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03.05.2012 13:00

Diabetes-Telefonaktion: Hoher Beratungsbedarf der Bevölkerung zu Diabetes mellitus

Cordula Falk Pressestelle
Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München

    Rund 600 Anrufe erreichten die Experten einer bundesweiten Telefonaktion, die das Kompetenznetz Diabetes mellitus am 16. April 2012 von 19 bis 21 Uhr veranstaltete. Die hohe Resonanz bestätigt: Nach wie vor ist der Beratungsbedarf zu der Volks-krankheit Diabetes mellitus immens. Besonderes Interesse galt den Möglichkeiten zur Prävention dieser Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen.

    Welche Möglichkeiten gibt es, das Typ 1 Diabetes Risiko für mein Kind abzuschätzen? Dieses Anliegen stand bei einem Großteil der Anrufer im Vordergrund. Prof. Anette-Gabriele Ziegler von der Forschergruppe Diabetes der TU München und ihre Kollegen vom Kompetenznetz Diabetes mellitus beschrieben den Anrufern die Durchführung eines Autoantikörper-Screenings für Kinder mit einem erkrankten Bluts-verwandten. Dadurch kann die Entwicklung der Autoimmunerkrankung Diabetes Typ 1 und das individuelle Erkrankungsrisiko eingeschätzt werden.

    Soll ich mein Kind auf Diät setzen? Wie viele Süßigkeiten sind erlaubt? Fragen zur effektiven Gewichtsreduktion und Prävention von Typ 2 Diabetes bei adipösen Kindern und Jugendlichen gehörten ebenfalls zu den am häufigsten gestellten Fragen. Privatdozent Dr. Thomas Meissner von der Universität Düsseldorf empfahl neben einer ausgewogenen Ernährung und mehr Bewegung, ein Nahrungsprotokoll zu führen. Auch besteht die Möglichkeit, an einem Adipositasprogramm teilzunehmen, welche in vielen Regionen vor Ort angeboten werden.

    Zu den Schwerpunkten der Telefonaktion zählte auch der Schwanger-schaftsdiabetes, der als Vorstufe für Typ 2 Diabetes zu sehen ist. Eine Anruferin litt bereits in ihrer ersten Schwangerschaft an Gestations-diabetes und ist nun erneut schwanger. Ihre Sorge galt dem erhöhten Risiko, wieder an Gestationsdiabetes zu erkranken. Privatdozent Dr. Michael Hummel regte an, zunächst die Stoffwechsellage durch einen Blutzuckertest klären zu lassen. Dann können Präventivmaßnahmen ergriffen werden, die das Risiko für einen Gestationsdiabetes deutlich verringern können. Dazu zählen unter anderem eine frühzeitige Ernährungsumstellung sowie deutlich mehr Bewegung – empfohlen werden ein halbstündiger Spaziergang dreimal die Woche oder Übungen mit dem elastischen Band.

    Unsicherheiten über die Therapie- und Medikationswahl waren ein weiteres dominierendes Thema des Abends, welche von Fall zu Fall individuell beantwortet werden mussten. Dies galt auch für die Beratung einer Anruferin, die über die Schwierigkeit klagte, den Typ 1 Diabetes ihrer Tochter, die sich momentan in der Pubertät befindet, bestmöglich einzustellen. Die Mutter suchte nach professionellem Rat und Unterstützung durch betroffene Eltern oder Selbsthilfeorganisationen, um ihre Tochter in diesem sehr bewegenden Lebensabschnitt adäquat zu unterstützen.

    Für die Telefonaktion hatten sich zehn Ärzte, Psychologen und Wissenschaftler des Forschungsnetzwerks Kompetenznetz Diabetes mellitus als Experten zur Verfügung gestellt:
    Prof. Dr. Reinhard Holl (Universität Ulm), PD Dr. Thomas Meissner (Universität Düsseldorf), Prof. Dr. Anette-Gabriele Ziegler (Technische Universität München), PD Dr. Michael Hummel (Technische Universität München), Prof. Dr. Johannes Kruse (Universität Gießen), Prof. Dr. Norbert Hermanns (Diabetes-Akademie Bad Mergentheim), Dr. Bernhard Kulzer (Diabetes-Zentrum Mergentheim), PD Dr. Martin Füchtenbusch (Diabetologische Schwerpunktpraxis München), Rechtsanwalt Oliver Ebert (DDG Vorsitzender – Ausschuss Soziales) und Dr. Barbara Ludwig (Technische Universität Dresden).

    In der zweistündigen Aktion wurde noch einmal deutlich, dass das Leben mit Diabetes eine tägliche Herausforderung für die Betroffenen darstellt und viele Fragen aufwirft, die im Rahmen einer hausärztlichen Versorgung nicht immer umfassend beantwortet werden können.

    Umso wichtiger ist es, die Forschungsbemühungen voranzutreiben und die Bevölkerung auf mögliche Interventionsstudien aufmerksam zu machen, um eine Erkrankung an Diabetes zu verhindern. Dazu zählt auch die neu in das Kompetenznetz Diabetes mellitus aufgenommene Studie „PINGUIN“ (Postpartale Intervention bei Gestations-diabetikerinnen unter Insulintherapie), die mit Hilfe eines Medikaments und einer Veränderung des Lebensstils verhindern möchte, dass ein Großteil der an Gestationsdiabetes erkrankten Frauen in den folgenden drei Jahren einen Typ 2 Diabetes entwickeln. Interessierte können sich unter Telefon: 089/ 3187-4796 oder im Internet unter http://www.pinguin-studie.de informieren.

    Kontakt
    Kompetenznetz Diabetes mellitus
    Sprecherin: Univ.-Prof. Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler
    Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg

    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Cordula Falk
    Telefon: 089/ 3187-3157
    E-Mail: cordula.falk@lrz.uni-muenchen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.kompetenznetz-diabetes-mellitus.net


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


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