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21.09.2012 16:21

DIMDI übernimmt Aufgaben der Datentransparenz

Sven Borowski Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)

    Das DIMDI bereitet zukünftig bestimmte Versichertendaten der gesetzlichen Krankenkassen für einen vorgegebenen Nutzerkreis auf. Damit wird es eine genauere Analyse des Versorgungsgeschehens in Deutschland ermöglichen. Strenge Datenschutzvorkehrungen werden dabei eine Identifizierung einzelner Versicherter ausschließen.

    Das DIMDI übernimmt diese Aufgabe als öffentliche Stelle mit der kürzlich in Kraft getretenen Verordnung zur Umsetzung der Vorschriften über die Datentransparenz im Gesundheitswesen (Datentransparenzverordnung). Bundesgesundheitsminister Bahr begrüßte dies als "Grundstein für die Nutzung ausgewählter Leistungs- und Abrechnungsdaten der Krankenkassen insbesondere für Analysen des Versorgungsgeschehens im Rahmen der Versorgungsforschung und für Steuerungsaufgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung."

    Zunächst muss das DIMDI notwendige organisatorische Strukturen aufbauen. Erste Daten liefert das Bundesversicherungsamt voraussichtlich Anfang 2013. Mit dem Beginn von Datenlieferungen an Nutzungsberechtigte ist im Jahresverlauf 2013 zu rechnen.

    Datenzugriff nur für gesetzlich Berechtigte
    Aufbereitet werden sollen ausgewählte Versichertendaten u.a. zu ambulanten und stationären Behandlungen sowie zur Arzneimittelversorgung. Diese Angaben erhält das Bundesversicherungsamt bereits jetzt in verschlüsselter Form von den Krankenkassen, um den Risikostrukturausgleich durchzuführen. Im DIMDI werden die jährlichen Daten zukünftig erneut verschlüsselt und über mehrere Jahre hinweg zusammengeführt.

    Nur auf Antrag und für vorgesehene Zwecke wird das DIMDI aufbereitete Daten zur Verfügung stellen. Welche Institutionen Daten für welchen Zweck erhalten dürfen, regelt das Gesetz (§303a bis 303e Fünftes Buch Sozialgesetzbuch). Nutzungsberechtigt sind u.a. bestimmte Einrichtungen der Krankenkassen, der Gemeinsame Bundesausschuss, Interessenvertretungen der Patienten und der Leistungserbringer auf Bundesebene sowie Institutionen der Forschung und Gesundheitsberichterstattung. Sie dürfen die Daten nutzen: z.B. um das Versorgungsgeschehen zu analysieren, die Qualität der Versorgung zu verbessern oder Leistungsressourcen zu planen. Für die Aufbereitung der Daten durch das DIMDI können Nutzungsgebühren anfallen.


    Das DIMDI stellt über das Internet hochwertige Informationen für alle Bereiche des Gesundheitswesens zur Verfügung. Es entwickelt und betreibt datenbankgestützte Informationssysteme für Arzneimittel und Medizinprodukte und verantwortet ein Programm zur Bewertung gesundheitsrelevanter Verfahren und Technologien (Health Technology Assessment, HTA). Das DIMDI ist Herausgeber amtlicher medizinischer Klassifikationen wie ICD-10-GM und OPS und pflegt medizinische Terminologien, Thesauri, Nomenklaturen und Kataloge (z. B. MeSH, UMDNS, Alpha-ID, LOINC, OID), die für die Gesundheitstelematik von Bedeutung sind. Das DIMDI ermöglicht den Online-Zugriff auf seine Informationssysteme und rund 60 Datenbanken aus der gesamten Medizin. Dafür entwickelt und pflegt es moderne Software-Anwendungen und betreibt ein eigenes Rechenzentrum.


    Weitere Informationen:

    http://www.dimdi.de/de/datentransparenz/index.htm - Informationssystem Datentransparenz
    http://www.bmg.bund.de/glossarbegriffe/v-y/versorgungsforschung.html - BMG zu Versorgungsforschung
    http://www.bmg.bund.de/krankenversicherung/gkv-versorgungsstrukturgesetz.html - BMG zu GKV-Versorgungsstrukturgesetz


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Organisatorisches
    Deutsch


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