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29.08.2012 11:34

Fit für die OP: Trainingspläne für Chirurgen

Stephan Thomas M.A. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

    Beginn eines deutsch-spanischen Kooperationsprojekts zur Weiterbildung in der Chirurgie – Gesamtvolumen: 1 Mio. €

    Leipzig, August 2012 – An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) startet am 1. September 2012 ein neues Forschungsprojekt: Die Leipziger Forscher vom HTWK-Forschungszentrum entwickeln zusammen mit ihren spanischen Partnern ein neuartiges Studienmodul für chirurgische Trainer. Das Ziel ist, die Ausbildung von Chirurgen zu verbessern und letztlich die Sicherheit von Patienten bei OP-Situationen zu erhöhen. Die HTWK Leipzig wird von 2012 bis Ende 2014 mit 800.000 € aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Das Projekt wird gemeinsam mit dem chirurgischen Trainingszentrum Centro de Cirugía de Mínima Invasión Jesús Usón (JUMISC) in Cáceres/Spanien durchgeführt, das zusätzlich 200.000 € Eigenmittel einbringt – in Form von Personal und Infrastruktur (z.B. High-Tech-Operationsräume).

    Die acht Mitarbeiter des internationalen Forschungsteams – Psychologen, Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler von der HTWK Leipzig sowie Mediziner und Ingenieure vom JUMISC – entwickeln Trainingspläne für angehende Ärzte sowie für die Weiterbildung erfahrener Chirurgen. Anhand dieser Pläne können Ärzte später besonders herausfordernde Situationen mit neuester Medizintechnik üben – allerdings nicht an echten Patienten, sondern an realistischen chirurgischen Modellen. Am Forschungszentrum der HTWK Leipzig arbeiten die Wissenschaftler seit einiger Zeit erfolgreich an der Entwicklung und Erprobung chirurgischer Modelle. Sie kooperieren dazu u.a. mit der Universitätsmedizin Leipzig, dem IRDC Leipzig (International Reference and Development Centre for Surgical Technology) und anderen.

    Neu ist, dass der Blick bei der Weiter- und Fortbildung angehender Ärzte und erfahrener Chirurgen sich nicht auf die chirurgisch-medizinische Seite beschränkt, sondern auch pädagogisch-didaktische Fähigkeiten für den OP und eine technologische Kompetenz im Umgang mit den High-Tech-Systemen im OP vermittelt werden sollen. Professor Werner Korb, wissenschaftlicher Leiter des Projekts, erklärt: "Die Handhabung der immer komplexer und schwieriger werdenden Medizintechnik steht mit im Fokus, also die Mensch-Maschine-Interaktion. An der Schaltstelle zwischen Mensch und Technik sowie bei der Kommunikation des OP-Teams untereinander passieren die meisten Fehler." In Deutschland sterben – nach unterschiedlichen Statistiken – pro Jahr zwischen 17.000 und 83.000 Personen in Krankenhäusern an Behandlungsfehlern.

    Der spanische Partner, das chirurgische Trainingszentrum JUMISC, bietet seit vielen Jahren hochwertige Trainings in verschiedenen chirurgischen Disziplinen (Laparoskopie, Mikrochirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie) an. Die Forscher werden am JUMISC Befragungen durchführen und die Trainingspläne erproben. "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem JUMISC, denn so fließen die Sichtweisen verschiedener chirurgischer Schulen mit ein – nicht nur national, sondern auch international", so Professor Korb.



    Hintergrund:
    Das Forschungsvorhaben mit dem Namen "iTOM" ("Testing of innovative training concepts for the operative medicine") fügt sich in das Lehr- und Forschungsprofil "GESUNDHEIT erhalten – Life Sciences & Engineering" an der HTWK Leipzig ein. In Leipzig existiert ein großes Forschungspotential auf dem Gebiet der Bio- und Medizinwissenschaften, gebildet durch die Universität Leipzig, das Universitätsklinikum Leipzig, das Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie, das Max-Planck-Institut für Neuro- und Kognitionswissenschaften, das Umweltforschungszentrum Leipzig, das International Reference and Development Centre for Surgical Technology und andere. In diesem Umfeld bringt die HTWK Leipzig ihre ingenieurwissenschaftlichen Kompetenzen ein und leistet auf primär technisch orientierten Gebieten eigenständige, hochwertige Beiträge.

    Am Forschungszentrum der HTWK Leipzig (Gründung 2010) forschen interdisziplinäre Teams aus Ingenieuren und Sozialwissenschaftlern an Themen rund um Gesundheit und Krankheit. Die Wissenschaftler im Forschungszentrum arbeiten dabei mit anderen Institutionen aus dem Standortcluster Medizintechnik zusammen, etwa dem Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS) der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig sowie dem International Reference and Development Centre for Surgical Technology (IRDC). Das Forschungszentrum der HTWK Leipzig ist "Ausgewählter Ort 2012" des Wettbewerbs "Deutschland – Land der Ideen" (Preisverleihung am 27. September 2012).

    Professor Werner Korb ist Inhaber der Professur mit dem Forschungs- und Lehrgebiet "Simulation und Ergonomie in der operativen Medizin". Schwerpunkt der in dieser fachlichen Ausrichtung weltweit einmaligen Professur ist die Entwicklung zukünftiger Trainingsmöglichkeiten für Chirurgen und OP-Personal. Die Professur wird von 2011 bis 2016 von der Leipziger Stiftung für Innovation und Technologietransfer gefördert.

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. sc. hum. Werner Korb
    Telefon: +49 (0)341/3076-3101
    E-Mail: korb (at) istt.htwk-leipzig.de


    Weitere Informationen:

    http://www.htwk-leipzig.de/de/hochschule/aktuelles/nachrichten/nachrichten-detai...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin, Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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