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23.03.2012 12:21

DDZ informiert über Deutsche Diabetes-Studie

Dr. Olaf Spörkel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Diabetes Zentrum

    Anlässlich des 500. Teilnehmers der Deutschen Diabetes-Studie veranstaltete das Deutsche Diabetes-Zentrum am 21. März einen Diabetes-Informationstag. Rund 140 Betroffene und Interessierte folgten der Einladung und informierten sich über die neuen Studienergebnisse und aktuelle Entwicklungen im Bereich der Diabetesforschung. Die Teilnehmer erhielten zudem die Möglichkeit zu einem umfassenden Gesundheits-Check-Up.

    „Vorbeugen ist besser als heilen!“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeisterin Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Diabetes-Informationstag am 21. März im Deutschen Diabetes-Zentrum. In ihrem Grußwort betonte die Bürgermeisterin, dass allein in Düsseldorf 40.000 Personen an Diabetes erkrankt seien und die Stadt Düsseldorf aufgrund dieser bedrohlichen Zahlen Untersuchungsprogramme zur Erforschung des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen wie die Deutsche Diabetes-Studie sehr begrüße und unterstütze.

    In seinem Vortrag „Heilung des Diabetes“ erläuterte Prof. Dr. Michael Roden, wissenschaftlicher Geschäftsführer und Direktor des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ), ob Diabetes heilbar ist. Das Fazit von Prof. Roden macht Hoffnung: „Während sich Sonderformen des Diabetes bereits heute heilen lassen, könnte auch die häufigste Form, der Typ 2 Diabetes, zukünftig vielleicht heilbar sein“. So belegen aktuelle Studien, dass sich
    z. B. bei einer kurzen Diabetes-Dauer durch frühzeitige Lebensstiländerung Diabetes zurückbilden kann. „Eine Heilung des Typ 1 Diabetes steht derzeit allerdings nicht in Aussicht“, ergänzte Prof. Roden. Viele Studien laufen, ein Durchbruch sei derzeit jedoch noch nicht absehbar.

    Dr. Bettina Nowotny, Leiterin des Klinischen Studienzentrums am DDZ, stellte erste Resultate der Deutschen Diabetes-Studie vor. Die durchgeführten Untersuchungen haben u. a. gezeigt, dass eine mangelnde Insulinwirkung nicht allein durch ein hohes Körpergewicht oder schlechte Blutzuckereinstellung bedingt ist, sondern weitere Mechanismen eine Rolle zu spielen scheinen. Mögliche Marker im Blut könnten helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

    Prof. Dr. Dan Ziegler, Leiter der Arbeitsgruppe „Neuropathie“, ging in seinem Vortrag auf die Spätfolgen des Diabetes ein. „Es ist essentiell, diese Schäden frühzeitig zu erkennen, um rechtzeitig durch effektive Maßnahmen ihr weiteres Fortschreiten zu verhindern, da die Veränderungen an Gefäßen und Nerven in ihren Anfangsstadien noch rückbildungsfähig sind“, erklärte Prof. Ziegler. Die Maßnahmen umfassen allgemein eine gesunde Lebensführung mit ausreichender körperlicher Aktivität und Vermeidung von Übergewicht.

    Zum Abschluss des Diabetes-Informationstages referierte Priv.-Doz. Dr. Karsten Müssig, Leiter des Studienzentrums am DDZ, über „Gesunde Ernährung - Mythen und Fakten“.
    Dr. Müssig hob hervor, dass angesichts weltweit steigender Zahlen von Menschen mit Adipositas der Vorbeugung durch eine ausgewogene Ernährung und vermehrter körperlicher Bewegung größte Bedeutung zukomme. Laut Dr. Müssig beinhalten Erfolg versprechende Diäten eine vollwertige sowie energiereduzierte Mischkost und berücksichtigen Bewegung und eine strukturierte Verhaltensänderung.

    Ergänzt wurde das Vortragprogramm durch ein umfassendes Gesundheits-Check-Up-Angebot, das von zahlreichen Teilnehmern genutzt wurde.

    Über die Deutsche Diabetes-Studie
    In der Deutschen Diabetes-Studie werden Patienten mit neu manifestiertem Diabetes mellitus (weniger als zwölf Monate nach Diagnosestellung) detailliert charakterisiert und der Verlauf vor allem in Bezug auf Folgeerkrankungen unter besonderer Berücksichtigung des Lebensstils und auf-tretender Entzündungen sowie verschiedener Erbgut- und Stoffwechsel-Parameter beobachtet. Die Studienteilnehmer erhalten umfassende medizinische Spezialuntersuchungen, mit denen der aktuelle Gesundheitszustand sowie die Insulinwirkung und Insulin-Restproduktion im Körper exakt bestimmt werden. Darüber hinaus erfolgen körperliche Untersuchungen wie EKG, Bestimmung des Körperfettanteils, Messung der Körperfitness und des Energieumsatzes sowie spezielle Untersuchungen der Gefäße, Augen, Nerven und Niere. Um mögliche Folgeerkrankungen rechtzeitig erkennen zu können, werden die Untersuchungen nach fünf und zehn Jahren wiederholt.

    Studien-Interessenten können sich direkt anmelden unter der Telefonnummer 0211 / 3382-209 oder per E-Mail studienzentrum@ddz.uni-duesseldorf.de.

    Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) gehört der „Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz“ (WGL) an. In der Leibniz-Gemeinschaft sind derzeit 88 Institute vereint. Die wissenschaftlichen Beiträge des DDZ sind auf die Ziele der Verbesserung von Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Diabetes mellitus und seiner Komplikationen sowie der Verbesserung der epidemiologischen Datenlage in Deutschland ausgerichtet. Das DDZ versteht sich als deutsches Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes, indem es Ansprechpartner für alle Akteure im Gesundheitswesen ist, wissenschaftliche Informationen zu Diabetes mellitus aufbereitet und für die breite Öffentlichkeit bereitstellt. Das DDZ ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

    Kontakt
    Dr. Olaf Spörkel
    Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Deutsches Diabetes-Zentrum DDZ
    Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung
    an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

    Tel.: 0211-3382-507
    olaf.spoerkel@ddz.uni-duesseldorf.de


    Weitere Informationen:

    http://www.ddz.uni-duesseldorf.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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