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22.08.2012 12:09

Schavan und Gröhe besuchen Anwendungszentrum für Innovative Polymertechnologien am Fraunhofer IAP

Dr. Sandra Mehlhase Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

    Bundesforschungsministerin Prof. Annette Schavan und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe MdB besuchten das neue Anwendungszentrum für Innovative Polymertechnologien des Fraunhofer IAP am 21. August 2012. Begleitet wurden sie von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit Katherina Reiche (CDU). Institutsleiter Prof. Hans-Peter Fink präsentierte im Beisein von Fraunhofer-Präsident Prof. Hans-Jörg Bullinger und Prof. Ulrich Buller, Fraunhofer-Vorstand für Forschungsplanung, die neuen Räumlichkeiten und stellte Forschungsthemen vor, von organischen Leuchtdioden und Implantatmaterialien bis hin zu leistungsfähigen Biokunststoffen.

    Mit seiner Polycarbonat-Fassade weist der Erweiterungsbau bereits auf seine Funktion hin: Hier werden Polymere und Technologien für verschiedenste Anwendungen ent-wickelt. High-Tech-Polymere mit besonderen elektrischen und optischen Eigenschaften, biokompatible Materialien für medizinische Anwendungen sowie Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen stehen im Fokus der Forschungsarbeiten.
    »Für ihre Produkte und Produktionsverfahren benötigen unsere Auftraggeber »maßgeschneidertes« Material, das mitunter völlig neue, noch nie erreichte Gebrauchseigenschaften besitzen muss. Wir arbeiten daran, dass biobasierte und synthetische Polymere diesen wachsenden Anforderungen der Wirtschaftspartner genügen«, erklärt Professor Fink. »Die Forschung unter industrienahen Bedingungen ist daher eine entscheidende Voraussetzung für die spätere Überführung in kommerzielle Produkte«, so Fink. Mit dem neuen Anwendungszentrum schafft das Fraunhofer IAP einmal mehr die Grund-lagen dafür, dass die entwickelten Verfahren nicht nur im Labormaßstab, sondern auch unter Produktionsbedingungen funktionieren. Mit seiner Wachstumsstrategie liegt das Potsdamer Fraunhofer-Institut ganz auf der Linie des Pakts für Forschung und Innovation. Dieser verfolgt das Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung zu steigern.
    Auf einem Rundgang durch das Anwendungszentrum verschafften sich die Besucher einen Eindruck von den neusten Technologien der Polymerforschung am Fraunhofer IAP: »Ich bin begeistert, welch vielfältige Möglichkeiten sich in Zukunft durch die neuen Werkstoffe eröffnen werden, die hier am IAP entwickelt werden. Es ist wichtig, mit solchen Einrichtungen wie dem neuen Anwendungszentrum dauerhaft günstige Bedingungen für Innovation zu schaffen. Davon profitieren nicht nur der Standort Potsdam und die umliegende Region mit ihren zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen der Chemiebranche, sondern der Innovationsstandort Deutschland insgesamt«, sagte Ministerin Schavan. Sie wies darauf hin, dass die anwendungsnahe Entwicklung nachhaltiger Verfahren und Materialien auf Basis biobasierter und synthetischer Polymere ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der Nationalen Hightech-Strategie 2020 sei.

    Eine Pilotanlage ermöglicht es hier künftig, organische Leuchtdioden und organischen Solarzellen im industrienahen Maßstab und ganz nach Kundenwunsch herzustellen. Mit Hilfe neuartiger Druck- und Strukturierungstechniken sollen insbesondere flexible Produkte realisiert werden. Im Bereich der Medizintechnik wollen die Forscher körperverträgliche Materialien für Implantate entwickeln. Vor allem künstliche Augenhornhäute der zweiten Generation stehen hier im Fokus der Arbeiten. Zudem sollen mikrobiologische Testsysteme etabliert werden. Die stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe stellt eine weitere Kernkompetenz des Fraunhofer IAP dar, die vor dem Hintergrund der knapper werdenden fossilen Ressourcen und der zunehmenden Bedeutung der Bioökonomie eine immer größere Rolle spielt. Neben Cellulose und Stärke steht dabei das aus pflanzlichen Roh- und Reststoffen gewonnene Lignin zunehmend im Mittelpunkt. Lignin ist ein potentieller Rohstoff für die chemische Industrie, aus dem eine ganze Palette von Produkten gewonnen werden kann, die von Additiven für die Baustoffindustrie über neue Kunststoffe bis zu preiswerten Carbonfasern reicht.

