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02.08.2012 12:14

Gesundheit im Berufsalltag: Kompetenzzentrum für Interdisziplinäre Prävention in Jena verlängert

Stefan Dreising Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Jena

    Berufsgenossenschaft, UKJ und Universität Jena bauen Kooperation weiter aus / Über zehnjährige Erfolgsgeschichte

    Jena (ukj/fsu/bgn). Rückenschmerzen und deren psychische Einflussfaktoren, Allergien im Bereich der Haut sowie der Atemwege oder Lärmschwerhörigkeit: Seit über zehn Jahren stehen diese gesundheitlichen Probleme im Arbeitsalltag vieler Menschen im Mittelpunkt des Kompetenzzentrums für Interdisziplinäre Prävention (KIP) in Jena. Jetzt wurde das Kooperationsprojekt der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN), der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Universitätsklinikums Jena (UKJ) verlängert: Heute (2. August) unterzeichneten der Hauptgeschäftsführer der Berufsgenossenschaft Klaus Marsch, Professor Dr. Klaus Höffken, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Jena und der Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Dr. Klaus Dicke, die Verlängerung des gemeinsamen Projektes.

    Das Kompetenzzentrum wurde 2001 ins Leben gerufen und stellt den wissenschaftlichen Austausch und die Fortbildung im Hinblick auf die Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz in den Vordergrund. Prof. Hans-Christoph Scholle, Sprecher des KIP-Zentrums und Leiter des Fachbereiches Motorik, Pathophysiologie und Biomechanik der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am UKJ, erklärt: „Im Mittelpunkt steht dabei seit Beginn die Frage, wie wir häufigen beruflich bedingten Erkrankungen im BGN-Bereich – Allergien, Schwerhörigkeit, Rücken- und anderen Schmerzen - vorbeugen können. Gerade daher ist die Zusammenarbeit auch über Fakultäts- und Institutsgrenzen so wichtig und bislang in dieser Form beispiellos.“ In den Projekten des KIP arbeiten neben Medizinern auch Psychologen, Evolutionsbiologen, Sportwissenschaftler, Biomechaniker und Ingenieure. Insgesamt sind inzwischen zwölf Einrichtungen der FSU, des UKJ und der BGN sowie der TU Ilmenau und Universität Münster beteiligt.

    Ein Ziel der Kooperation ist die schnelle Umsetzung von Forschungsresultaten in aktuelle Präventionskonzepte. „Der wissenschaftliche Austausch ist enorm wichtig und mit der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) und dem Universitätsklinikum Jena (UKJ) haben wir zwei langjährige Partner mit ausgezeichneter Expertise an der Seite“, erklärt BGN-Hauptgeschäftsführer Klaus Marsch angesichts der heutigen Unterzeichnung in Jena.

    Ein zentrales Thema der gemeinsamen Arbeit ist u.a die Vorbeugung chronischer unspezifischer Rückenschmerzen. Hier haben die KIP-Untersuchungen gezeigt, dass der Mensch in der Regel körperlich zwar gut für solche Belastungen ausgestattet ist, Auslöser der Erkrankungen jedoch falsche Bewegungsabläufe sein können. „Diese Mechanismen können wir aber beeinflussen", so Scholle. „Prävention bedeutet, dass Mitarbeiter gezielte sportliche oder physiotherapeutische Angebote erhalten", fasst er zusammen.

    Gemeinsame Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben

    In den zurückliegenden Jahren wurden aus dem Kooperationsprojekt über 340 wissenschaftliche Beiträge in nationalen und internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Ein weiterer Baustein des Projektes ist die Nachwuchsförderung: Sieben Promotionsstipendien werden jedes Studienjahr vergeben, bislang wurden 20 Promotionen an den Fakultäten in Jena und an der TU Ilmenau verteidigt. „Eine solche Erfolgsgeschichte muss fortgeschrieben werden, zumal eine derartige Kooperationsvereinbarung zwischen einer Universität, einer Uniklinik und einer Einrichtung der Praxis bis heute nicht die Regel ist“, betont Klaus Marsch von der BGN.

    Mit der Fortschreibung der Kooperation wird die Entwicklung systemorientierter Präventionsstrategien von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren, Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten auf höchstem Niveau gesichert. Gut angelegtes Geld, wie Christoph-J. Kirchner, Präventionsleiter der BGN versichert: „Jeder Cent, den wir in erfolgreiche Präventionskonzepte investieren, erspart oftmals ein Vielfaches an Rehabilitationsausgaben.“


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
    Deutsch


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