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03.05.2012 10:19

Leber reguliert Hungergefühl

Sabine Ranke-Heinemann Pressestelle
Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

    Forscher der University of Melbourne und des größten australischen Gesundheitsversorgers Austin Health sind dem Geheimnis auf der Spur, wie unser Körper Fetthaushalt und Gewicht reguliert.

    Zusammen mit Professor Sof Andrikopolous hat die für Austin Health in Melbourne tätige Barbara Fam herausgefunden, dass die Leber direkt mit unserem Gehirn kommuniziert, um die Essensmenge zu kontrollieren, die wir täglich zu uns nehmen.

    Die Untersuchungsergebnisse verdeutlichen, dass die Leber entgegen bisheriger Annahmen beim Regulieren des Körpergewichts tatsächlich eine entscheidende Rolle spielt und bei Gewichtszunahmen gezielt behandelt werden sollte.

    Bei Laborversuchen an Mäusen führte die Überexpression eines bestimmtes Leberenzyms zu einer 50-prozentigen Fettreduzierung. Die betroffenen Mäuse aßen außerdem weniger als die Mäuse, die das zusätzliche Enzym nicht im Körper hatten. Da das Enzym namens FBPase für die Glukoseproduktion benötigt wird, waren Wissenschaftler lange der Meinung, dass zu viel FBPase ungesund für den menschlichen Körper ist.

    "Aufgrund der Tatsache, dass das Enzym für die erhöhte Glukoseproduktion der Leber verantwortlich ist, sind wir eigentlich davon ausgegangen, dass die Mäuse mit der Extraportion FBPase eher dazu neigen, an Diabetes zu erkranken. Bei einer genaueren Untersuchung der Mäuse haben wir jedoch festgestellt, dass das Enzym die Absonderung bestimmter Hormone auslöste, die das Hungergefühl beeinflussen.

    "Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass eine fetthaltige Ernährungsweise zu einer Erhöhung des Leberenzyms führt. Diese Erhöhung trat wahrscheinlich als negativer Feedback-Mechanismus ein, um so eine weitere Gewichtszunahme zu kontrollieren. Unter normalen physiologischen Umständen übernimmt FBPase jedoch keinesfalls die Aufgabe, Körpergewicht zu kontrollieren. Das Enzym greift vielmehr erst dann ein, wenn dem Körper überschüssige Nährstoffe, wie Fett, zugeführt werden", erklärte Dr. Fam.

    "Wenn sich Menschen vor allem langfristig sehr fett- und zuckerhaltig ernähren, kann sich diese Ernährungsweise sehr unterschiedlich auf den Körper auswirken. Anscheinend haben wir jedoch tatsächlich ein eingeborenes System in uns, das einer möglichen weiteren Gewichtszunahme in solchen Fällen entgegenwirkt", schlussfolgert Dr. Fam.

    Die Untersuchungsergebnisse müssen in weiteren Studien überprüft werden. Die neueste Studie hat jedoch gezeigt, dass FBPase nicht nur als Mediator des Glukosestoffwechsels betrachtet werden sollte, sondern auch als ein sehr wichtiges Organ, das unser Hungergefühl und unseren Fetthaushalt reguliert.

    Die Studie wurde im April 2012 in der Wissenschaftszeitschrift "Diabetes" veröffentlicht.

    Weitere Informationen:

    Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
    Pressestelle
    Friedrichstr. 95
    10117 Berlin
    Email: berlin@ranke-heinemann.de
    Tel.: 030-20 96 29 593

    oder

    Annie Rahilly
    Media Officer
    University of Melbourne
    Email: arahilly@unimelb.edu.au

    Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.


    Weitere Informationen:

    http://www.ranke-heinemann.de
    http://www.ranke-heinemann.at
    http://www.ranke-heinemann.tv


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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