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26.08.2012 12:33

Deutsche Studie: Frauen profitieren von Aortenklappen-Implantation mehr als Männer

Christiane Limberg Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

    Vom 25. bis 29. August 2012 findet in München der Europäische Kardiologenkongress (ESC) statt

    Bei Katheter-gestützten Aortenklappen-Implantationen (TAVI = transcatheter aortic valve implantation) haben Frauen einen größeren Überlebensvorteil als Männer. Drei Jahre nach dem Eingriff waren noch 83,1 Prozent der Frauen am Leben gegenüber 60,5 Prozent der Männer. Diese Ergebnisse wurden von OA Dr. Mohamed Abdel-Wahab (Herzzentrum Bad Segeberg) auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München präsentiert. Von 25. bis 29. August treffen Herzspezialisten aus aller Welt zum international größten Kongress in der Herzmedizin zusammen.

    Im Herzzentrum der Segeberger Kliniken wurde vom September 2007 bis April 2012 bei 222 Patienten eine TAVI durchgeführt. Nach dem Eingriff erfolgte eine systematische Kontrolle der Patienten. Die Gesamtsterblichkeit nach 30 Tagen betrug bei Frauen 3,2 Prozent, bei Männern 5,2 Prozent. Nach sechs Monaten bei Frauen 6,6 Prozent gegenüber 15,5 Prozent bei Männern, nach einem Jahr 7,7 Prozent gegenüber 21,4 Prozent.

    „Frauen sind bei interventionellen kardiovaskulären Eingriffen generell unterrepräsentiert und erleiden häufiger Komplikationen als Männer. Der Stellenwert einer interventionellen Therapie muss daher ausdrücklich auch für Frauen definiert werden“, so Dr. Abdel-Wahab. „Es zeigte sich, dass die TAVI eine Prozedur ist, die bevorzugt bei Frauen angewandt wird, und bei der Frauen den größten Überlebensvorteil haben. Wenn sich unsere Ergebnisse in größeren Serien bestätigen lassen, wäre die TAVI die erste kardiale Intervention, von der Frauen in besonderem Maße profitieren.“

    Die Aortenklappe ist eine der vier Herzklappen und liegt in der Hauptschlagader (Aorta), direkt an deren Ursprung aus der linken Herzkammer. Neben der offen-herzchirurgischen Technik gibt es das Katheter-gestützte Verfahren TAVI, bei dem ein Zugangsweg über die Leistenarterie oder die Herzspitze gewählt wird. Die Aortenklappe ist dabei in einem Metallgerüst eingebracht und wird mittels Katheter in Position gebracht. Anschließend wird sie entfaltet und dadurch verankert. Die körpereigene Aortenklappe wird dabei nicht entfernt, sondern durch die Prothese verdrängt.

    Quelle:
    ESC Abstract P3439: Abdel-Wahab et al., Gender-related differences in baseline characteristics and clinical outcome of transcatheter aortic valve implantation: Is TAVI more suitable for women?

    ESC-Medienkontakt für deutschsprachige Medien:
    Dr. Birgit Kofler, Roland Bettschart
    B&K Bettschart & Kofler Kommunikationsberatung
    E-Mail: kofler@bkkommunikation.com; bettschart@bkkommunikation.com
    Mobil: +43-676-6368930; +43-676-6356775


    Weitere Informationen:

    http://www.escardio.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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