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23.07.1997 00:00

Gummibärchen: Sie kommunizieren doch!

Beate Kostka M. A. Presse- und Informationsstelle, Standort Duisburg
Gerhard-Mercator-Universität Duisburg (bis 31.12.2002)

    Durchbruch in der Gummibaerchen-Forschung

    Und sie kommunizieren doch! Das Leib-Seele-Problem der "Orangenen"

    Was viele zwar geahnt, aber noch nie jemand erwiesen hat, wurde jetzt entdeckt: Gummibaerchen kommunizieren doch miteinander!

    Dieser Durchbruch in der Gummibaerchen-Forschung gelang dem Duisburger Computerlinguisten Prof. Dr. phil. Wolfgang Hoeppner. "Sprachliche Varietaeten bei Gummibaerchen" lautet der Titel seine Studie, die dem zwischenbaerlichen Geplauder der suessen Tuetenbewohner auf den Grund geht.

    Im heimischen Wohnzimmer Hoeppners wurde eine Gruppe von dreizehn Versuchsgummibaerchen auf der Fensterbank ausgesetzt, um deren Kommunikationsstrukturen in freier Wildbahn zu erforschen.

    Mit "Hallodri und "Tanderadei" aus dem Zimmer

    Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei den Probanden um sehr schuechterne Wesen handeln muesse, schildert Prof. Hoeppner seine Versuche: "Nicht einmal raeuspern taten sie sich, ja, sie verzogen keine einzige Miene."

    Des Raetsels Loesung: Gummibaerchen kommunizieren nur, wenn sie sich unbeobachtet fuehlen. Die Rahmenbedingungen des Experiments mussten daher veraendert werden. Das Team um Hoeppner stiess klar und deutlich vernehmbare Aufbruchsignale wie "Tanderadei" und "Hallodri" aus, verliess das Zimmer, - um nach angemessener Zeit zurueckzuschleichen und die Beobachtungen fortzusetzen.

    Auf die Farbe kommt es an

    Der sensationelle Befund: "Wir haben dann entdeckt, dass sich die Baerchen kleine, beschriebene Papierschwalben zuwerfen," schildert Prof. Hoeppner das bahnbrechende Forschungsergebnis.

    Natuerlich folgten aufregende inhaltliche Analysen zum Kommunikationsverhalten der Gummibaerchen. Dabei zeigte sich zur Verblueffung der Duisburger Forscher, dass die thematischen Inhalte je nach der Farbe der Baerchen variieren!

    Die Hellroten sind dichterisch

    Die Resultate im einzelnen: "Orangene Gummibaerchen unterhalten sich beispielsweise am liebsten ueber das Leib-Seele-Problem, waeh-rend sich die hellroten Baerchen hauptsaechlich waehrend der Morgendaemmerung dichterischer Ausdrucksformen bedienen."

    Auch ueber scheinbar Banales wird geplaudert. Weisse Baerchen, so das vorlaeufige Resuemee des Forschers, tauschten sich am liebsten ueber Blumenkohl und Kohlrabi aus.

    Noergelbaeren und Romantiker

    Dass rote Gummibaerchen ihre Mitteilungen mit Bildern, beispielsweise mit gemalten Rosen, verschoenern, mag den Laien verwundern, nicht aber den Experten: "Ich hoffe dass niemand mehr in Frage stellt, dass Gummibaerchen ueber ein ausgepraegtes Seelenleben verfuegen," so Hoeppner.

    Hierzu passe ins Bild, dass es auch Baerchen gibt, die mit nichts und niemandem zufrieden seien. Als "Noergler" klassifiziert Hoeppner die "Gruenen".

    Der Forscher weist jedoch darauf hin, dass es sich hierbei um erste vage Erkenntnisansaetze handele, die weitere Untersuchungen unbedingt wuenschenswert erscheinen lassen.

    Bundesweite Baerchen-Forschung

    Noch vor kurzer Zeit trafen sich die Gummibaerchen-Experten in geheimen Zirkeln, um ihre Forschungsergebnisse auszutauschen und zu diskutieren. "Diese Zeiten sind Gott sei Dank vorbei," berichtet Hoeppner erleichtert: "Ein Blick ins Internet (*) macht deutlich, dass unser Forschungsgegenstand immer populaerer wird."

    Doch nicht alle Erkenntnisse, die muehevoll zusammengetragen werden, nutzen den bunten Gelatine-Wesen: An der Technischen Universitaet Muenchen wurden ahnungslose Gummibaerchen in einem Experiment ueber "Beschleunigung weichelastischer Projektile" mit dreifacher Schallgeschwindigkeit vor eine Aluminiumplatte geschleudert. Hoeppner: "Ein Unding! Es wird allmaehlich Zeit, eine Ethik-Kommission zu gruenden, die derlei fragwuerdige Experimente als das brandmarken, was sie sind: einfach erbaermlich!"

    (*) Tip zum weiteren Studium: Die "Gummibaeren-Homepage" der Universitaet Bonn http://www.psychologie.uni-bonn.de/Sonstige/gummibaer

    Hinweis: Prof. Hoeppner ist heute, 23.7., bis 14.00 Uhr und ab Montag, 28.7., zu erreichen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Informationstechnik, Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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