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06.07.2012 12:29

Wie viele wissen, was im Notfall zu tun ist?

Rüdiger Labahn Informations- und Pressestelle
Universität zu Lübeck

    Lübecker Studie untersucht den Kenntnisstand zu Notfallbasismaßnahmen in der Bevölkerung: Projekt im Rahmen „Stadt der Wissenschaft 2012“

    Bei einem plötzlichen Herzkreislaufstillstand ist es überlebensentscheidend, ob schnell genug wiederbelebt wird. Jeder von uns kann von einem Moment auf den anderen gefordert sein. Allerdings ist die Laienreanimationsquote in Deutschland im internationalen Vergleich gering.

    Jetzt ermittelt eine Lübecker Studie den Kenntnisstand zu Notfallbasismaßnahmen in der Bevölkerung. Sie wird von der Klinik für Anästhesiologie der Universität zu Lübeck und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, durchgeführt. Die Leitung der Studie haben Dr. med. Jan Wnent und Holger Maurer.

    Befragt werden 2.500 zufällig ausgewählte Lübeckerinnen und Lübecker über 18 Jahre mit einem zugesandten Fragebogen. Die Daten werden pseudonymisiert ausgewertet. Das Wissenschaftsmanagement Lübeck setzt auf Bürgerbeteiligung und fördert die Studie im laufenden Wissenschaftsjahr.

    Die Studie untersucht, wie das Wissen über die Erste Hilfe in der Bevölkerung verteilt ist. Es wird auch die Bereitschaft zur Durchführung bekannter Erste-Hilfe-Maßnahmen erhoben. Aus den Ergebnissen kann abgeleitet werden, wo ein Verbesserungsbedarf besteht und mit welchen Maßnahmen das Wissen und die Bereitschaft zu einfachen Basismaßnahmen im Notfall erweitert werden können.

    50 bis 70 von 100.000 Einwohnern in Deutschland erleiden pro Jahr den plötzlichen Herztod. Durch eine hinreichende Laienreanimation können das primäre Überleben und das gute neurologische Überleben nach einem präklinischen Herzkreislaufstillstand deutlich verbessert werden.

    Die Laienreanimationsquote in Deutschland beträgt dem Deutschen Reanimationsregister der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) zufolge 18,1 Prozent. In anderen europäischen Ländern ist dieser Anteil deutlich höher. In Schweden beispielsweise beträgt die Quote je nach Quelle zwischen 34 und sogar 73 Prozent.

    Die Ergebnisse der Lübecker Studie können dazu beitragen, die Hintergründe für die in Deutschland geringe Wiederbelebungsquote durch Laien aufzuklären. Daran können sich Maßnahmen zur Verbesserung der Situation anschließen. Die Verbesserung der Laienreanimationsquote in Deutschland hätte dementsprechend eine Verbesserung des Überlebens nach einem Herzkreislaufstillstand zur Folge.


    Weitere Informationen:

    http://www.uksh.de/anaesthesie-luebeck/Forschung/Notfallbasismassnahmen.html


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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