    Bundesministerin Schavan lobte ausdrücklich die große wissenschaftliche Expertise und die wirtschaftsnahe Orientierung des Fraunhofer-Instituts. Es habe sich sehr positiv entwickelt und trägt somit maßgeblich zur Stärkung Deutschland als Wissenschafts- und, auch Wirtschaftsstandort bei.

    Prof. Hans-Jörg Bullinger, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, ist überzeugt, dass mit den neuen Techniken der modernen, industriellen Biotechnologie zukunftsfähige Perspektiven für die deutsche Wirtschaft eröffnet werden: »Die Natur bietet ein riesiges, aber bisher nur in Ansätzen genutztes Spektrum unterschiedlicher chemischer Verbindungen mit aussichtsreifen Perspektiven für die Chemie-, Pharmazie-, Papier- und Textilindustrie an. Zukunftsaufgabe ist, die Syntheseleistung der Natur möglichst weitgehend zu nutzen und alle wertvollen Inhaltsstoffe zu gewinnen.«

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    Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm ist spezialisiert auf Forschung und Entwicklung für das gesamte Spektrum der Polymeranwendungen. Es unterstützt Unternehmen und Partner bei der maßgeschneiderten Entwicklung und Optimierung von innovativen und nachhaltigen Materialien, Prozesshilfsmitteln und Verfahren. Neben der umweltschonenden, wirtschaftlichen Herstellung und Verarbeitung von Polymeren im Labor- und Pilotanlagenmaßstab bietet das Institut auch die Charakterisierung von Polymeren an. Synthetische Polymere auf Erdölbasis stehen ebenso im Fokus der Arbeiten wie Biopolymere und biobasierte Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Anwendungsfelder sind vielfältig: Sie reichen von Biotechnologie, Medizin, Pharmazie und Kosmetik über Elektronik und Optik bis hin zu Anwendungen in Verpackungs-, Umwelt- und Abwassertechnik oder der Automobil-, Papier-, Bau-, und Lackindustrie.

    Mit dem 2012 eröffneten Anwendungszentrum für Innovative Polymertechnologien vertieft und erweitert das Fraunhofer IAP seine Kernkompetenzen in der Polymerforschung. Hier werden Prozesse zur Herstellung innovativer Materialien sowie neue Technologien vom Labor- in den Technikumsmaßstab übertragen. Die Polycarbonat-Fassade des L-förmigen Anbaus weist in besonderer Weise auf seine Nutzung zur Polymerforschung hin. Das von der Hascher und Jehle Planungsgesellschaft mbH entworfene Gebäude besteht aus einem Kopfbau mit vier Vollgeschossen und einem dreigeschossigen flachen Riegel. Genutzt werden die ca. 2 800 m² Fläche für Büros und Laborflächen. Besonderheiten sind hierbei ein Reinraumtechnikum, ein biochemisches Technikum, das S1-Anforderungen erfüllt, weitere S1- und S2-Labore sowie abgedunkelte und schwingungsentkoppelte Sonderlabore für Mikroskopie und Laseranwendungen. Der 23 Mio Euro teure Erweiterungsbau wurde zu 50 Prozent aus dem EU-Regionalfonds EFRE und zu jeweils 25 Prozent vom Land Brandenburg und dem Bund finanziert.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Chemie, Elektrotechnik, Medizin, Werkstoffwissenschaften, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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