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31.08.2012 13:57

Universitätsmedizin Leipzig zieht positive Bilanz

Helena Reinhardt Pressestelle / Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Leipzig AöR

    2011 war ein gutes Jahr für die Leipziger Universitätsmedizin. Die Medizinische Fakultät hat mit fast 53 Millionen einen Höchststand an Drittmitteln einwerben können. Das Universitätsklinikum Leipzig schließt das Jahr 2011 mit einem positiven Ergebnis von plus 2 Millionen Euro ab, und gehört damit zum wiederholten Mal zu den wenigen Krankenhäusern der Maximalversorgung, die seit Jahren schwarze Zahlen schreiben.

    „Das gelingt uns trotz zunehmend widriger Rahmenbedingungen“, konstatiert Prof. Dr. Wolfgang E. Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. Seit Jahren verzeichnet das UKL eine stetig wachsende Zahl von Patienten, die die Hilfe der Universitätsmediziner in Anspruch nehmen. 51.336 stationäre Patienten kamen 2011 ins Klinikum. Auch die ambulanten Behandlungen werden verstärkt genutzt, 2011 waren dies 316.856 Patienten. Die weitere Zunahme komplizierter Behandlungsfälle zeigte sich auch in der hohen durchschnittlichen Fallschwere mit einem Case-Mix-Index von 1,53, der konstant oberhalb des universitären Durchschnitts von 1,49 liegt.

    Gleichzeitig erweiterte das UKL sein Leistungsspektrum, um auf die sich wandelnden Anforderungen an moderne Medizin zu reagieren. “Wir haben auch im vergangenen Jahr die hochspezialisierte Versorgung schwerkranker Menschen durch die Einführung innovativer Methoden wie des DaVinci-OP Roboters oder eines PET-MRTs weiter ausgebaut, um unseren Patienten eine optimale Hilfe anbieten zu können“, so der Medizinische Vorstand.

    Dies erfolgte trotz fehlender Investitionsfinanzierung für Ersatz- und Neubeschaffungen von z.B. medizinischen Großgeräten im laufenden Landes-Doppelhaushalt, betonte Ekkehard Zimmer, Kaufmännischer Vorstand des UKL. „Die trotzdem erforderlichen nötigsten Ersatzinvestitionen in Geräte und die Umsetzung von Bauvorhaben haben wir mit eigenen Finanzmitteln in Höhe von 16,3 Millionen realisieren können.“ Zudem wird dem UKL als einzigem Universitätsklinikum in Deutschland seit 2003 der durch Forschung und Lehre als hoheitliche Aufgabe im Rahmen der stationären und ambulanten Krankenversorgung entstehende Mehraufwand nicht vergütet. Dass es trotz dieser zusätzlichen Aufwendungen und außergewöhnlichen Belastungen gelungen ist, ein positives Ergebnis zu erreichen, sei vor allem dem großen Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken.
    „Das UKL ist ein wirtschaftlich gesundes Klinikum mit sehr guten Voraussetzungen für die weitere Entwicklung“, so der Kaufmännische Vorstand. „Dennoch werden wir die bisherige Kompensation fehlender Investitionsmittel nicht dauerhaft erbringen können, ohne die Unternehmenssubstanz und damit das Klinikum nachhaltig zu gefährden.“ Indizien dafür zeigen sich bereits im deutlich niedrigeren Jahresergebnis gegenüber dem Vorjahr.

    Dass eine prosperierende Universitätsmedizin als Wirtschaftsmotor weit über die Grenzen des Medizincampus für die Stadt Leipzig und das Land Sachsen wirkt, belegen die Ergebnisse einer Studie der TU Dresden zur ökonomischen Relevanz der UML. „Die Universitätsmedizin trägt entscheidend zur Wirtschaftsentwicklung der Region bei und schafft wichtige Arbeitsplätze“, erläutert dazu Prof. Dr. Hans Wiesmeth, Autor der Studie und Professor für Volkswirtschaftslehre an der TU Dresden. „Als Beschäftigungsmultiplikator im Wachstumsmarkt der Gesundheitswirtschaft sorgt die UML als Leipzigs zweitgrößter Arbeitgeber dafür, dass fast 10.000 Arbeitsplätze direkt und indirekt finanziert werden“. Die so entstehenden Einkommenseffekte summieren sich auf 200 Millionen, flankiert von weiteren ca. 200 Millionen an Konsumeffekten.

    „Vor diesem Hintergrund ist eine stabile Entwicklung der Universitätsmedizin Leipzig sicher auch im Interesse der Stadt und des Landes“, resümiert Prof. Dr. Wolfram Knapp, Aufsichtsratsvorsitzender des UKL. “Das hohe Leistungsniveau der UML lässt sich aber nur aufrechterhalten, wenn die Kosten für notwendige Ersatzinvestitionen und Erhaltungsmaßnahmen künftig nicht nur aus eigenen Kräften erbracht werden müssen“.

    Eine der hohen Leistung angemessene Finanzierung sei auch die Grundlage für die Fortsetzung der guten Entwicklung der UML in Forschung und Lehre. Die Leipziger Medizinische Fakultät gehört zu den besten und beliebtesten Fakultäten in der Studierendenausbildung mit 3.255 Studierenden, trotz des bezogen auf die Zahl der Studierenden deutschlandweit niedrigsten Landeszuführungsbetrages von 52,8 Millionen Euro. „Trotz dieser Ausgangslage haben wir durch eine deutliche Steigerung der Forschungsleistungen 2011 fast 53 Millionen Drittmittel einwerben können“, sagt Prof. Joachim Thiery, Dekan der Medizinischen Fakultät. „Hier sind wir jedoch an einer Engstelle angelangt, die wir aus dem knappen Landeszuschuss Hochleistungsforschung nicht mehr gegenfinanzieren können.“ Die wissenschaftlichen Leistungen der Medizinischen Fakultät sind wesentlicher Motor auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Gesamtmedizin im Freistaat. Dies wird ebenso durch das Gutachten von Prof. Wiesmeth unterstrichen. Thiery: „Leipzig hat international sichtbare und richtungsweisende Forschungsprojekte wie z. B. LIFE und das IFB AdipositasErkrankungen vorzuweisen. Das alles belegt die große wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der medizinischen Forschung in Leipzig, die durch leistungsorientierte Zielvereinbarungen mit dem Freistaat abgesichert werden sollte“.

    Die Fortsetzung des Kurses in 2012 wird nicht zuletzt bestimmt von den Rahmenbedingungen, stellen Aufsichtsratsvorsitzender, Vorstand und Dekan übereinstimmend klar. Auch in diesem Jahr erwartet das UKL ein ausgeglichenes Ergebnis. „Die weitere Entwicklung der UML wird allerdings stark abhängig sein von dem Engagement der Landesregierung“, so Fleig. „Wir sind aber optimistisch, dass diese ihre Verantwortung in der Unterstützung der Medizin wie bisher wahrnimmt und uns ein Fortschreiben unserer Erfolgsgeschichte ermöglicht.“


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Organisatorisches
    Deutsch


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