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21.03.2012 09:47

Arzt übernimmt Lehrgebiet der angewandten Medizintechnik an der Westfälischen Hochschule

Dr. Barbara Laaser (Pressestelle) Öffentlichkeitsarbeit/Pressestelle
Westfälische Hochschule

    Dr. Detlef Brehmer ist nicht nur Arzt in Göttingen und Professor an der Universität Witten/Herdecke, sondern seit Mitte März außerdem Professor für angewandte Medizintechnik an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen.
    Als Mediziner lehrt er die Studierenden Anatomie, Physiologie und Pathologie und ist außerdem die Brücke zwischen Medizin und Technik für Studierende sowie für Forscher und Entwickler.

    Gelsenkirchen. Dr. Detlef Brehmer (53) ist ein Mann mit drei Berufungen. Der gebürtige Kölner hat Humanbiologie und Medizin studiert und ist seit 1988 Arzt. Als Facharzt für Hals, Nase und Ohren praktiziert er seit 2005 in Göttingen. Seit seiner Habilitation 2004 hat er außerdem an der Universität Witten/Herdecke die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und ist seit 2011 dort als Professor tätig. Seit 2010 war Brehmer zusätzlich Lehrbeauftragter an der Fachhochschule in Gelsenkirchen im Bereich der Medizintechnik. Seit Mitte März ist er dort nun auch ordentlicher Professor der Westfälischen Hochschule und zwar für das Fach „Angewandte Medizintechnik“.
    Arbeit und Beruf an drei Orten, das verlangt viel Organisationsgeschick. In Gelsenkirchen ist der frisch gebackene Fachhochschulprofessor im Regelfall wöchentlich zweieinhalb Tage. Dann lehrt er die Studierenden Anatomie, Physiologie und Pathologie. „Um Medizintechnik richtig einsetzen und weiterentwickeln zu können, müssen die Studierenden lernen, was im Körper normal ist, was krankhaft und wie man dem kranken Menschen helfen kann.“ Brehmer sieht seine Tätigkeit nicht nur als Lehrauftrag, sondern auch als Vermittlungsmission: „Ohne die Sprache der Medizin können die Studierenden und späteren Absolventen nicht an der Entwicklung neuer Produkte der Medizintechnik mitarbeiten.“
    In der Medizintechnik sieht der Arzt und Professor ein großes Entwicklungspotenzial zum Nutzen der Menschen. Beispielsweise bei Kopfoperationen. Früher musste der Schädel geöffnet werden, um Tumore an der Schädelbasis zu entfernen. Heute navigiert der Arzt mit endoskopischen Geräten durch die Nase zum Krankheitsherd. „In Zukunft können sich die Navigationssysteme dabei vielleicht ständig selbst nachjustieren, um jegliche Verletzungsgefahr beispielsweise mit dem Sehnerv oder der Kopfschlagader auszuschließen.“ Oder: Der gesunde Mensch kann Störschall ausfiltern, wenn er sich auf einer lauten Party mit einem anderen unterhalten will ohne gegen den Gesprächslärm der anderen anzuschreien. Langfristig Hörgeschädigte verlieren diese Fähigkeit, Hörgeräte können aber nicht unterscheiden zwischen menschlicher Sprache, die gehört werden soll, und menschlicher Sprache, die der Hörer gerade ausblenden will. „Das geht in Zukunft technisch vielleicht besser“, so Brehmer. Klar, dass seine Studierenden zuerst viel über die Physiologie des Hörens und die Verarbeitung des Schalls vom Ohr bis zum Hirn lernen müssen, bevor sie sich an die Entwicklung besserer technischer Hörhilfen machen können.
    Um Entwicklungsprojekte finanziell abzufedern, will Brehmer seine bereits vorhandenen überregionalen Industriekontakte mit regionalen Industrie- und Forschungspartnern der Hochschulregion verdichten: „Ohne Entwicklungsgelder aus der Industrie können Hochschulen solche technischen Projekte nicht allein stemmen.“

    Ihr Medienansprechpartner für weitere Informationen:
    Prof. Dr. Detlef Brehmer, Campus Gelsenkirchen der Westfälischen Hochschule, Fax (0209) 9596-514, E-Mail detlef.brehmer@w-hs.de

    Seit dem ersten März 2012 heißt die Fachhochschule Gelsenkirchen „Westfälische Hochschule“. Der neue regionale Name zeigt die Zusammengehörigkeit der Standorte Gelsenkirchen, Bocholt und Recklinghausen. Auch unter ihrem neuen Namen lebt die Fachhochschule ihre mittlerweile zwanzigjährige Tradition berufsnaher akademischer Ausbildung sowie anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    regional
    Personalia
    Deutsch


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