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15.06.2012 16:22

MHH mit zwei Projekten bei Exzellenzinitiative erfolgreich

Stefan Zorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Medizinische Hochschule Hannover

    Millionen für Hör-Forschung und für regenerative Medizin / keine weitere Förderung für die Graduiertenschule

    Erfolg für die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative: Der Exzellenzcluster REBIRTH zu regenerativer Medizin wird für weitere fünf Jahre mit bis zu acht Millionen Euro jährlich gefördert. Der Exzellenzcluster „Hearing4all“ zum Thema Hören der Universität Oldenburg, an dem die MHH maßgeblich beteiligt ist, ist neu in das Programm aufgenommen worden, wie der Bewilligungsausschuss am Freitag, 15. Juni, mitteilte. Die Hannover Biomedical Research School (HBRS), die Graduiertenschule der MHH zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses als Dachorganisation über die bestehenden und weiterhin geförderten Graduiertenkollegs, ist bei der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern in der zweiten Runde knapp gescheitert. Damit wird die MHH in den kommenden fünf Jahren strukturelle Forschungsförderung von weit über 50 Millionen Euro erhalten. „Wir sind froh, dass wir in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative trotz verschärfter Konkurrenz unsere Position noch ausbauen konnten“, sagte MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. „Damit haben wir unsere Stellung an der Spitze der forschenden hochschulmedizinischen Einrichtungen in Deutschland und Europa festigen können“, betonte er. „Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der HBRS werden wir auch ohne die Mittel aus der Exzellenzinitiative – wenn auch in einem etwas kleineren Rahmen – fortführen.“ Und über das Niedersächsische Zentrum für Hörforschung bleibe auch dieser Forschungsbereich weiter im Fokus. Der MHH-Präsident dankte allen, die am Erfolg der Hochschule beteiligt sind.

    Niedersachsens Wissenschaftsministerin Professorin Dr. Johanna Wanka ergänzte: „Der Erfolg ist in erster Linie Ergebnis herausragender wissenschaftlicher Arbeit an unseren Hochschulen. Dafür zolle ich Respekt und Anerkennung und spreche allen Beteiligten meinen ausdrücklichen Dank aus.“ Die Ministerin betonte zudem, dass das eingeworbene Geld dem gesamten Forschungs- und Hochschulstandort Niedersachsen zu Gute kommen wird. „Mit Summen dieser Größenordnung können Forschungsergebnisse erzielt werden, die sonst kaum erreichbar wären. Wir haben die Chance erhalten, unsere Wettbewerbsfähigkeit in den nächsten Jahren deutlich zu steigern.“

    Förderlinie Exzellenzcluster

    Der Exzellenzcluster REBIRTH – Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie

    „Der Exzellenzcluster REBIRTH ist durch hervorragende wissenschaftliche Arbeit unserer Forscher in den vergangenen fünf Jahren international zu einer festen Größe auf dem Feld der regenerativen Medizin geworden. Die Weiterförderung zeichnet unsere exzellente Forschung aus und erlaubt uns, unsere Kompetenz, nicht zuletzt zum Wohle der Patienten, weiter auszubauen“, sagte der Sprecher des Exzellenzclusters, Professor Dr. Axel Haverich, nach der Entscheidung. Im Exzellenzcluster REBIRTH werden entwicklungsbiologische und (stamm)zellbiologische Grundlagen erforscht, um regenerative Therapien für genetische, erworbene oder degenerative Erkrankungen zu entwickeln. Der Fokus des internationalen Forscherteams liegt dabei auf den Organen Blut, Herz, Lunge und Leber. Kliniker, Naturwissenschaftler und Ingenieure der Medizinischen Hochschule Hannover, der Leibniz Universität Hannover und der Stiftung Tierärztliche Hochschule sowie des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) für Nutztiergenetik in Mariensee, des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und des Max-Planck-Instituts (MPI) in Münster arbeiten interdisziplinär zusammen. Sie entwickeln innovative Konzepte für Zelltherapien, Gewebezucht- und Biohybrid-Medizinprodukte und bilden im PhD-Programm „Regenerative Sciences“ junge Wissenschaftler aus. So konnten REBIRTH-Wissenschaftler als erste aus Zellen des menschlichen Nabelschnurblutes so genannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) herstellen. Sie entwickelten einen sicherheitsoptimierten Gentransfervektor für eine Gentherapie der schweren kombinierten Immunschwäche (SCID-X1), der derzeit in einer transatlantischen klinischen Studie geprüft wird. Auch die Herzklappe, die nicht abgestoßen wird, voraussichtlich ein Leben lang hält und bei Kindern sogar mitwächst wird nun in einer Studie getestet. In der neuen Förderperiode sollen zahlreiche neue Plattformen, wie etwa im Bereich der Bildgebung, aufgebaut werden.

