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16.02.2012 12:17

Erfolgreiche Grundlagenforschung zur Abwehr von Infektionen und Krebs

Dr. Julia Biederlack GB Unternehmenskommunikation
Charité-Universitätsmedizin Berlin

    Wissenschaftler entdecken neuen Wirkmechanismus

    Forschergruppen der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Universität Genf haben eine neue Möglichkeit zur Verbesserung von Impfstoffen gegen Infektionskrankheiten und zur Krebstherapie entdeckt. Die Wissenschaftler zeigen einen grundlegend neuen Mechanismus, wie bei Virusinfektionen körpereigene Alarmsignale die Immunabwehr zu Höchstleistungen anregen können.

    Virusinfektionen aktivieren sogenannte Killer T-Zellen. Diese stellen einen wichtigen Teil der Körperabwehr dar. Sie können Zellen, die mit Viren infiziert sind oder zu Krebszellen entartet sind, erkennen und vernichten. Somit wären Killer T-Zellen ein wichtiger Wirkmechanismus für Impfungen gegen HIV/AIDS, Hepatitis C, Malaria und für Krebstherapien. Für alle diese Erkrankungen stehen bisher noch keine Impfungen zur Verfügung. Die Killer T-Zellen werden von sogenannten dendritischen Zellen aktiviert. Diese koordinieren die Abwehrreaktionen des Körpers.

    Die deutsch-schweizerische Forschergruppe um Prof. Löhning von der Charite und Prof. Pinschewer von der Universität Genf hat nun einen zweiten Mechanismus entdeckt, wie eine Virusinfektion die Killer T-Zellen zu Höchstleistungen anspornt. „Die mit Viren infizierten, sterbenden Körperzellen selbst, läuten die Alarmglocken für die Killer T-Zellen.“, erklärt Prof. Löhning. Wenn Viren infizierte Zellen zerstören, kommt es zur Freisetzung von Zellbestandteilen, die für die Killer T-Zellen normalerweise unsichtbar sind. Zu diesen Bestandteilen gehören die sogenannten Alarmine. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Killer T-Zellen das Alarmin Interleukin 33 erkennen können. Bei Zelltod wird dieses Alarmin von Zellen freigesetzt, die das Gerüst von Milz und Lymphknoten bilden und sich in direkter Nachbarschaft der Killer T-Zellen befinden.

    In Mäuseexperimenten stellten die Forscher fest, dass Mäuse, denen das Gen für Interleukin 33 fehlte, nicht in der Lage waren, nach Virusinfektionen große Mengen von Killer T-Zellen zu bilden. Die wenigen verbleibenden Zellen waren nur schwach aktiv. Umgekehrt führte die Verabreichung des entsprechenden Alarmins im Zusammenhang mit einer Impfung zu einer stark vergrößerten Menge von Killer T-Zellen. Diese neuen Erkenntnisse sind eine wichtige Grundlage, um wirksame Impfungen gegen Infektionskrankheiten und zur Krebstherapie zu entwickeln.

    Kontakt:
    Prof. Max Löhning
    Medizinische Klinik mit Schwerpunkten Rheumatologie und Klinische Immunologie Charité – Universitätsmedizin Berlin
    t: +49 30 2846 0760
    E-Mail: loehning@drfz.de


    Weitere Informationen:

    http://Link zum Artikel:
    http://www.sciencemag.org/content/early/2012/02/08/science.1215418.abstract
    http://Link zur Klinik:
    http://rheumatologie.charite.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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