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05.09.2012 11:19

Kinderchirurgie: Trendsportarten sind unfallträchtig Knochenbrüche bei Kindern richtig behandeln

Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Berlin/Hamburg – Bei Kindern und Jugendlichen beliebte Trendsportarten wie Downhill-Biken, Snowboarden oder auch Trampolinspringen führen sehr häufig zu Knochenbrüchen. Doch die Therapie dieser Frakturen im Wachstumsalter birgt Fehlerquellen, nicht selten kommt es im Anschluss zu Klagen. Um Behinderungen und Schiefstellungen zu vermeiden, sollten Knochenbrüche von Kinderchirurgen behandelt werden, darauf weisen Experten im Vorfeld der 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) in Hamburg hin.

    Der Kongress findet vom 13. bis 16. September 2012 im CCH in Hamburg statt. Welche Therapie sich bei welchem Bruch eignet und welche neuen Methoden es bei Verletzungen von Armen und Beinen gibt, darüber informieren Experten auf einer Pressekonferenz der DGKCH am 14. September 2012.

    Kinder und Jugendliche brechen sich ihre Knochen häufiger als Erwachsene. Bei Mädchen ereignen sich drei Viertel der Frakturen vor dem neunten Lebensjahr, bei Jungen bis zum Alter von zwölf Jahren. Mit 50 bis 75 Prozent sind die Arme gegenüber den Beinen am häufigsten betroffen. Letzteres gilt für nahezu jede Sportart: „Am häufigsten beobachten wir ellbogennahe Knochenbrüche sowie Frakturen der Unterarme in Nähe des Handgelenks“ berichtet Professor Dr. med. Lucas Wessel, Chefarzt der Kinderchirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim. Im Winter steige die Häufigkeit von Unterschenkel- und Sprunggelenksfrakturen, vor allem durch Snowboard-Unfälle.

    Trotz der Vielfalt der Sportarten entstehen Verletzungen und Frakturen im Kindesalter nach einem gleichbleibenden Muster, sagt Professor Wessel. „Es ist nicht so, dass mit neuen Sportarten völlig neue Verletzungstypen auftreten. Vielmehr gehen bestimmte Sportarten mit mehr oder weniger ernsten Verletzungen einher“. Gerade das große Trampolin berge ein hohes Verletzungsrisiko, wenn es von mehr als einem Kind gleichzeitig benutzt werde, so der Experte. Katapulteffekte führen hier zu Zusammenstößen, durch die leichtere Springer besonders gefährdet sind. Dabei kommt es immer wieder zu komplizierten Brüchen aber auch zu Schädelverletzungen, die mit Hirnblutungen einhergehen können.

    Während im Erwachsenenalter fast alle Brüche operiert würden, sei das bei Kindern keinesfalls immer notwendig. Denn nahe der Wachstumsfugen korrigiere der Knochen etwaige Fehlstellungen selbst, indem er weiter wächst: Hier genüge oft ein Gips und regelmäßige Frakturkontrollen als Therapie. Eine Operation ist dann mitunter nicht notwendig. „Es muss jedoch genau unterschieden werden, an welcher Gliedmaße und in der Nähe welcher Wachstumsfuge die Verletzung liegt“, betont Wessel. Die Situation jeweils richtig einzuschätzen erfordere Expertenwissen und Erfahrung vom Arzt. Dies zeigen auch die hohen Fehlerquoten im Zusammenhang mit Frakturbehandlungen im Wachstumsalter: Klagen von Eltern und Patienten werden hier überdurchschnittlich häufig anerkannt.

    Vorbeugen sei besser als Heilen, mahnt der Knochenexperte. „Kinder sind sich ihres Verletzungsrisikos oft nicht bewusst“. Studien aus Österreich zeigen, dass frühe Risiko-Aufklärung in den Schulen und das Tragen von Schutzkleidung zu einer Abnahme ernster Verletzungen bei Schulkindern führen. Welche Trendsportarten besonders gefährlich sind und was jeder darüber wissen sollte, ist Thema auf der Pressekonferenz der DGKCH am Freitag, dem 14. September im Rahmen der 50. Jahrestagung der DGKCH in Hamburg.

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    Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)
    Termin: Freitag, 14. September 2012, von 12.45 bis 13.45 Uhr
    Ort: CCH Hamburg, Saal C3/C4

    Ihre vorläufigen Themen und Referenten sind:

    Was Kinderchirurgie heute leistet - Die wichtigsten Fortschritte der letzten 50 Jahre
    Prof. Dr. med. Jörg Fuchs, Präsident DGKCH
    Ärztlicher Direktor der Kinderchirurgie und Kinderurologie mit Poliklinik am Universitätsklinikum Tübingen

    Mit High-End-Technik und Lupenbrille – Chirurgie bei Früh- und Neugeborenen
    Prof. Dr. med. Udo Rolle, Direktor der Kinderchirurgie am Klinikum und Fachbereich Medizin
    Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

    Downhill-Biking, Skateboarding & Co. – (Neue) Verletzungen bei Trendsportarten für Kinder und Jugendliche
    Prof. Dr. med. Lucas Wessel, Direktor der Kinderchirurgischen Klinik am Universitätsklinikum Mannheim (UMM)

    Kindgerechte Chirurgie trotz Spardiktat der Kassen – Wo Kinder und Eltern heute zu kurz kommen
    Prof. Dr. med. Stuart Hosie, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie am Städtischen Klinikum München

    Pressekontakt für Journalisten:
    Dr. Adelheid Liebendörfer und Corinna Spirgat
    Pressestelle der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH)
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931-173
    Fax: 0711 8931-167
    E-Mail: liebendoerfer@medizinkommunikation.org
    http://www.dgkch.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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