    Hörforschung wird exzellent: Der Exzellenzcluster „Hearing4all“

    Die Hör-Standorte Hannover und Oldenburg haben den Sprung in die Exzellenzinitiative geschafft: Ihr gemeinsamer Exzellenzcluster-Antrag „Hearing4all“ wird in den nächsten fünf Jahren gefördert. Am Konsortium rund um das Thema Hören sind neben der MHH auch die Universitäten in Oldenburg (Sprecherhochschule) und Hannover, die Hörzentren Hannover und Oldenburg, das Kompetenzzentrum HörTech, die Jade Hochschule, die Fraunhofer Projektgruppe Hör-, Sprach- und Audiotechnologie und das Verbundinstitut für Audio- und Neurotechnologie VIANNA in Hannover beteiligt. „Dies ist ein großartiger Tag für die Hörforschung und damit für alle Menschen mit Gehörverlust. Wir sind sehr stolz und freuen uns über die Krönung unserer bisherigen gemeinsamen Anstrengungen“, erklärte Professor Dr. Thomas Lenarz, Direktor der HNO-Klinik und Sprecher des Exzellenzclusters für die Beteiligten aus Hannover. Der Schwerpunkt in Hannover liegt auf grundlegenden Methoden der Diagnostik und der Wiederherstellung des Hörvermögens – mithilfe einer Vielzahl an unterschiedlichen Hörimplantaten. „Durch den Exzellenzcluster werden wir unsere internationale Spitzenstellung weiter ausbauen“, betonte Professor Lenarz. „Bereits jetzt sind in der Mehrzahl aller Cochlea-Implantate und Hörgeräte unsere technologischen Entwicklungen aus Hannover oder Oldenburg enthalten.“

    Förderlinie Graduiertenschule

    Graduiertenschule „Hannover Biomedical Research School (HBRS) wird nicht weiter durch die Exzellenzinitiative gefördert

    Die biomedizinische Graduiertenschule der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wird künftig nicht weiter durch die Exzellenzinitiative gefördert. „Wir bedauern sehr, dass die großartige Leistung der HBRS, ihrer PhD-Studenten und Dozenten nicht mit einer entsprechenden Weiterförderung anerkannt wurde“, erklärte Professor Dr. Reinhold E. Schmidt, Dekan der HBRS. Die MHH hatte im Jahr 2000 das erste strukturierte interdisziplinäre PhD-Programm im biomedizinischen Bereich etabliert. 2003 folgte die Gründung der Graduiertenschule Hannover Biomedical Research School (HBRS) mit drei internationalen PhD-Programmen – „Molekulare Medizin“, „Infektionsbiologie“ und „Regenerative Wissenschaften“ sowie zwei DFG-Graduiertenkollegs. Die HBRS hat sich als eine Kommunikationsplattform für Junior-Wissenschaftler aus der ganzen Welt etabliert. „Die international sehr sichtbare und weltweit nachgefragte Schule wird ihre Arbeit fortsetzen und die Programme auch für klinisch tätige Forscher weiterentwickeln“, ergänzte Professor Schmidt. „Die Schule wird somit weiter erfolgreich arbeiten können und bleibt das zentrale Element unserer strukturierten Nachwuchsförderung und damit exzellent.“

    Weitere Informationen zur Exzellenzinitiative erhalten sie unter http://www.dfg.de.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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