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08.10.2012 10:33

UDE: Krebsauslösendes Gen entdeckt – Wichtiger Schritt im Kampf gegen das Neuroblastom

Beate Kostka M.A. Pressestelle
Universität Duisburg-Essen

    Das Neuroblastom ist ein Tumor, dessen Zellen im unreifen Stadium verblieben sind. Er ist bei kindlichen Krebspatienten sehr verbreitet und führt bei 15 Prozent von ihnen zum Tod. Erstmals ist es jetzt einer internationalen Forschergruppe an der Universität Duisburg-Essen (UDE) gelungen, die krebsauslösende Wirkung eines bestimmten Gens (Lin28b) bei der Neuroblastom-Entstehung aufzuklären. Ihre Ergebnisse wurden gerade in der angesehen Fachzeitschrift Nature Genetics veröffentlicht*.

    Federführend in diesem Forschungsprojekt ist Prof. Dr. med. Johannes H. Schulte aus der Abteilung für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Essen. „Mich faszinieren vor allem die klinischen Unterschiede der Neuroblastome, die von spontaner Ausheilung des Tumors bis zu raschem Fortschreiten der Krankheit trotz intensiver Therapie reichen“, so Schulte. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist die Analyse von kurzen, regulatorischen Nukleinsäuren, den sogenannten microRNAs. Lin28b bindet bestimmte microRNAs und unterdrückt so deren Wirkung. Schon seit längerem wird eine tumorauslösende Wirkung von Lin28b diskutiert.

    Um die Bedeutung von Lin28b im Gesamtorganismus zu untersuchen, bauten die Forscher eine Extrakopie des Lin28b Gen in ein Mausgenom ein und aktivierten dieses Gen in der Neuralleiste, dem vermuteten Ursprungsgewebe der Neuroblastome. Tatsächlich entwickelten diese Mäuse aggressive Tumore dieses Typs. Wurden sie jedoch mit einer bestimmten Substanz behandelt (JQ1), die gerade präklinisch entwickelt wird, führte dies zum programmierten Zelltod und Teilungsstopp der Tumorzellen.

    Mit diesen Experimenten konnte die Forschergruppe um Prof. Schulte erstmals nachweisen, dass es sich bei Lin28b wirklich um ein Onkogen handelt, das Tumore auslösen kann. Darüber hinaus zeigten sie, dass Lin28b wichtig ist für eine zielgerichtete Neuroblastom-Therapie. Geplant ist, neue Substanzen zu entwickeln, die Lin28b hemmen können. Die Untersuchungen wurden durch die Deutsche Krebshilfe und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell unterstützt.

    * Molenaar JJ, Domingo-Fernández R, Ebus ME, Lindner S, Koster J, Drabek K, Mestdagh P, van Sluis P, Valentijn LJ, van Nes J, Broekmans M, Haneveld F, Volckmann R, Bray I, Heukamp L, Sprüssel A, Thor T, Kieckbusch K, Klein-Hitpass L, Fischer M, Vandesompele J, Schramm A, van Noesel MM, Varesio L, Speleman F, Eggert A, Stallings RL, Caron HN, Versteeg R, Schulte JH. LIN28B induces neuroblastoma and enhances MYCN levels via let-7 suppression. Nat Genet. 2012.

    Weitere Informationen:
    • Prof. Dr. med. Johannes H. Schulte, Tel. 0201/723-85185, 0170/5824441, johannes.schulte@uni-due.de, http://www.schulte-lab.de
    http://www.uni-due.de/de/presse/meldung.php?id=2775

    Hinweis für die Bildredaktion:
    Ein Foto von Prof. Dr. Johannes H. Schulte (Fotonachweis: UDE) stellen wir Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung:
    http://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php

    Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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