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22.06.2012 12:02

Hochdotiertes Stipendium für Dresdner Knochenforscherin

Konrad Kästner Pressestelle
Technische Universität Dresden

    Sylvia Thiele erhält Stipendium zur Erforschung einer speziellen Form der Osteoporose

    Die Europäische Knochengesellschaft European Calcified Tissue Society hat das diesjährige Forschungsstipendium für Doktoranden an die Dresdner Wissenschaftlerin Sylvia Thiele aus der Abteilung für Endokrinologie, Diabetes und Knochenerkrankungen der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden vergeben. Sylvia Thiele erforscht einen molekularen Mechanismus der Glukokortikoid-induzierten Osteoporose, einer speziellen Form der Knochenstoffwechselstörung. Das Stipendium ist mit 30.000 Euro dotiert.

    Die Osteoporose gilt als die häufigste Knochenerkrankung, von der vor allem ältere Menschen betroffen sind. Die Krankheit ist charakterisiert durch eine Abnahme der Knochenmasse sowie durch eine Verschlechterung der Mikroarchitektur in der Knochenstruktur. Die Folge ist ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. In den meisten Fällen handelt es sich um eine primäre Osteoporose, das bedeutet, die Krankheit ist keine Folge anderer Erkrankungen.

    Im Gegensatz dazu sind für die sogenannte sekundäre Form der Osteoporose eine andere Grunderkrankung oder deren Behandlungsfolge verantwortlich. „Die Glukokortikoid-induzierte Osteoporose (GIO) ist dabei die häufigste und schwerwiegendste Form der sekundären Osteoporose“, so die Dresdner Knochenforscherin Sylvia Thiele. „Rund ein Prozent der Erwachsenen in Deutschland und bis zu 2,5 Prozent der älteren Menschen müssen Glukokortikoide zur Therapie immunvermittelter Krankheiten wie rheumatoider Arthritis, chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten oder Lungenerkrankungen nehmen.“ Die Einnahme von Glukokortikoiden kann jedoch zu Knochenverlust führen. Am Beginn einer Therapie steigert sich die Knochenresorption, während zugleich die Funktion der Osteoblasten, also der knochenbildenden Zellen, beeinträchtigt wird. Zusätzlich kommt es zu einer verminderten Kalziumaufnahme und verstärkter Harn-Kalzium-Ausscheidung. Sylvia Thiele: „Trotz verbesserter Diagnose- und Behandlungsmethoden erleidet die Hälfte der Patienten durch die Glukokortikoide eine Wirbelkörperfraktur. Neben dem Leid der Betroffenen stellt dies auch eine große ökonomische Belastung dar.“

    Unter der Leitung des Dresdner Hormon- und Osteoporose-Experten Prof. Dr. Lorenz Hofbauer, der weltweit zu den führenden Forschern im Bereich der Knochenstoffwechselerkrankungen gehört, und in Zusammenarbeit mit der Dresdner Wissenschaftlerin Dr. Martina Rauner untersucht Sylvia Thiele welche Auswirkung das Ausschalten eines speziellen Gens in den Knochenzellen auf die Entwicklung dieser Form der Osteoporose hat. Mit dem Projekt erhoffen sich die Dresdner ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen der Glukokortikoid-induzierten Osteoporose, um langfristig die Nebenwirkungen einer Glukokortikoidtherapie für die Patienten zu reduzieren und damit sicherer zu machen.

    Welche Bedeutung Sylvia Thieles Arbeit für die internationale Forschung hat, hob nun die Europäische Knochengesellschaft European Calcified Tissue Society – ECTS – hervor. Sie vergab das diesjährige und mit 30.000 Euro dotierte Forschungsstipendium für Doktoranden an die Dresdner Naturwissenschaftlerin.

    Kontakt:
    Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
    Technische Universität Dresden
    Medizinische Klinik und Poliklinik III
    Prof. Dr. med. Lorenz Hofbauer
    Tel.: +49 0351 458 3173
    Fax: +49 0351 458 4309
    E-Mail: lorenz.hofbauer@uniklinikum-dresden.de
    Internet: http://mk3.uniklinikum-dresden.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Personalia
    Deutsch


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