch notwendig wäre. Da das Gefäß aus Glas ist, können die Herzklappen bereits während des Versuchs über eine Kamera analysiert werden. Ein wichtiger Einsatzbereich ist die Simulierung von Bluthochdruck im Bioreaktorsystem ‒ diese Versuche sind im Großtiermodell äußerst schwierig.

    Martina Zimmermann und Professor Ulrich Lauer beschäftigen sich mit der Erforschung und Entwicklung neuartiger Krebstherapeutika. Bevor neue Medikamente zugelassen werden, müssen umfangreiche Untersuchungen durchgeführt werden. Dies geschieht üblicherweise anhand von menschlichen Tumor-Zelllinien oder Tiermodellen, bei denen menschliche Tumorzellen unter der Haut von Mäusen anwachsen. Eine Ergänzung zu den Standard-Untersuchungen bietet die Gewebekultur von dünnen Gewebeschnitten aus menschlichen Organen, in denen Krebszellen entstanden sind oder sich als Metastasen angesiedelt haben. Die Besonderheit der Methode liegt darin, dass Gewebeschnitte nicht nur aus gesundem menschlichen Gewebe angefertigt werden können, sondern auch aus menschlichem Tumormaterial. So können Untersuchungen durchgeführt werden, die der "wahren" Situation bei Tumorpatienten wesentlich näher sind. Martina Zimmermann und Ulrich Lauer arbeiten an der Etablierung eines Testsystems im Speziellen für onkolytische Viren, die zur Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden, anhand von menschlichen Gewebeproben aus Lebertumoren. Diese Untersuchung bietet eine einzigartige Möglichkeit, im Vorfeld klinischer Studien Erkenntnisse zu gewinnen.

    Kontakt:
    Veterinärdirektor Dr. med. vet. Franz Iglauer
    Universität Tübingen
    Tierschutzbeauftragter, Einrichtung für Tierschutz,
    Tierärztl. Dienst u. Labortierkunde
    Telefon: +49 7071 29-80125
    franz.iglauer[at]med.uni-tuebingen.de

    Prof. Dr. Ulrich M. Lauer
    Universitätsklinikum Tübingen
    Abteilung Innere Medizin I
    Hepatologie, Gastroenterologie, Infektiologie
    Telefon: +49 7071 29-8 31 90
    ulrich.lauer[at]uni-tuebingen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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