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01.02.2012 15:28

Fingerabdruck der Antikörper

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    MHH-Forschern gelang ein tiefer Einblick in das Immunsystem / Wichtige Erkenntnis für Impfstoffentwicklung / Publikation im Journal of Experimental Medicine

    Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) konnten zeigen, dass sich Darm-Antikörper von Individuum zu Individuum unterscheiden – so ähnlich wie ein persönlicher Fingerabdruck. Zudem wiesen sie nach, dass der Darm ein „immunologisches Gedächtnis“ hat. Das Team um Professor Dr. Oliver Pabst aus dem MHH-Institut für Immunologie veröffentlichte diese Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of Experimental Medicine. Erstautorin ist die Doktorandin Cornelia Lindner.

    Das Antikörper-Muster entsteht, weil dass Immunsystem durch Genumlagerungen und Mutationen Milliarden unterschiedlicher Antikörpervarianten produziert. „Die Antikörper-Vielfalt bestimmt vermutlich mit, ob und wie Impfstoffe wirken. Bislang war es unvorstellbar, sie umfassend zu beschreiben“, sagt Arbeitsgruppenleiter Professor Dr. Oliver Pabst.

    Mit einem besonders leistungsfähigen Gen-Sequenzierer am MHH-Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, dass Professor Dr. Sebastian Suerbaum leitet, konnten die Forscher nun rund eine Million Gen-Sequenzen analysieren, die die Antikörpervarianten hervorbringen. Diese Zahl übertrifft bei weitem die Auflösung, die bei vergleichbaren Forschungsarbeiten üblich ist. „Damit wird es möglich, die Entwicklung neuer Impfstoffe, beispielsweise gegen Salmonellen oder EHEC, zu erleichtern“, sagt Mitautor Privatdozent Dr. Immo Prinz.

    Die Wissenschaftler konnten auch zeigen, dass die Antikörper-Muster relativ stabil sind. Dazu entfernten sie Plasmazellen, die Antikörper hervorbringen. Sobald die Plasmazellen nachgewachsen waren, produzierten sie wieder die gleichen Antikörper. „Damit konnten wir eindeutig nachweisen, dass es im Darm ein immunologisches Gedächtnis gibt. Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung von oralen Impfstoffen“, sagt Professor Pabst.

    Weitere Informationen erhalten Sie von Professor Dr. Oliver Pabst, Institut für Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Tel. (0511) 532-9739, pabst.oliver@mh-hannover.de.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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