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19.06.2012 11:59

Jennifer Windt erhält Barbara-Wengeler-Preis 2012

Petra Giegerich Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Herausragende Doktorarbeit über philosophische Theorie des Traumbewusstseins findet internationale Anerkennung

    Jennifer Windt ist mit ihrer Doktorarbeit in der Philosophie nach Einschätzung internationaler Experten ein großer Wurf gelungen: Ihre Arbeit über die philosophische Theorie des Traumbewusstseins sei eine ganz außergewöhnlich gute Dissertation, heißt es in den Beurteilungen, die der Vergabe des Barbara-Wengeler-Preises 2012 zugrunde liegen. Windt erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis am Samstag, 23. Juni im Rahmen eines öffentlichen Vortrags der MIND Group in Frankfurt am Main. Die Barbara-Wengeler-Stiftung verleiht den Preis jährlich für eine herausragende wissenschaftliche Nachwuchsarbeit, die sich mit der Vernetzung und dem Austausch zwischen Philosophie und Neurowissenschaften beschäftigt. Im vergangenen Jahr hatte Adrian Alsmith, ebenfalls von der Universität Mainz, den Preis erhalten.

    Jennifer Windt hat ihre Doktorarbeit „Dreaming: A Conceptual Framework for Philosophy of Mind and Empirical Research“ bei Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger am Philosophischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) verfasst und sich darin auf vielfältige Weise mit einer philosophischen Theorie des Traumbewusstseins befasst. Dabei geht es zunächst um ein tieferes Verständnis des Traumzustandes und seine Bedeutung für eine Theorie des menschlichen Bewusstseins ganz allgemein. „Darüber hinaus bietet die Arbeit dem Leser eine annähernd vollständige Darstellung und kritische Evaluation der gesamten philosophischen sowie kognitionswissenschaftlichen Debatte, inklusive einer kompletten Interpretation aller relevanten neurowissenschaftlichen Daten, und hebt die Diskussion schließlich am Ende durch ein eigenes Modell auf eine neue Ebene“, schreibt Thomas Metzinger in einer Beurteilung.

    Der Traumzustand wird in der Philosophie des Geistes als wichtige Kontrastbedingung für eine generelle Theorie des Bewusstseins und des Selbstbewusstseins gesehen. Was unterscheidet den Wach- vom Traumzustand in erkenntnistheoretischer Hinsicht wirklich und sind Träume überhaupt subjektive Erlebnisse, gibt es im Traum ein echtes Selbst? – lauten einige der relevanten Fragestellungen.

    „Dies ist die beste Betrachtung zum Thema Traum in der philosophischen Literatur überhaupt“, beurteilt Evan Thompson, Professor für Philosophie und insbesondere Philosophie des Geistes an der Universität Toronto, die Arbeit. „Wenn sie veröffentlicht ist, wird sie einen enormen Einfluss auf die Philosophie des Geistes und die Neurowissenschaft des Traums ausüben.“

    Daniel C. Dennett von der Tufts University, einer der bekanntesten Bewusstseinsphilosophen, schätzt an Windts Dissertation insbesondere auch, dass die Autorin selbst Erfahrungen im Traumlabor gesammelt hat. „Das kommt bei Philosophen, die auch für die empirische Forschung relevant sein möchten, zu selten vor, dass sie wirklich Zeit in Laboren verbringen“, so Dennett. Er wertet die Arbeit als substanziellen Beitrag zu einer Wissenschaft und Philosophie der Träume. „Dies ist eine außergewöhnlich gute Dissertation, gut geschrieben, hervorragend recherchiert, einfallsreich und scharfsinnig durchdacht.“

    Jennifer Windt hat an der Universität Mainz Philosophie, Mittlere und Neuere Geschichte studiert und anschließend in verschiedenen Zusammenhängen über Traum und Bewusstsein gearbeitet. Seit 2009 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Philosophischen Seminar der JGU und Group Manager der von Thomas Metzinger gegründeten MIND Group am FIAS in Frankfurt (http://fias.uni-frankfurt.de/mindgroup/). Obwohl das Promotionsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, konnte Jennifer Windt bereits einen Buchvertrag mit MIT Press abschließen, wo ihre Arbeit voraussichtlich im Frühjahr 2014 erscheinen wird.

    Die Vergabe des Barbara-Wengeler-Preises findet am Samstag, 23. Juni um 18 Uhr statt. Sie erfolgt im Rahmen des 16. Treffens der Nachwuchsgruppe Philosophie des Geistes zu dem Thema „Identifying the Self: Delusions, Full-Body Illusions, and Perceptual Unity“ an der Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, IG Hochhaus, Raum 311, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt.

    Weitere Informationen:
    Univ.-Prof. Dr. Thomas Metzinger
    Philosophisches Seminar
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
    D 55099 Mainz
    Tel. +49 6131 39-23279
    Fax +49 6131 39-24429
    E-Mail: metzinger@uni-mainz.de
    http://www.philosophie.uni-mainz.de/metzinger
    http://www.fias.uni-frankfurt.de/philosophie

    Weitere Links:
    http://www.philosophie.uni-mainz.de/1791_DEU_HTML.php (Jennifer M. Windt)
    http://www.barbara-wengeler-stiftung.de/home.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin, Philosophie / Ethik, Psychologie
    überregional
    Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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