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02.03.2012 09:45

Grundlegende Änderung des Transplantationsgesetzes: DGfN begrüßt die geplante Entscheidungslösung

Dr. Bettina Albers Pressearbeit
Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN)

    Gestern einigte sich eine Spitzenrunde von Bundesregierung, Koalition und Opposition auf eine grundlegende Änderung des Transplantationsgesetzes. Die bisher geltende Zustimmungslösung soll durch eine Entscheidungslösung ersetzt werden. Ein großer Schritt, doch da keine Entscheidungspflicht bestehen wird, muss nun der Information der Bürger ein besonders hoher Stellenwert eingeräumt werden.

    Demnächst wird jeder Bürger regelmäßig nach seiner Bereitschaft zur Organspende gefragt werden, hat aber auch das Recht, sich nicht zu entscheiden und die Befragung zu ignorieren. „Auch wenn wir uns eine Entscheidungslösung mit Entscheidungspflicht gewünscht hätten, ist diese Novellierung von der Zustimmungs- zur Entscheidungslösung ein großer Schritt in die richtige Richtung“, so Prof. Dr. med. Jan Galle, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. „Die Politik hat das Problem Organmangel, das uns Ärzte Tag für Tag konfrontiert, in seiner Dringlichkeit erfasst und zügig agiert.“

    Die Sorge der DGfN, dass die fehlende Entscheidungspflicht die neue Entscheidungslösung aufweicht und dass die Menschen, die sich bis dato nicht mit den Thema Organspende auseinandergesetzt haben, es auch zukünftig nicht tun werden, bleibt jedoch bestehen. „Auch wenn viele Menschen „gefühlt“ pro Organspende sind, gibt es immer noch eine innere Hürde, sich konkret mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen und seine Organspendebereitschaft oder auch Nicht-Bereitschaft zu dokumentieren. Um diese Hürde zu überwinden, ist es wichtig, die Bürger umfassend zu informieren. So sollte jedem, der sich nicht entscheiden will, bewusst sein, dass er im Falle seines plötzlichen Ablebens, seine engsten Angehörigen dann vor diese Entscheidung stellt und ihnen die damit verbundene emotionale Last aufbürdet. Das wissen nur die wenigsten. Wir als nephrologische Fachgesellschaft sehen es daher als eine unserer wichtigsten Aufgaben im Bereich Öffentlichkeitsarbeit an, die Bürger zu informieren und erhoffen hier Unterstützung seitens der Politik“, so Galle.

    Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie hat zusammen mit der Deutschen Transplantationsgesellschaft und der Deutschen Nierenstiftung zum Weltnierentag 2012, der am 8. März ist, die Kampagne „Sag ja zum Leben, sag ja zur Organspende“ initiiert. In elf Bundesländern liegen in Apotheken Faltblätter zum Thema aus, in denen die Organ- und Nierentransplantation erklärt wird und gängige Vorurteilen ausgeräumt werden.

    Pressematerial zum Weltnierentag u. Informationsflyer stehen auf www.dgfn.eu zum Download bereit.

    Für weitere Informationen und Interviewanfragen:

    Pressestelle der DGfN:
    Dr. Bettina Albers
    Tel. 03643/ 776423, albers@albersconcept.de


    Weitere Informationen:

    http://www.dgfn.eu


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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